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Elektronische Vernetzung - Einstieg in eine "neue Welt"

Sören Friedrich, Projektleiter Online-Initiative der KVBB, im Interview

Herr Friedrich, das ist jetzt die Eingangs-Testfrage für den diplomierten Informatiker: Was verbirgt sich hinter Backbone und SafeNet?

Das ist nicht allzu schwierig, denn es ist quasi mein Täglich-Brot. KV-SafeNet ist eine technische Struktur, bei der die einzelnen Teilnehmer über ein virtuelles, privates Netzwerk ganz bestimmte Dienste dieses Netzes nutzen können. Backbone ist dabei ein Hochleistungsnetz, welches die Kommunikationsfähigkeit zwischen den KVen gewährleistet.

Bestanden. Und nun einmal bitte für die Nicht-EDV-Freaks: Was hat es mit diesem Netzwerk, das ja von der KBV und fast allen KVen genutzt werden soll, auf sich?

Ziel ist es, so viele Praxen wie möglich elektronisch miteinander zu vernetzen, denn das ist die Basis für die sich entwickelnde "neue Welt" im ärztlichen Alltag. Die Mitglieder in solchen Netzen können sich sensible diagnostische und andere Befund-Daten übermitteln, sich miteinander zu einzelnen Patienten austauschen, die Abrechnungen an die KV online übermitteln, und sie können angebotene Dienstleistungen auch anderer KVen und der KBV innerhalb dieses Netzes nutzen.

Hier drängen sich sofort einige Fragezeichen auf: Datensicherheit? Kosten? Technische Voraussetzungen?

Bei SafeNet handelt es sich um einen zertifizierten, den gegenwärtig höchsten Sicherheitsstandards entsprechenden Netzwerkzugang. Die technischen Voraussetzungen sind relativ einfach. Es muss ein DSL-Anschluss vorhanden sein, unter bestimmten Umständen geht es jedoch auch mit ISDN. Dann muss sich der interessierte Arzt einen der zertifizierten Provider auswählen, von dem er eine sogenannte Blackbox erhält. Das ist die dafür notwendige Hardware.

Woher erfahre ich, welche Provider zertifiziert sind?

Einen Überblick der Provider finden Sie hier. Ungeachtet dessen ist es wichtig, sich vor einer Entscheidung mit den Vertrags-Details der einzelnen Anbieter vertraut zu machen. Hier gibt es doch erhebliche Unterschiede sowohl bei den Anschaffungs- als
auch bei den laufenden Kosten, den Wartungsverträgen und anderem mehr.

Wenn sich der Arzt entschieden hat, welchen Provider er sich nimmt, wie kompliziert ist der Anschluss in der Praxis?

Überhaupt nicht kompliziert. Viele Ärzte werden dies selbst können. Und jene, die es sich nicht zutrauen, sollten sich von ihrem Praxis-EDV-Anbieter helfen lassen. SafeNet ist im Übrigen mit allen gängigen Praxis-Software-Varianten kompatibel.

Sie erwähnten die Kosten. Was kommt da auf den Arzt zu?

Für eine Blackbox sind Kosten ab ca. 200 Euro aufwärts einzuplanen. Ebenso monatliche Belastungen, die etwa bei 20 Euro beginnen, durchaus aber auch höher sein können.

Das heißt, im ersten Jahr summiert sich das auf rund 500 Euro ...

So ungefähr. Allerdings gibt es hier eine gute Möglichkeit, genau diese Summe zu sparen.

Welche?

Um diese Initiative zu befördern, um möglichst schnell viele brandenburgische Vertragsärzte zu vernetzen, also mit SafeNet auszurüsten, hat der Vorstand der KVBB bis zu 500 Euro pro Praxis als einmalige Förderung beschlossen. In der SafeNet-Vereinbarung der KBV und der KVen ist beschlossen worden, dass etwa 10 Prozent der Mitglieder bis Ende dieses Jahres diesem Netzwerk beigetreten sein sollten; das wären in Brandenburg rund 350 Ärzte. In den Genuss der Förderung kann der Arzt über einen formlosen Antrag, verbunden mit der Rechnungskopie eines im Jahr 2008 eingerichteten SafeNet-Zugangs kommen.

Nun hat ja die KV Brandenburg seit knapp 10 Jahren ein eigenes elektronisches Netz, "Datennerv". Mittlerweile sind darin fast 2.000 Ärzte integriert. Wie passt das zusammen?

Es handelt sich um zwei unterschiedliche technische Möglichkeiten der sicheren Datenübermittlung. Derzeit präferiert die KV-SafeNet-Richtlinie nur hardwarebasierte Sicherheitsmodelle, als Blackbox. Wir bemühen uns jedoch, auch innerhalb der angewandten Softwarelösungen eine SafeNet-Konformität herzustellen, so dass unser "Datennerv" erhalten bleiben könnte. Im Moment kann ich über ein Ergebnis noch nichts sagen. Sobald es hier neue Erkenntnisse gibt, wird mit Sicherheit in "KV-intern" darüber informiert.

Herr Friedrich, vielen Dank für das Gespräch.

Gefragt und notiert von Ralf Herre.



(Quelle: KV-intern 11/2008)

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Herr Friedrich
Herr Krüger
Tel.: 01801 5822 436
Fax: 0331 2309 300


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