Falsch gerechnet!
KVBB-Vorsitzender Dr. Helming kritisiert Äußerungen von vdek-Chef Ballast zu angeblichen Honorarzuwächsen
Potsdam: Eine „Phantasiezahl“, die völlig aus der Luft gegriffen sei, nannte der Vorsitzende der KV Brandenburg (KVBB), Dr. med. Hans-Joachim Helming, die Äußerungen des vdek-Vorsitzenden, Thomas Ballast, in einer Pressemitteilung. Darin hatte er gesagt, dass die Vertragsärzte in den neuen Bundesländern durch die Honorarreform „fast 20 Prozent mehr Geld von den Kassen“ erhielten.
In Brandenburg, das nach gängiger Lesart zu den Reform-Gewinnern zähle, stünde den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten dieses Jahr etwa sieben bis siebeneinhalb Prozent mehr Geld für die Versorgung ihrer Patienten zur Verfügung als in 2008, so Dr. Helming. „Das ist die Realität der Honorarreform. Und die hat mit Herrn Ballasts Prognose herzlich wenig gemeinsam.“
„Gänzlich unqualifiziert“ und bar jeder betriebswirtschaftlicher Grundkenntnis seien die Aussagen des vdek-Chefs, dass der Honorarzuwachs von rund 3 Mrd. Euro „einem Einkommenszuwachs von durchschnittlich 17.500 Euro pro Praxis“ entspräche und das „Durchschnittseinkommen eines Arztes in Deutschland damit voraussichtlich auf 140.000 Euro pro Jahr steigen“ würde.
Diese Zahlen seien kompletter Unsinn, kritisierte Dr. Helming, und würden der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild vermitteln. Denn sie ließen den Eindruck entstehen, dass die Ärzte dieses Geld „nach Hause“ trügen und dienten damit offenbar dazu, das Bild von den angeblich raffgierigen Ärzten zu verfestigen. Dass Ärzte jedoch auch laufende Kosten für die Praxis, hohe Investitionskosten für neue Geräte sowie Aufwendungen für Versicherungen und Altersfürsorge zu bestreiten haben, würde bei solchen pauschalen Aussagen stets komplett unter den Tisch gekehrt.
Für die Redaktionen: Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der KV Brandenburg, Herrn Ralf Herre, Tel.: 0331/2868-196
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