Mitglieder benoteten die KV Brandenburg – Versuch einer ersten Analyse
Ist die Note 3 die sogenannte 1 des kleinen Mannes? Und wenn ja, geben wir uns mit dieser Interpretation zufrieden? 620 Mitglieder stellten sich den Fragen der „infas“-Profis und bewerteten die KV Brandenburg mit Noten. Interessantes kam dabei zu Tage, ebenso Ergebnisse, die mit Sicherheit einer erneuten detaillierteren Bewertung unterzogen werden müssen, da sie so nicht als Entscheidungsgrundlage zu verwenden sind.
Wie zufrieden sind die Mitglieder mit den Leistungen der KVBB?
45 Prozent verteilten die Noten 1 und 2, 39 Prozent die 3 und immerhin 31 Prozent die Noten 4 und 5. Schaut man sich dann Details wie Alter und Geschlecht an, so ergibt sich doch eine erhebliche Differenzierung. Während 61 Prozent der 55- bis 59-Jährigen im Gut- und Sehr-gut-Bereich liegen, sind es bei den 45- bis 49-Jährigen lediglich 38 Prozent.
Die weiblichen Mitglieder bewerten im Übrigen die Leistungen etwas positiver als ihre männlichen Kollegen (47 Prozent zu 43 Prozent mit den Noten 1 und 2). Betrachtet man die Bewertung unter dem Gesichtspunkt des Arbeitsverhältnisses, dann beurteilen die Niedergelassenen dieses Thema zu 47 Prozent mit sehr gut und gut sowie 39 Prozent mit befriedigend.
Ärzte in Anstellung sehen dies gravierend anders. Lediglich 20 Prozent verteilten ein sehr gut und gut, 41 Prozent ein befriedigend.
Wie schätze ich die KVBB ein?
Als „zuverlässig“ 65 Prozent – ein Spitzenwert, auf den sich die KVBB sicher etwas einbilden kann und sollte, Stichwort Abrechnungspünktlichkeit. Bleiben wir allein bei der Betrachtung der Noten 1 und 2, dann folgen nach “zuverlässig“, „sehr hilfreich für meine Arbeit“ mit 48 Prozent, „serviceorientiert“ mit 47 Prozent bis hin(unter) zu „unbürokratisch“, das lediglich 26 Prozent der KVBB attestierten.
Bei allen Bewertungen zeigt sich jedoch, dass die Note 3 in vielen Fällen die dominierende ist („bietet gutes Preis-Leistungsverhältnis“: 40 Prozent; „innovativ“: 44 Prozent; „flexibel“: 41 Prozent).
Wie bin ich über die Leistungen der KVBB und der KV COMM informiert?
Insgesamt 42 Prozent mit Note 1 und 2. Während Fach- und Hausärzte in etwa gleich bewerten, fühlen sich die Psychologischen Psychotherapeuten wesentlich schlechter informiert: Lediglich 27 Prozent sehr gut und gut, aber 42 Prozent verteilten lediglich die Noten 4, 5 und 6.
Bezogen auf die KV COMM, sehen sich 27 Prozent insgesamt sehr gut und gut informiert, und auch hier mit Abstand die Psychologischen Psychotherapeuten mit nur 18 Prozent. Inhaltlich waren am besten die Fortbildungsangebote der KVBB bekannt (70 Prozent), gefolgt von der Abrechnungsberatung mit 60 Prozent. Am wenigsten kannten die Befragten offensichtlich die betriebswirtschaftliche Beratung (7 Prozent) und jene zu Selektivverträgen (6 Prozent).
Interessant die Ergebnisse auf die Frage, inwieweit denn auch derartige Angebote genutzt werden. Also nicht nur bekannt sind. Bei der Abrechnungsberatung liegen die Psychologischen Psychotherapeuten mit 65 Prozent (bekannt und genutzt) an der Spitze, gefolgt von den Hausärzten mit 62 Prozent und den Fachärzten mit 58 Prozent.
Sieht man sich einmal das Thema Pharmakotherapieberatung an, dann wird sie von 54 Prozent der Hausärzte und von 31 Prozent der Fachärzte genutzt.
Wie zufrieden bin ich mit den speziellen Leistungen?
Spannend war es nun zu erfahren, wie zufrieden die Mitglieder mit diesen Leistungen sind, wenn sie sie denn in Anspruch genommen haben. Und hier ergab die Umfrage ein beeindruckendes Bild. Die Noten 1 und 2 wurden für folgende Leistungen vergeben:
Blitzabrechnung: 87 Prozent, Pharmakotherapieberatung: 85 Prozent; Online- Abrechnung: 84 Prozent; betriebswirtschaftliche Beratung: 80 Prozent, Abrechnungsberatung: 78 Prozent, um nur einmal die wichtigsten zu nennen.
Gerade diese Ergebnisse verdeutlichen, dass dann, wenn Leistungen durch die Mitglieder in Anspruch genommen wurden, deren Qualität sehr gut bewertet wurde. Dies wird uns als KVBB definitiv ermutigen, weiter in dieser Richtung tätig zu sein.
Ein Manko ist dabei, das offensichtlich noch zu wenigen Mitgliedern diese Leistungen bekannt sind und dann auch genutzt werden. Dieser Widerspruch kann zwei Ursachen haben: Entweder die Informationen dazu sind zu spärlich, oder sie werden ignoriert. Beides erscheint andererseits eigentlich nicht möglich, da beispielsweise das Hauptinformationsmedium „KV-intern“ von weit über 80 Prozent der Mitglieder nicht nur durchgeblättert, sondern regelmäßig gelesen wird. Auch das ergab die Umfrage.
Die KV Brandenburg wird diese und viele andere Ergebnisse, auf die hier im Moment noch nicht eingegangen werden kann, genau analysieren und Sie weiter darüber informieren. Vor allem natürlich darüber, welche Aufgaben und Maßnahmen sich aus dieser Mitgliederbefragung für unsere Tätigkeit ergeben.
Auf alle Fälle jedoch ein herzliches Dankeschön an alle, die sich an dieser Umfrage beteiligt und so zu ihrem Gelingen mit beigetragen haben! R.H.

|