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Häufige Fragen zur Impfung gegen die Neue Grippe (FAQ)

Wie erfolgt die Rezeptierung des Impfstoffes?
Auf dem Muster 16 (rosa Kassenrezept) ohne Patientenangaben. Kostenträger ist der "Impffond Neue Grippe BB". Hinzu kommen der Arztstempel, die Unterschrift und die Datumsangabe.

Welche Abrechnungsnummer ist zu verwenden?
Die Abrechnung erfolgt über die Mitteilung der Anzahl der durchgeführten Impfungen. Eine Angabe von Patientennamen ist nicht vorgesehen.
Folgende Dokumentationsnummern sind für die Patientendokumentation zu verwenden:

  • 89 900 A ist für die Erstimpfung
  • 89 900 B für die Zweitimpfung
Wann ist der Impfstoff in den Apotheken verfügbar?
Die Belieferung der Apotheken erfolgt in der Woche vom 10.11. bis zum 13.11.2009. Die verschiedenen Landkreise werden gestaffelt beliefert.

Wer haftet für Impfschäden? Wo ist das geregelt?
In der Vereinbarung zwischen dem Land Brandenburg und der KVBB ist geregelt, dass die Vertragsärzte Brandenburgs als "Amtshelfer" für das Land tätig sind. Somit greift die Amtshaftung.

Wer kommt für eine Arbeitsunfähigkeit im Falle von Impf-Nebenwirkungen auf?
Sollte es zu verstärkten Impfreaktionen kommen, die zur Arbeitsunfähigkeit führten, tritt ein normaler Krankheitsfall im Sinne der GKV ein.

Darf ich mein Praxispersonal impfen?
Ja, jedoch erfolgt für die Impfung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes keine Honorierung.

Werde ich für Impfdosen, die verworfen werden müssen, haftbar gemacht?
Nein.

Wie verfahre ich bei Privatversicherten oder auch Nichtversicherten?
Jeder Bürger hat das Recht sich kostenfrei impfen zu lassen! Jede Impfung wird mit 5 € vergütet.

Was muss bei der Impfung von Patienten, die blutverdünnende Arzneimittel erhalten oder eine Blutgerinnungsstörung haben, beachtet werden?
Intramuskuläre Injektionen können bei Personen mit Thrombozytopenien oder einer Blutgerinnungsstörung u.U. zu schweren Blutungen führen. Daher muss der Arzt entscheiden, ob die Anwendung des Impfstoffes Pandemrix bei Personen mit Thrombozytopenien oder Blutgerinnungsstörungen, bei denen eine i.m. Injektion kontraindiziert ist (z.B. Falithrom-Therapie), gerechtfertigt ist und ob der mögliche Nutzen der Impfung das Risiko von Blutungen überwiegt.
Zur s.c. Verabreichung von Pandemrix gibt es bisher keine klinischen Daten. Diese Applikation kann jedoch u.U. mit verstärkten lokalen und systemischen Nebenwirkungen einhergehen. (FAQ RKI 03.11.2009)


Antworten des brandenburgischen Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV)


Nach den ersten Auslieferungen durch die Apotheken war festzustellen, dass auf Adjuvanz, Impfstoff und Umverpackung drei verschiedene Chargennummern aufgeführt sind. Welche davon ist zu dokumentieren?
Die niedergelassenen Ärzte müssen zwei Chargennummern dokumentieren. Dies sind die Kombi-Chargennummer von Antigen und Adjuvanz sowie die Chargennummer der Firma Haemato- Pharm auf dem Umkarton.

Wie können aufgrund der unzureichenden Temperaturbeständigkeit des Gummistopfens in einer milchigtrüben Flüssigkeit Partikel des Gummistopfens erkannt werden?
Sofern der Gummistopfen des Impfstoffs Raumtemperatur erreicht hat, ist das Auftreten von Partikeln nicht zu erwarten. Ansonsten sind diese durch Drehen des Impfstoffbehältnisses auch in einer trüben Flüssigkeit sichtbar.

Inwiefern ist vorgesehen, in öffentlichen Einrichtungen Maßnahmen für den Selbstschutz, z. B. durch Anbringen von Desinfektionsmittelspendern, durchzuführen?
In den Empfehlungen des MUGV zur Pandemieplanung innerhalb der Behörden wird empfohlen, im Eingangsbereich Desinfektionsmittelspender für Besucher und Beschäftigte zur Verfügung zu stellen.

Nach TRBA 250 (technische Regel für biologische Arbeitsstoffe) darf die Impfung nur unter Verwendung von Sicherheitskanülen durchgeführt werden. Diese sind allerdings in den Impfsets nicht enthalten! Welche haftungsrechtlichen Folgen, z. B. bei akzidentiellen Nadelstichverletzungen, ergeben sich für die teilnehmenden Ärzte bei einer Verwendung der unzulässigen Kanülen?
Die Impfungen gegen die Neue Influenza (A/H1N1) unterscheiden sich nach der Gefährdungsbeurteilung nicht von der saisonalen Grippeimpfung, so dass die herkömmliche Technik ausreichend und eine identische Entsorgung durchzuführen ist. Die Spritzen müssen in einem durchstichsicheren Spritzenabwurf bzw. die Nadeln in einem entsprechenden Behältnis entsorgt werden. Bei zufälligen Nadelstichverletzungen wird daher bezüglich der Haftung entsprechend der saisonalen Grippeimpfung verfahren.

Für Kinder von einem halben bis neun Jahren sind nur halbe Impfdosen vorgesehen. Wie erhalten die Kinderärzte die zur Impfung zusätzlichen Sets?
Die niedergelassenen Kinderärzte können für das zusätzlich erforderliche Impfzubehör 0,04 Euro pro Impfung zusätzlich in Rechnung stellen.
Anmerkung der Redaktion:
Der Vorstand der KVBB hat jedoch dem MUGV vorgeschlagen, einen zusätzlichen Satz Spritzen und Kanülen dem Impfset beizulegen.


Der Vertragsarzt übernimmt die Behandlung eines Patienten, der nicht zu seinem Patientenklientel gehört und möchte ihn gegen die Neue Influenza impfen. Das kann in manchen Fällen allerdings nur durch einen Hausbesuch erfolgen. Sind die Kosten für den Hausbesuch ebenfalls durch die Vergütung in Höhe von 5 Euro abgegolten?
Eine zusätzliche Vergütung für Hausbesuche kann leider nicht erfolgen.

Können auch Impfwillige, die nicht im Land Brandenburg wohnen (z.B. Berliner) von Brandenburger Vertragsärzten geimpft werden?
Hierzu stellte auf Nachfrage das brandenburgische Gesundheitsministerium fest: Generell nein. Es besteht jedoch für Brandenburger Vertragsärzte die Möglichkeit, eigene Patienten zu impfen, die ihren Wohnsitz in Berlin haben Die Impfdosen stehen für Brandenburg nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Die Amtshaftung gilt auch in diesen Fällen. Sollte es zu einem Impfschaden kommen, sind Versorgungsansprüche vom Geschädigten dann beim für den Wohnort zuständigen Versorgungsamt anzumelden.

22.12.09

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