Vorfahrt für die regionale Versorgung!
KV Brandenburg setzt auf stärkere Zusammenarbeit ärztlicher und nicht-ärztlicher Heilberufe
Potsdam. „Den jetzt auch in den Alt-Bundesländern prognostizierten Ärztemangel in den kommenden Jahren kennen wir hier in Brandenburg seit Langem. Und wir haben gute Konzepte, um auch in Zukunft die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen sicherzustellen“, stellte der Vorsitzende der KV Brandenburg (KVBB), Dr. med. Hans-Joachim Helming, fest.
Neue Formen des Miteinanders von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern unter Einbeziehung anderer Heilberufe wie Apotheker, Physiotherapeuten oder nicht-ärztlicher Praxisassistentinnen seien der Ansatz, der Erfolg verspreche. Wichtig, so Dr. Helming, sei auch die Einbeziehung der Krankenkassen und der Kommunen. Aber immer konkret auf die jeweiligen regionalen Bedingungen abgestimmt.
Die KVBB habe bereits Modelle etabliert, die dafür beispielgebend seien. „In der Region Belzig gibt es die IVB, die Integrierte Versorgung Belzig, die eine komplexe medizinische Versorgung durch ambulante und Krankenhaus-Ärzte anbietet, und in der die Partner Hand in Hand zusammenarbeiten. Dieses Versorgungskonzept ist auch der Ideengeber für die in den Medien veröffentlichten aktuellen konzeptionellen Ansätze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), welche die flexiblen, bedarfsgerechten Versorgungsangebote im ländlichen Raum aufgreifen.“
Ein anderes, ebenso erfolgversprechendes Modell sei die jüngst gegründete Arbeitsgemeinschaft der KVBB mit der AOK Berlin-Brandenburg: „IGiB – Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“.
Die Hoffnung, dass jede frei werdende Praxis einen Nachfolger finde, sei illusorisch. Helming: Was wir benötigen, sind diese innovativen, intelligenten Ansätze.“ Mit dem bundesweit ersten Sicherstellungsstatut setzte die KVBB bereits 2003 dafür die ersten erfolgreichen Schritte. Wichtig für all diese Vorhaben seien jedoch klare politische Rahmenbedingungen. „Wenn sich diese, wie in den zurückliegenden Jahren, in immer kürzeren Abständen ändern, dann werden wir die medizinische Versorgung in dieser hohen Qualität nicht aufrecht erhalten können“, so der KVBB-Chef.
Medizinische Versorgung benötige Verlässlichkeit für alle Akteure. „Sonst entscheiden sich junge Ärzte aus nachvollziehbaren Gründen gegen eine Tätigkeit am und für den Patienten“, argumentiert Dr. Helming. Einheitliche Rahmenbedingungen, aber regionale Lösungen - das sei der Schlüssel zum Erfolg.
14.01.10
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