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Arzneimittel- und Heilmittelvereinbarung für 2010

Arzneimittel-Ausgabenvolumen


Die KVBB und die Verbände der Krankenkassen im Land Brandenburg haben sich auf ein Arzneimittel-Ausgabenvolumen für das Jahr 2010 in Höhe von ca. 923,2 Mio. Euro verständigt.

Gegenüber dem bisher vereinbarten Ausgabenvolumen 2009 entspricht dies einer Steigerung von etwa 4,8 Prozent. In Umsetzung der Rahmenvorgaben auf Bundesebene konnte für den Bereich der KV Brandenburg etwa 1 Prozentpunkt zusätzlich zu den Rahmenvorgaben für den Effekt der Zahl und Altersstruktur der Versicherten verhandelt werden.

Ziele im Arzneimittelbereich


Die Vertragspartner haben sich in Anlehnung an die Vorgaben der Bundesebene für 9 Arzneimittelgruppen auf DDD-Anteile der jeweiligen Leitsubstanz( en) verständigt, die von den Vertragsärzten der KV Brandenburg erreicht bzw. gehalten werden sollen. Sieben dieser Arzneimittelgruppen sind aus den Zielen der Arzneimittelvereinbarung 2009 bereits bekannt.

Zusätzlich wurden erstmals 5 Ziele vereinbart, für die Höchst- bzw. Mindestwerte für bestimmte Arzneimittel festgelegt wurden.

Änderungen zu 2009:
Die bisherige Gruppe der Renin-Angiotensin-wirksamen Substanzen wird aufgehoben, an deren Stelle treten die Gruppen ACE-Hemmer und ACE-Hemmer-Diuretika-Kombinationen mit den Leitsubstanzen Enalapril, Lisinopril und Ramipril, ggf. in Kombination mit Diuretikum.

Die Gruppen Selektive Betablocker, Alpha-Rezeptorenblocker, Triptane und Nichtselektive Monoamin-Rückaufnahmehemmer wurden für das Jahr 2010 nicht vereinbart.

Die nachfolgende Tabelle auf Seite 34 enthält alle festgelegten Arzneimittelgruppen und die zu erreichenden DDD-Anteile für die preisgünstigen Leitsubstanzen.

Arzneimittelgruppe (Leitsubstanzen) Zielwert für
DDD-Anteil der
Leitsubstanz
1. HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin) 91,6 Prozent
2. Selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (Citalopram) 54,5 Prozent
3. Bisphosphonate zur Behandlung der Osteoporose (Alendronsäure) 78,0 Prozent
4. ACE-Hemmer (Enalapril, Lisinopril, Ramipril) 96,6 Prozent
5. ACE-Hemmer-Diuretika-Kombinationen (Enalapril, Lisinopril, Ramipril, jeweils mit Diuretikum) 83,4 Prozent
6. Nicht-steroidale Antirheumatika (Diclofenac und Ibuprofen) 80,0 Prozent
7. Antidiabetika exklusive Insuline (Sulfonylharnstoffe und Metformin) 90,0 Prozent
8. Schleifendiuretika (Furosemid) 45,0 Prozent
9. Calcium-Antagonisten (Amlodipin und Nitrendipin) 70,0 Prozent

Für folgende Arzneimittelgruppen bzw. Arzneimittel werden Höchst- bzw. Mindestwerte vereinbart:


Arzneimittelgruppen bzw. Arzneimittel Höchstwert
10. HMG-CoA-Reduktasehemmer und ezitimibhaltige Arzneimittel (Anteil von ezetimibhaltigen Arzneimitteln einschließlich Kombinationen) 3,9 Prozent
11. Antidiabetika exklusive Insuline (Anteil der GLP-1-Analoga) 0,7 Prozent


Arzneimittelgruppen bzw. Arzneimittel Mindestwert
12. Orale Opioide (Anteil von generischem oralen Morphin)35,0 Prozent
13. Clopidogrelhaltige Arzneimittel (Anteil der preisgünstigen generischen Clopidogrel-Besilat- Präparate) 40,0 Prozent
14. Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe (Anteil “biosimilarer” Wirkstoffe) 20,0 Prozent


Für die Richtgrößenprüfung bestimmt der Gesetzgeber, dass regelhaft nicht mehr als 5 Prozent der Ärzte einer Fachgruppe geprüft werden sollen. Für die dafür anstehenden
Auswahlverfahren zur Richtgrößenprüfung für das Verordnungsjahr 2010 soll die Erreichung möglichst vieler Ziele für den Arzt von Vorteil sein: Für jedes erreichte Ziel wird Ihnen ein Prozentpunkt der Richtgrößenüberschreitung
abgezogen.
Je nach Höhe der eventuellen Überschreitung kann damit die Durchführung der Prüfung vermieden werden.

Die jeweils erreichten Werte werden Ihnen im Rahmen der Frühinformation bekannt gegeben.

Heilmittel


Das Ausgabenvolumen für Heilmittel wurde auf einen Betrag von ca. 104,1 Mio. Euro festgesetzt. Gegenüber dem Ausgabenvolumen des Vorjahres von etwa 94,5 Mio. Euro beinhaltet die Steigerung eine Anpassung der Berechnungsgrundlage von 3,5 Prozent und für 2010 zusätzlich eine Weiterentwicklung um den Faktor der Zahl und Altersstruktur der Versicherten, Preisanpassungen, für innovative Heilmittel, Verlagerungen zwischen den Leistungsbereichen, Wirtschaftlichkeitsreserven sowie weitergehende Effekte in Höhe von 6,45 Prozent, auf Bundesebene war davon lediglich ein Faktor von 0,9 Prozent (für innovative Heilmittel und Verlagerungen zwischen den Leistungsbereichen) vereinbart worden.

Richtgrößen 2010


Die aus den o.g. Ausgabenvolumina abgeleiteten Richtgrößen für Arzneiund Verbandmittel sowie für Heilmittel 2010 werden gegenwärtig errechnet und Ihnen nach Abschluss der Neuberechnung unverzüglich bekanntgegeben.

Den Vertragstext der Vereinbarungen werden wir Ihnen in der nächstfolgenden Ergänzungslieferung zum Vertragsordner zur Verfügung stellen.

05.02.10




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