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Solidarität und Eigenbeteiligung müssen sich die Waage halten

KV-Vorsitzender Dr. Helming zu Möglichkeiten der individuellen Zuzahlung bei Arzneimitteln

Potsdam. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung, begrenzter finanzieller Ressourcen und sich stetig weiter entwickelnder medizinischer Möglichkeiten gelte es, so der Vorstands-Vorsitzende der KV Brandenburg (KVBB), Dr. med. Hans-Joachim Helming, auch neue Lösungsansätze zu diskutieren. Beispielsweise bei der Finanzierung der Arzneimittel.

„Was wir seit langem beim Zahnersatz haben und dort auch gut funktioniert, nämlich einen Festzuschuss, ist durchaus auch bei den Arzneimittelverordnungen denkbar. Die Krankenkasse bezahlt die wirtschaftlichste Verordnung, und wer ein teureres Medikament verordnet haben möchte, zahlt einen Festzuschuss dazu. Entweder über eine Zusatzversicherung oder direkt“, so Dr. Helming.

Damit würden die Ressourcen des solidarisch finanzierten Systems gerechter verteilt, und der mündige Versicherte könne auf diesem Wege sehr wohl mit entscheiden, welchen Zusatznutzen – beispielsweise die Häufigkeit der Anwendung pro Tag – er durch Eigenbeteiligung über den Festzuschuss der Kasse hinaus individuell finanzieren möchte.

Helming: „Dies ist gerecht gegenüber allen Beitragszahlern, es gibt keine Qualitätseinbußen, und es führt auch nicht in die oft beschriebene Zweiklassenmedizin.“ Für die Zukunft gebe es kein Vorbei an einer medizinischen Grundversorgung, die alle individuell nicht zu tragenden Risiken einschließen müsse, und Wahltarifen. Alles für alle und das auf dem höchsten, aktuellsten Stand der Medizin, der Pharmakologie, der Medizintechnik sei nicht finanzierbar. Wer das behaupte, verkennt die Realität, so der KV-Vorsitzende.

08.02.10

 Ansprechpartner 

Ralf Herre
Tel.: 0331 2868 196
Fax: 0331 2868 197