EBM-Änderungen

(überarbeiteter Stand vom 24.4.2017)

Wir haben für Sie umfassende Informationen zu den vom Bewertungsausschuss beschlossenen EBM-Änderungen zusammengestellt.

 

Die aktuelle Version des EBM können Sie auf der Website der KBV abrufen.


Fragen zum EBM und seinen Änderungen beantworten Ihnen die Mitarbeiter der Abrechnungsberatung der KVBB unter der EBM-Hotline 0331 982298 03.

 

Wünsche Sie eine weitergehende Beratung? Nutzen Sie das Angebot der Abrechnungsberatung EBM-Änderungen und andere aktuelle Themen bei Ihren Stammtischen vorzustellen und Ihre Fragen vor Ort zu beantworten.


Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die vorgenannte EBM-Hotline.

 

 

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Überblick zu den EBM-Neuerungen

 

EBM-Änderungen zum 01.04.2018

 

Arztgruppenübergreifender allgemeiner Versorgungsbereich

  • Laborreform
  • Keine PFG bei GOP 01738

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Thulium-Laserresektion im EBM
  • Psychotherapeutische Sprechstunde verpflichtend
  • Psychotherapeuten können Reha und Soziotherapie verordnen
  • Anpassung des Anhang 2

 

EBM-Änderungen zum 01.01.2018

 

Der Orientierungspunktwert für das Jahr 2018 ist auf 10,6543 Cent festgelegt.

 

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Neuaufnahme von Leistungen zur transurethralen Botulinumtoxin-Therapie in das Kapitel 8 und 26 EBM; GOP 08312, 08313, 26316, 26317
  • Änderungen zur Hörgeräteversorgung in den Kapiteln 9 und 20 EBM; Neubewertung der GOP 09372, 20372, 09373, 20373, 09374, 20374
  • Übergangsregelung zu den GOP 04413 bis 04416 und 13573 bis 13576 EBM (konvent. bzw. telemed. Funktionsanalyse eines Defibrillators/Kardioverters bzw. CRT-Systems) erneut verlängert
  • EBM - Detailänderungen Humangenetik  Abschnitt 11.3 EBM, Verlängerung der Übergangsfrist zur Abrechnung der GOP 11235 und 11236 EBM ohne Genehmigung der KV sowie die Neuaufnahme der GOP 19460 EBM in den Abschnitt 19.4.4 EBM
  • Änderung der Diagnosevorgaben zu den GOP 14313 (Zusatzpauschale kontinuierliche Mitbetreuung eines Patienten mit einer psychiatrischen Erkrankung…) und 14314 im Abschnitt 14.3  EBM
  • Änderung der ersten Anmerkung zu den GOP 30600 (Zusatzpauschale  Prokto-/Rektoskopie) und 30601 EBM (Zuschlag zur 30600), GOP 13260 EBM  wurde rausgestrichen

Arztgruppenübergreifender allgemeiner Versorgungsbereich

  • Aufnahme neuer  Pauschalen zum  Notfalldatenmanagement in den Abschnitt 1.6 EBM, GOP 01640, 01641,01642 EBM
  • Neuaufnahme von Leistungen zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysma in den Abschnitt 1.7.2 EBM, GOP 01747, 01748 EBM
  • Änderung der GOP 01630 (Medikationsplan), Streichung des Bezugs auf den Krankheitsfall und Aufnahme analoger Abrechnungsausschlüße

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Änderung der ersten Bestimmung im Abschnitt 32.2 EBM
  • Anhebung der Punktzahlen für intravitreale Medikamenteneingabe

Kostenpauschalen

  • Aufnahme einer Bestimmung Nr. 1 in den Abschnitt 40.4 EBM in Bezug auf das Versenden von e-Arztbriefen
  • Neuaufnahme der Kostenpauschale GOP 40161 (Kostenpauschale zu Leistungen der transurethralen Botulinumtoxin-Therapie) in den Abschnitt 40.5 EBM
  • Änderung der Überschrift zum Abschnitt 40.5 EBM, der Vermerk „Besuche durch Mitarbeiter“ wurde gestrichen

 

EBM-Änderungen zum 01.10.2017

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Epilation mittels Lasertechnik

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Neue Abrechnungssystematik bei Schrittmachersystemen
  • Ambulante Palliativmedizin - Neue Leistungen im EBM
  • Weiterführendes geriatrisches Assessment innerhalb von BAG auch ohne Überweisung möglich
  • Neuerungen Substitutionsbehandlung, Konsiliarius-Regelung und Take-Home-Vergabe
  • Streichung der GOP 32040 und der Kostenpauschale 40150

 

EBM-Änderungen zum 01.07.2017

  • Erweiterung der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1 Geschlechtsspezifikation

Hausärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme eines Screening des Herzens bei Neugeborenen in den EBM

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme der Möglichkeit der Abrechnung von Hausbesuchen von in Facharztpraxen tätigen nichtärztlichen Praxisassistenten in den EBM

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Redaktionelle Änderung der Nr. 3 der Präambel 30.12 EBM (Diagnostik und Eradikationstherapie im Rahmen von MRSA)
  • Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung - Aufnahme neuer GOP in den  EBM-Abschnitt 35.2
  • Änderung der 2. Anmerkung (rückwirkend zum 01.04.2017) zur GOP 35120 im Abschnitt 35.1 EBM
  • Änderung (rückwirkend zum 01.04.2017) der Bewertung der GOP 35150,35151 und 35152 sowie der GOP 22216, 22218, 23216, 23218,35151, 35152, 35254 und 35573; Kennzeichnung  der GOP 35151, 35254 und 35573 als Leistung der fachärztlichen Grundversorgung
  • Änderung der Bewertung der GOP 01713 bis 01720,01723 und 01732
  • Änderung der Bewertung der GOP 50110 und 50111 ( Tbc-Laborleistungen) sowie Neuaufnahme der GOP 50112 in den Abschnitt 50.1 EBM (einschl. Anpassung Anhang EBM)

EBM-Änderungen zum 01.04.2017
Hausärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme einer neuen Versorgungspauschale für Kindernephrologen in den EBM

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Vergütung von Telekonsilen zwischen Ärzten zur Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Neues Testverfahren – Stuhltest iFOBT
  • Anleitung zur Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten wird vergütet
  • Vergütung der Videosprechstunde geregelt
  • Neue Regelungen für Notfall- und Bereitschaftsdienst im EBM
  • Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung

 

EBM-Änderungen zum 01.01.2017
Hausärztlicher Versorgungsbereich

  • Neuregelung der qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA)
  • Erweitertes Kinderfrüherkennungsprogramm im EBM geregelt
  • Ausweitung der Abrechnungsmöglichkeiten für den Sozialpädiatrischen Zuschlag

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Humangenetik: EBM-Änderungen beschlossen

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Förderung für Versand und Empfang von eArztbriefen
  • Stufenweise Anhebung der Zuschläge für Infektionsdialyse
  • Telemedizin – Anforderungen in neuer Anlage 31 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) geregelt

 

Rückwirkende Änderung zum 01.04.2005

  • Psychotherapeuten erhalten Samstagssprechstunde

 

EBM-Änderungen zum 01.10.2016

 

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Aufnahme eines Bundeseinheitlichen Medikationsplans für Haus- und Fachärzte in den EBM

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme eines Aufklärungsgespräches im Rahmen des Mammographie-Screenings, GOP 01751 EBM
  • Kardiologen erhalten Dokumentation vergütet, GOP 34291, 40306 EBM

 

EBM-Änderungen zum 01.07.2016

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Aufnahme neuer Leistungen zur Spezialisierten geriatrischen Diagnostik und Versorgung in den EBM, GOP 30980, 30981, 30984 - 30986, 30988
  • Aufnahme neuer Leistungen in den EBM zur Stärkung der Pflegeheimversorgung, GOP 37100, 37102, 37105, 37113, 37120

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Weiterentwicklung der humangenetischen Gebührenordnungspositionen (Kapitel 11)
  • Aufnahme neuer EBM-Ziffern für Narkose bei Katarakt-OP, GOP 31840, 31841, 36840, 36841
  • Aufnahme delegationsfähiger Leistungen in den EBM, GOP 38100, 38105, 38200, 38205

 

EBM-Änderungen zum 01.04.2016

Arztgruppenübergreifender spezieller Versorgungsbereich

  • Aufnahme neuer telemedizinscher GOP 04418/13552 und GOP 01438 in den EBM

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme neuer GOP und OP-Verfahren in den EBM für belegärztlich tätige Fachärzte für Urologie
  • Erweiterte Verordnungsmöglichkeiten für Soziotherapie (GOP 30800, 30810 und 30811)
  • Arthroskopien bei Gonarthrose nur noch begrenzt GKV-abrechnungsfähig (GOP 31142 - 31145)

 

EBM-Änderungen zum 01.01.2016

Fachärztlicher Versorgungsbereich

  • Aufnahme der Tumordiagnostik mittels PET in den EBM für Fachärzte für Radiologie und Fachärzte für Nuklearmedizin
Detailinformationen

Änderungen mit Wirkung zum 01.04.2018

Laborreform 

Zum 01.04.2018 wird die Laborreform umgesetzt.

Neu ist, dass die bisherige Systematik des Laborbudgets, die die Kosten mit dem Budget und dem Wirtschaftlichkeitsbonus direkt verrechnet, umgestellt wird. Künftig wird der durchschnittliche individuelle Fallwert des Arztes (tatsächlich veranlasste und eigenerbrachte Laborkosten der Praxis) mit den begrenzenden Fallwerten in seiner Arztgruppe verglichen.

Weiterhin werden nunmehr einzelne Laboruntersuchungen den Kennnummern zugeordnet.

Somit befreien die Kennnummern zukünftig nur bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf die Kosten der erbrachten Laboruntersuchungen.

 

Weitere Informationen erhalten sie unter folgendem Link:

KBV - So können Ärzte ab April einen Wirtschaftlichkeitsbonus Labor erhalten - Praxisinformation erläutert neue Systematik

 

Keine PFG bei GOP 01738

Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass die GOP 01738 (Automatisierte quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) gemäß Abschnitt D. III. der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL), einschließlich der Kosten für das Stuhlprobenentnahmesystem und das Probengefäß) nicht zur fachärztlichen Grundversorgung gehört. Ärzte erhalten deshalb keine Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG), wenn sie im Behandlungsfall die quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung abrechnen. Diese Regelung gilt ab April. 

 

Hintergrund ist, dass die Durchführung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender Untersuchungen im Abschnitt 1.7 EBM generell nicht zur Grundversorgung zählen und deshalb von der Berechnungsfähigkeit der PFG ausgeschlossen sind. Dazu gehören auch Früherkennungsuntersuchungen.

 

Thulium-Laserresektion im EBM

Die Thulium-Laserresektion wird zum 1. April als weitere Methode zur Behandlung des obstruktiven benignen Prostatasyndroms in den Anhang 2 des EBM aufgenommen.

 

Die Abrechnung des Eingriffs erfolgt über die bereits bestehende GOP 36289 mit der OP-Kategorie RW3 (laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer) sowie dem dazugehörigen Zuschlag (GOP 36290). Die textlichen Anmerkungen der GOP werden entsprechend angepasst.

 

Die Berechnung der GOP 36289 und 36290 setzt eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zu nichtmedikamentösen, lokalen Verfahren zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) mittels Holmium-Laser voraus.

 

Die Thulium-Laserresektion dürfen Fachärzte für Urologie durchführen, die über nachgewiesene Erfahrung mit der Methode und die entsprechende Genehmigung der KVBB verfügen.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: PraxisNachrichten der KBV vom 11.01.2018.

 

Psychotherapeutische Sprechstunde verpflichtend

Ab dem 1. April 2018 ist die psychotherapeutische Sprechstunde gem. GOP 35151 EBM vor dem Beginn von probatorischen Sitzungen oder einer psychotherapeutischen Akutbehandlung verpflichtend. Vorgeschrieben sind mindestens 50 Minuten, die in Einheiten von je 25 durchgeführt werden können.

 

Sofern ein Therapeutenwechsel nach der Sprechstunde oder im Rahmen einer laufenden Richtlinientherapie stattgefunden hat oder Patienten aufgrund einer psychischen Erkrankung in einer stationären Krankenhausbehandlung oder rehabilitativen Behandlung waren, können probatorische Sitzungen und Akutbehandlungen auch weiterhin ohne Sprechstunde beginnen.

 

Hintergrund: Die Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung trat zum 1. April 2017 in Kraft. Im Rahmen der Übergangsregelung kann noch bis zum 31. März 2018 eine ambulante psychotherapeutische Behandlung auch ohne psychotherapeutische Sprechstunde beginnen.

 

Psychotherapeuten können Reha und Soziotherapie verordnen

Bereits seit Juni vergangenen Jahres dürfen Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ausgewählte Leistungen verordnen. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Möglich sind danach bei bestimmten Indikationen die Verordnung von Krankenhausbehandlungen und Krankenbeförderungen.

 

Zum 1. April 2018 können Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nun auch medizinische Rehabilitation und Soziotherapie verordnen.

 

Die Abrechnung der Erstverordnung der Soziotherapie erfolgt über die GOP 30810, die Folgeverordnung wird über die GOP 30811 abgerechnet jeweils auf dem Muster 26.

 

Die Verordnung einer Rehabilitation erfolgt über die GOP 01611 unter Verwendung des Muster 61. Nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses können Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Leistungen zur Rehabilitation nur bei bestimmten Diagnosen verordnen. Kostenträger ist die gesetzliche Krankenversicherung. Reha-Leistungen, für die die Rentenversicherung zuständig ist und die Kosten übernimmt, dürfen weiterhin nicht verordnet werden.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie unter: PraxisNachrichten der KBV vom 08.03.2018.

 

Anpassung des Anhangs 2

Die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) macht eine Anpassung des Anhangs 2 zum EBM erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes der Version 2018 und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2018 im Vergleich zur Version 2017.

 

Den vollständigen Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 411. Sitzung am 19. Dezember 2017 finden Sie hier.

 

Änderungen mit Wirkung zum 01.01.2018

Vergütung der transurethralen Botulinumtoxin-Therapie

Zur Vergütung der Aufwände im Zusammenhang mit der transurethralen Botulinumtoxin - Therapie werden zum 1. Januar 2018 insgesamt fünf neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

 

Jeweils zwei neue GOP sind dem gynäkologischen und dem urologischen Kapitel zugeordnet. Die Vergütung dieser Gebührenordnungspositionen sowie der bestehenden GOP 08311, 26310 und 26311 (Zystoskopien), die in derselben Sitzung mit den GOP 08312 oder 26316 (neue Zuschläge) erbracht werden, erfolgt extrabudgetär. Des Weiteren wird eine Sachkostenpauschale in den Abschnitt 40.5 EBM eingeführt. Hier die neuen GOP im Überblick.

 

Gebührenordnungs-position (GOP)

Bezeichnung

Vergütung*

08312

Zuschlag zur GOP 08311 für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

282 Punkte/
30,05 Euro

08313

Zuschlag zur GOP 08312 für die Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

143 Punkte/
15,24 Euro

26316

Zuschlag zu den GOP 26310 und 26311 für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

282 Punkte/
30,05 Euro

26317

Zuschlag zur GOP 26316 für die Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

143 Punkte/
15,24 Euro

40161

Kostenpauschale bei Durchführung einer transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin entsprechend den GOP 08312 und 26316 für den/die beim Eingriff eingesetzte(n) zystoskopische(n) Injektionsnadel(n), -kanüle(n) oder -katheter

45,00 Euro

* auf Basis des aktuell geltenden Orientierungspunktwertes 2018 (10,6543 Cent)

 

Zur Abrechnung der Zystoskopien nach den GOP 08311, 26310 und 26311 bei gleichzeitiger Botulinumtoxin-Therapie ist die bundeseinheitliche Kennzeichnung dieser GOP mit dem Buchstaben „T“ erforderlich.

 

Die Berechnung der GOP 08312 und 26316 EBM setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus. Zur Beantragung ist ein formloser Antrag unter Beifügung der entsprechenden

 

Änderungen zur Hörgeräteversorgung

Aufgrund  der Änderungen des Abschnitt C der Hilfsmittel-Richtlinie (Hörhilfen) erfolgten in den Kapiteln 9 (HNO) und 20 (Phoniatrie) zum 01.01.2018 einige Überarbeitungen. Da künftig die Diagnostik vor der Hörgeräteverordnung, die erste Nachuntersuchung sowie generell die Nachsorge nach einer Verordnung eines Hörgerätes umfangreicher wird, wurde die Bewertung der GOP für die Hörgeräteversorgung  angeglichen.

 

Gebührenordnungsposition

Bezeichnung

Bewertung in Punkten

bis 31.12.2017

ab 01.01.2018

09372/20372

Hörgeräteversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen

469

494

09373/20373

Zusatzpauschale für die erste Nachuntersuchung nach …

401

523

09374/20374

Zusatzpauschale  für die Nachsorge (n) bei Hörgeräteversorgung

347

452

 

Es erfolgt außerdem eine Ergänzung der obligaten Leistungsinhalte der oben genannten GOP um den Verweis auf die Hilfmittel-Richtlinie.

 

Schrittmachersysteme: Übergangsregelung erneut verlängert

Die Übergangsregelung zu den GOP für die konventionellen bzw. telemedizinischen Funktionsanalysen von Defibrillatoren/Kardiovertern bzw. CRT-Systemen (GOP 04413 – 04416 und 13573 – 13576 EBM) wurde ein weiteres Mal verlängert bis zum 30.06.2018.

 

 EBM-Änderungen Humangenetik und Labor

Die Übergangsfrist für die Abrechnung  der GOP 11235 und 11236 im Abschnitt 11.3 EBM ohne Genehmigung wurde nochmals bis zum 31.12.2018 verlängert. Die Verhandlungen über die dementsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung sind noch nicht abschließend.

Es erfolgt zum 01.01.2018 die Neuaufnahme der GOP 19460 (Nachweis der T790M-EGFR-Mutation) in den Abschnitt 19.4.4 EBM (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie). Der Nachweis  der T790M-EGFR-Mutation ist nach Fachinformation des Arzneimittels Tagrisso (Osimertinib) eine zwingend erforderliche Leistung. Die  Vergütung der GOP 19460 EBM erfolgt, wie die der Leistungen des gesamten Abschnitts 19.4.4 EBM extrabudgetär. 

Weiterhin werden im Abschnitt 19.4.3 Nr. 1 EBM die Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und –Onkologie  zum 01.01.2018 ergänzt.

 

Änderung von Diagnosevorgabe

Bei den GOP 14313 und 14314 (Zusatzpauschalen für die kontinuierliche Mitbetreuung eines Patienten mit einer psychischen Erkrankung…) gibt es zum 01.01.2018 in der jeweils ersten Anmerkung eine Änderung zu den Diagnosevorgaben. Sowohl bei der GOP 14313 EBM wie auch bei der GOP 14314 EBM wurde die Diagnosegruppen der Essstörungen (F50.0-) und der Stereotypen Bewegungsstörungen (F98.4-) angeglichen.

 

Änderung der ersten Anmerkung zur GOP 30600 und 30601

Mit Wirkung zum 01.01.2018 wurde bei den GOP 30600 und 30601 EBM der  Abrechnungsausschluss je Sitzung zur GOP 13260 EBM  (Zuschlag zu der GOP 13257 für Polypenentfernung (en)) aufgehoben. Es erfolgte die Streichung der GOP 13260 in den jeweils  ersten Anmerkungen zu den GOP 30600 und 30601 EBM.

 

Umsetzung und Vergütung für Notfalldatenmanagement (NFDM) beschlossen

Für die Erstellung, Aktualisierung und Löschung von Notfalldatensätzen auf der eGK werden zum 01.01.2018 drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

 

Gebührenordnungsposition

ab 01.01.2018

Bezeichnung

Bewertung

01640

Anlage eines Notfalldatensatzes

80 Punkte

01641

Pauschaler Zuschlag Notfalldatenmanagement

4 Punkte

01642

Löschen des Notfalldatensatzes

1 Punkt

 

Voraussetzung für die Abrechnung der neuen GOP ist, dass die Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen ist und nach Kenntnis der KV die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung des Notfalldatenmanagement vorliegen.

 

Die neuen Leistungen werden vorerst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

 

Neuaufnahme von Leistungen zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysma

Männliche Versicherte ab 65 Jahren können zukünftig einmalig an einer sonographischen Untersuchung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen teilnehmen. Zum 01.01.2018 werden zwei neue GOP in den Abschnitt 1.7.2 EBM aufgenommen.

 

Gebührenordnungsposition

ab 01.01.2018

Bezeichnung

Bewertung in Punkten

01747

Aufklärung zum Screening

57 Punkte

01748

Ultraschallscreening der Bauchaorta

148 Punkte

 

Beide GOP können von Hausärzten, Urologen, Internisten (mit und ohne Schwerpunkt), Chirurgen und Radiologen abgerechnet werden. Voraussetzung für die Abrechnung des Ultraschallscreenings ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Durchführung von Abdomen-Sonographien auf Grundlage der Ultraschallvereinbarung.


Die GOP 01748 ist neben der GOP 33042 (Sonographie Abdomen, 157 Punkte) abrechenbar, um bei Bedarf im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung auch weitere Organe des Abdomens sonographisch untersuchen zu können. Aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte ist dann ein Abschlag von 77 Punkten auf die GOP 33042 vorzunehmen, so dass zusätzlich zur GOP 01748 noch 80 Punkte vergütet werden. Über die Aufnahme einer entsprechenden bundeseinheitlichen Symbolnummer informieren wir umgehend.

 

Die beiden neuen GOP 01747 und 01748 werden als Präventionsleistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

  

Änderungen zur GOP 01630 (Medikationsplan)

Bei der GOP 01630 EBM wird zum 01.01.2018 der Bezug zum Krankheitsfall aus dem Leistungsinhalt gestrichen. Des Weiteren werden Abrechnungsausschlüsse zu inhaltsgleichen GOP neu formuliert. Es wurde  angepasst , dass die GOP 01630 EBM auch dann berechnet werden kann, wenn in einem der Vorquartale der Zuschlag zur Chronikerpauschale  bzw. zur Grundpauschale abgerechnet wurde.

 

Änderung der ersten Bestimmung im Abschnitt 32.2 EBM (Allgemeinlabor)

Es erfolgt die Streichung des 3. bis 6. Satzes der ersten Bestimmung im Abschnitt 32.2 EBM. Damit wird der Kostennachweis für Laborgemeinschaften endgültig aufgehoben.

 

Anhebung der Punktzahlen für intravitreale Medikamenteneingabe

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 08.02.2018)

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 413. Sitzung beschlossen, die Leistungen der intravitrealen Medikamenteneingabe rückwirkend zum 1. Januar 2018 höher zu bewerten.

 

Übersicht der alten und neuen Punktwerte:

 

GOP

Alt: Bewertung bis 31.12.2017 in Punkten

Neu: Bewertung ab 01.01.2018 in Punkten *

06334

100

129

06335

100

129

31371

1618

1683

31372

1618

1683

31373

2130

2216

36371

772

807

36372

772

807

*Anpassung der Punktzahlen gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2019

 

Aufnahme einer Bestimmung Nr. 1 in den Abschnitt 40.4 EBM 

Kostenpauschalen sind nicht für das Versenden eines elektronischen Arztbriefes (eArztbrief) berechnungsfähig. Es erfolgte die Aufnahme einer Bestimmung Nummer 1 in den Abschnitt 40.4 EBM zum 01.01.2018.

 

Änderung der Benennung des Abschnitt 40.5 EBM

Im Abschnitt 40.5 EBM sind bis lang die Besuche durch Mitarbeiter aufgeführt. Es erfolgt zum 01.01.2018 die Streichung des Vermerkes „Besuche durch Mitarbeiter“.

   

Änderungen mit Wirkung zum 01.10.2017

 

Epilation mittels Lasertechnik

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 03.08.2017)

 

Die Epilation mittels Lasertechnik kann bei Mann-zu-Frau-Transsexualität im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen über den EBM abgerechnet werden.

 

Voraussetzung ist eine Begutachtung, aus der hervorgeht, dass die medizinische Indikation zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen bei Transsexualität (ICD-10-GM: F64.0) besteht.

 

Insgesamt werden vier neue GOP in den EBM-Abschnitt 2.3 (Kleinchirurgische Eingriffe, allgemeine therapeutische Leistungen) aufgenommen.

 

Sie können von Hautärzten, Chirurgen und Gynäkologen für die Epilation im Gesicht und/oder am Hals sowie die Epilation an einer Hand und/oder beiden Händen berechnet werden.

 

Des Weiteren wurden einige inhaltliche und redaktionelle Änderungen im EBM vorgenommen.

 

Neue Abrechnungssystematik bei Schrittmachersystemen

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 29.06.2017)

 

Die telemedizinsche und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen wird künftig differenziert nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioveter bzw. Defibrillatoren und implantierten Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D).

 

Es werden in den Kapiteln 4 und 13 des EBM jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei für die telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die GOP 04417, 04418, 13552 und 13554 werden zeitgleich gestrichen. Die Bewertung der neuen GOP ist abhängig vom jeweiligen Aggregattyp, außerdem bleiben weiterhin die pädiatrischen Leistungen höher bewertet.

 

Die neuen GOP im Überblick:

Gebührenordnungsposition

ab 01.10.2017

Bezeichnung

Bewertung

          Internisten                                konventionell Kapitel 13 EBM

13571

Schrittmacher

189 Punkte

13573

Kardioverter /Defibrillator

350 Punkte

13575

CRT

431 Punkte

                                                           telemedizinisch Kapitel 13 EBM

13574

Kardioverter /Defibrillator

350 Punkte

13576

CRT

431 Punkte

          Pädiater                                      konventionell Kapitel 4 EBM

04411

Schrittmacher

347 Punkte

04413

Kardioverter/Defibrillator

641 Punkte

04415

CRT

789 Punkte

                                                      telemedizinisch Kapitel 4 EBM

04414

Kardioverter/Defibrillator

641 Punkte

04416

CRT

789 Punkte

 

Ambulante Palliativmedizin - Neue Leistungen im EBM

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 27.07.2017)

Die ambulante Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte wird erweitert. Dazu werden mehrere neue Leistungen in den EBM aufgenommen.

 

Patienten können im Rahmen der besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung behandelt werden. Dazu gehören die palliativmedizinische Ersterhebung und die Koor-dination der medizinischen und pflegerischen Versorgung der schwerstkranken Patienten, deren Lebenserwartung auf Tage, Wochen und Monate reduziert ist. Auch der Zeitaufwand für längere Hausbesuche, Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen werden ver-gütet. Die Honorierung erfolgt extrabudgetär.

 

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) sind nur dann berechnungsfähig, wenn der Patient keine SAPV erhält bzw. wenn die SAPV nur als Beratungsleistung verordnet ist.

 

Die haus- oder fachärztliche Grundversorgung (z.B. Hausbesuch, Beratung, Verordnung) bleibt wei-terhin neben der Voll- oder Teilversorgung durch ein SAPV-Team regelhaft erhalten und ist auch wei-terhin abrechenbar.

 

Ärzte benötigen für die Berechnung bestimmter Gebührenordnungspositionen (GOP) des neu einge-führten Kap. 37.3 EBM eine Genehmigung der KVBB. Die Anforderungen an die Genehmigung und der Versorgungsumfang sind in der Anlage 30 zum Bundesmantelvertrag geregelt.

Die bisherigen palliativmedizinischen Leistungen können weiterhin unabhängig von den neuen Leistungen erbracht und abgerechnet werden.

 

Weiterführendes geriatrisches Assessment innerhalb von BAG auch ohne Überweisung möglich

(vgl. KV-Intern 7/2017)

Das weiterführende geriatrische Assessment nach der GOP 30984 EBM kann innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften und MVZ in bestimmten Fällen auch ohne Überweisung abgerechnet werden. Bitte beachten Sie dabei, dass die Abklärungspauschalen GOP 30980 und 30981 EBM dann mit einem „D“ durch den Vertragsarzt zu kennzeichnen sind: 30980D und 30981D.

 

Neuerungen Substitutionsbehandlung, Konsiliarius-Regelung und Take-Home-Vergabe

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 06.07.2017)

Eine Substitutionsbehandlung nach der GOP 01950 kann nun auch im Rahmen von Hausbesuchen (GOP 01410 und 01413) erfolgen, wenn eine chronische Pflegebedürftigkeit vorliegt, die eine Substitutionsbehandlung in der Arztpraxis nicht zulässt.

 

Zur Abbildung des Aufwandes bei der Behandlung von Opiatabhängigen im Rahmen der Take-Home-Vergabe gemäß § 5 Abs. 9 BtMVV (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung) wird die GOP 01949 (69 Punkte) in den EBM aufgenommen. Sie ist je Behandlungstag, aber höchstens zweimal in der Behandlungswoche berechnungsfähig.

 

Eine weitere neue GOP wird für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Rahmen des Konsiliariusverfahrens gemäß § 5 Abs. 4 BtMVV in den EBM aufgenommen: die GOP 01960 (90 Punkte). 

 

Streichung der GOP 32040 und der Kostenpauschale 40150

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 09.03.2017)

Im Zusammenhang mit der Einführung des quantitativen immunologischen Tests zum Nachweis von fäkalem occultem Blut im Stuhl mit der neuen GOP 01737 zum 1. April 2017 werden nun die GOP 32040 und die Kostenpauschale 40150 für ausgegebene, aber nicht zurückerhaltene Testbriefe gestrichen.

 

Änderungen mit Wirkung zum 01.07.2017

Erweiterung der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1 Geschlechtsspezifikation

Neu ist, dass bei fehlender Kennzeichnung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit einem „X“ (für unbestimmtes Geschlecht), die Transsexualität bzw. Intersexualität mit dem entsprechenden ICD-10 Kode verschlüsselt werden muss. Weiterhin sind die entsprechend berechneten Leistungen im Behandlungsfall mit einer bundeseinheitlichen kodierten Zusatzkennzeichnung der Nr. 88150 zu versehen.

 

Aufnahme eines Screening des Herzens bei Neugeborenen in den EBM

(vgl. KBV - Screening des Herzens bei Neugeborenen ab Juli im EBM)

Zum Ende 2016 wurden die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen um das Pulsoxymetrie-Screening erweitert.  Entsprechend wurde nun die extrabudgetäre Vergütung festgelegt.

 

Das Screening wird über die GOP 01703 EBM abgerechnet und ist mit 16,53 € vergütet. Die GOP 01703 EBM enthält die eingehende Aufklärung der Eltern, die Untersuchung sowie die Wiederholung der Untersuchung innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis.

 

Erfolgt nach der Aufklärung der Eltern keine Pulsoxymetrie, so ist diese über die GOP 01702 EBM berechnungsfähig,  welche mit 2,95€ bewertet ist. Beide GOP sind bis zur Früherkennungsuntersuchung U2 berechnungsfähig.

 

Aufnahme der Möglichkeit zur Abrechnung  von Hausbesuchen von in Facharztpraxen tätigen nichtärztlichen Praxisassistenten in den EBM

(vgl. KBV - Auch Fachärzte können ab Juli Hausbesuche delegieren)

Bisher war es für nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) die in Facharztpraxen  tätig sind nur möglich, Visiten in Alten- und Pflegeheimen zu berechnen.  Nun sind auch die Hausbesuche für die NäPa in der Facharztpraxis berechnungsfähig.

 

Zur Abrechnung der Hausbesuche sind die zwei  neuen GOP 38202 und 38207 in das EBM-Kapitel 38 aufgenommen worden. Sie werden als Zuschläge zu den GOP 38100 und 38105 gezahlt (ohne Mengenbegrenzung).  Die Berechnungsfähigkeit der Zuschläge ist auf bestimmte Facharztgruppen beschränkt, vgl. Abschnitt 38.1 EBM. Fachärzte, die die Heim- und Hausbesuche an die angestellte NäPa delegieren, benötigen eine Genehmigung der KVBB.

 

Redaktionelle Änderung der Nr. 3 der Präambel 30.12 EBM (Diagnostik und Eradikationstherapie im Rahmen von MRSA)

(vgl. KBV - Kreis der MRSA-Risikopatienten erweitert)

Nach einem Krankenhausaufenthalt eines Patienten können  Vertragsärzte einen MRSA-Status erheben und bei Bestätigung des Verdachtes eine Sanierungsbehandlung durchführen, wenn bei dem Patienten bestimmte Risikofaktoren vorliegen.

Es erfolgte zum 01.07.2017 eine Anpassung bzw. Erweiterung des Kreises der MRSA-Risikopatienten in der Nr. 3 der Präambel 30.12 EBM auf Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO). Danach können Patienten, die folgende Risikokriterien erfüllen behandelt werden:

  • Patient mit positivem MRSA-Nachweis in der Anamnese

und/oder

  • Patient mit chronischer Pflegebedürftigkeit (Vorliegen eines Pflegegrades) und einem der nachfolgenden Risikofaktoren

    • Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten,
    • liegende Katheter (z.B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle)

und/oder

  • Patient mit Hautulkus, Gangrän, chronischer Wunde und/oder

tiefer Weichgewebeinfektion

und/oder

  • Patient mit einer Dialysepflicht.

Strukturreform der Psychotherapeutischen Versorgung – Aufnahme neuer GOP in den EBM-Abschnitt 35.2

Im Rahmen der Strukturreform wurde der EBM-Abschnitt 35.2 neu überarbeitet. Diese Überarbeitung betrifft die Einzel- und Gruppentherapien sowie die Strukturzuschläge. Der Abschnitt 35.2 EBM wurde in drei Abschnitte unterteilt:

35.2.1  Einzeltherapien (GOP 35401 bis 35425)  

35.2.2  Gruppentherapien (GOP 35503 bis 35559)  

35.2.3  Strukturzuschläge (GOP 35571 bis 35573)

Auch der Abschnitt 35.3 EBM (psychotherapeutische Testverfahren) ist von der Umstrukturierung betroffen, es werden neue GOP in diesen Abschnitt aufgenommen bzw. umbenannt (GOP 35600-35602).

 

Änderung (rückwirkend zum 01.04.2017) der 2. Anmerkung zur GOP 35120 im Abschnitt 35.1 EBM

Es gibt eine Änderung der zweiten Anmerkung zur GOP 35120 (Hypnose) im Abschnitt 35.1 EBM und damit die Streichung  der Abrechnungsausschlüsse zu den verhaltenstherapeutischen GOP. Somit sind in einer Sitzung eine Verhaltenstherapie und die Berechnung einer Hypnose möglich.

 

Änderung  der Bewertung der GOP 35150,35151 und 35152 sowie der GOP 22216, 22218, 23216, 23218,35151, 35152 und 35254 rückwirkend zum 01.04.2017  und des Weiteren die Neubewertung  der GOP 35573  zum 01.07.2017

Es erfolgte eine Änderung der Bewertung der nachfolgenden GOP:

Gebührenordnungspositionen

Bewertung bis zum 31.03.2017 in Punkten

Bewertung ab dem 01.04.2017 in Punkten

22216

164

170

22218

44

46

23216

164

170

23218

44

46

 

Bewertung ab dem 01.04.2017 in Punkten

35151

406 421

 

35152

 

406 421

 

35254

 

69 72

 

35573

 

69 72 (zum 01.07.2017)

 

Weiterhin erfolgte die Anpassung der Prüfzeiten bei den GOP 35151, 35152 (von 34 min auf 35 min). Die GOP 35151, 35254 und 35573 werden der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet.

 

Änderung der Bewertung der GOP 01713 bis 01720, 01723 und 01732 (Früherkennungsuntersuchungen)

Es erhöht sich  die Bewertung der Früherkennungsuntersuchungen um jeweils einen Punkt. Dies betrifft die Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 und J1 (GOP 01713 bis 01720 und 01723 EBM) sowie die Gesundheitsuntersuchung der Erwachsenen (GOP 01732 EBM).

 

Änderung der Bewertung  (Tbc-Laborleistungen) sowie Neuaufnahme von GOP im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV)

Es erfolgte im Abschnitt 50.1 EBM die Änderung der Bewertung der GOP 50110 und 50111. Des Weiteren erfolgt die Aufnahme einer neuen GOP 50112 (Quantitative Bestimmung einer in-vitro Interferon-gamma Freisetzung…) in den Abschnitt 50.1 EBM. Der Anhang 6 EBM wurde dementsprechend angepasst. Für alle drei Leistungen wurde die Festsetzung der Vergütung beschlossen, somit die Bewertung in Punkte aufgehoben.

 

Gebührenordnungspositionen

Bewertung bis zum 30.06.2017 in Punkten

Bewertung ab dem 01.07.2017 in Euro

50110

779

82,03€

50111

944

99,40€

50112

58,00€


KBV Praxisinformation:

Analytische Psychotherapie – Übersicht der neuen GOP zum 1. Juli

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Übersicht der  neuen  GOP zum 1. Juli

Verhaltenstherapie – Übersicht der neuen GOP zum 1. Juli

 

Änderungen mit Wirkung zum 01.04.2017

Aufnahme einer neuen Versorgungspauschale für Kindernephrologen in den EBM
(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 02.03.2017)
Für die nephrologische Betreuung von Kindern erhalten Pädiater ab April einen Zuschlag zur Versichertenpauschale von rund 100 Euro im Quartal. Dazu wird die neue Gebührenordnungsposition 04563 in den EBM aufgenommen.

Die Einführung der Versorgungspauschale haben KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss beschlossen. Damit soll der hohe Aufwand bei der Versorgung von nierenkranken Kindern besser vergütet werden.

Die neue Gebührenordnungsposition 04563 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale (04000) einmal im Behandlungsfall gewährt und ist mit 950 Punkten (100,04 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung zum festen Preis.

Abgerechnet werden kann der Zuschlag, wenn ein Versorgungsauftrag gemäß Paragraf 3 Abs. 3 Buchstabe e) Anlage 9.1 im Bundesmantelvertrag-Ärzte wahrgenommen wird.


Vergütung von Telekonsilen zwischen Ärzten zur Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen
(vgl. KV-Intern 2/2017)
Ab dem 1. April 2017 werden Telekonsile zwischen Ärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen vergütet.
Für die Abrechnung der Telekonsile wird der Abschnitt 34.8 in das Kapitel 34 (Diagnostische und interventionelle Radiologie, Computertomographie und Magnetfeld-Resonanz-Tomographie) des EBM aufgenommen.

 

Das Einholen einer telekonsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und/oder CT-Aufnahmen kann über die GOP 34800 EBM, (Vergütung 9,58 Euro), einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden. Mit der GOP 34800 EBM werden sowohl die ärztliche Tätigkeit als auch die beim elektronischen Versand der Aufnahmen entstehenden Kosten der Übermittlung vergütet.


Für die Befundung der Aufnahmen werden drei GOP in den EBM eingeführt. Die Finanzierung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär.
 

Befundung von RöntgenaufnahmenBefundung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34310, 34311, 34320, 34350 und 34351 EBMBefundung von CT-Aufnahmen nach den GOP 34312, 34321, 34322, 34322, 34330, 34340 bis 34344 EBM
GOP 34810 EBM   GOP 34820 EBMGOP 34821 EBM
Vergütung 11,58 EuroVergütung 29,06 EuroVergütung 40,96 Euro
110 Punkte 276 Punkte389 Punkte
je Konsiliarauftragje Konsiliarauftragje Konsiliarauftrag

Hinweis: Bei der Befundbeurteilung von CT-Aufnahmen entsprechend den GOP 34310, 34311, 34320, 34350, 34351 in Verbindung mit einem Zuschlag nach den GOP 34312, 34343 und 34344 ist ausschließlich die höher bewertete GOP 34821 abzurechnen.


Mit den GOP 34810, 34820 und 34821 EBM werden sowohl die ärztliche Tätigkeit als auch die beim elektronischen Versand des Konsiliarberichts entstehenden Kosten der Übermittlung vergütet. Das heißt, die Versandkostenpauschale GOP 40104 kann nicht abgerechnet werden.

Telekonsile dürfen nur von Vertragsärzten mit einer entsprechenden Genehmigung zur Durchführung von Röntgen- und/oder CT-Untersuchungen veranlasst oder durchgeführt werden. Die Ärzte müssen über die entsprechenden apparativen Voraussetzungen zur Befundung verfügen.

Für die Übermittlung der zu beurteilenden Röntgenbilder und die Befundbeurteilung durch den Konsiliararzt muss der Patient vorab seine schriftliche Einwilligung erteilen. Der Konsiliararzt übermittelt seine Befundung spätestens drei Werktage, nachdem der Auftrag eingegangen ist, an den behandelnden Arzt.

Ärzte können Telekonsile durchführen, wenn die medizinische Fragestellung nicht in das Fachgebiet des Arztes, der das Telekonsil einholt, fällt. Auch bei Vorliegen einer besonders komplexen medizinischen Fragestellung, die eine telekonsiliarische Zweitbefundung erforderlich macht, ist eine Abrechnung möglich.

Nicht berechnungsfähig sind diese GOP innerhalb von Medizinischen Versorgungszentren, Apparategemeinschaften und ähnlichen Einrichtungen sowie im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms.

 

Neues Testverfahren – Stuhltest iFOBT
(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 09.03.2017)
Ab dem 01. April 2017 ersetzt der quantitative immunologische Test zum Nachweis von fäkalem occultem Blut im Stuhl (iFOBT) den derzeit verwendeten Guajak-basierten Test (gFOBT).

Für Vertragsärzte, die die Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom durchführen, ändert sich zum 01. April 2017 Folgendes:

  • Die Gebührenordnungsposition (GOP) 01734 für die Untersuchung auf occultes Blut im Stuhl, die auch die Kosten für die Testbriefchen beinhaltete, wird gestrichen.
  • Mit der neuen GOP 01737 (57 Punkte) wird Folgendes vergütet:

    • die Ausgabe und Rücknahme des Stuhlprobenentnahmesystems,
    • die damit zusammenhängende Beratung (auch nach positivem iFOBT) und
    • die Veranlassung einer Untersuchung auf occultes Blut im Stuhl.

Abrechnen können alle Fachgruppen, die bisher die GOP 01734 berechnen konnten (Hausärzte, Chirurgen, Gynäkologen, Hautärzte, Internisten, Urologen). Das Stuhlprobenentnahmesystem beziehen die Ärzte über das Labor. Die Kosten hierfür sind in der Laborleistung enthalten.

Ein Guajak-basierter Nachweis von occultem Blut im Stuhl (gFOBT) ist somit ab 01. April 2017 im präventiven Bereich nicht mehr zulässig. Im kurativen Bereich kann dieser Test übergangsweise noch bis zum 30. September 2017 durchgeführt und abgerechnet werden.
Für Laborärzte ändert sich zum 01. April 2017 Folgendes:

  • Mit der neuen GOP 01738 (75 Punkte) ist die automatisierte quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl mit umgehender Befundübermittlung abgebildet. Sie ist einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
  • Bei kurativer Untersuchungsindikation ist die neue GOP 32457 (6,21 Euro) zur quantitativen immunologischen Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (Abschnitt 32.3.5) berechnungsfähig.
  • Für die Abrechnung des Tests ist eine vorherige Genehmigung durch die KVBB erforderlich.

 

Anleitung zur Glukosemessung mit Real-Time-Messgeräten wird vergütet
(vgl. PraxisNachrichten vom 02.03.2017)
Patienten mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf ein Real-Time-Messgerät zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM).

Für die Anleitung des Patienten beziehungsweise der Bezugsperson zur Selbstanwendung eines rtCGM werden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 03355, 04590 und 13360 zum 01. April 2017 in den EBM aufgenommen.

 

Gebührenordnungsposition FachgruppenVergütung
03355Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten jeweils mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ 72 Punkte/ 7,58 Euro
04590Kinder- und Jugendmediziner mit der Zusatzweiterbildung „Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie“ oder Diabetologie oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ 72 Punkte/ 7,58 Euro
13360Internist mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie oder der Qualifikation Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft“ 72 Punkte/ 7,58 Euro

Alle drei GOP sind inhaltsgleich und je vollendete 10 Minuten berechnungsfähig. Die Berechnung der GOP ist auf zehnmal im Krankheitsfall begrenzt.

 

Vergütung für Videosprechstunde geregelt
(vgl. PraxisNachrichten vom 23.02.2017)
Für die Durchführung von Videosprechstunden können Praxen bis zu 800 Euro jährlich pro Vertragsarzt erhalten. Vertragsärzte können für jede Videosprechstunde einen sogenannten Technikzuschlag mit der GOP 01450 EBM abrechnen. Dieser Zuschlag wird bis zu 50 Mal im Quartal gezahlt (auch mehrmals im Behandlungsfall), das entspricht einem Punktzahlvolumen von 1.899 Punkten.


Des Weiteren kann der Arzt-Patienten-Kontakt per Video (einmal im Behandlungsfall) mit der GOP 01439 EBM abgebildet werden, sofern im gleichen Behandlungsfall keine Versicherten- oder Grundpauschale zur Abrechnung kommt.

 

GebührenordnungspositionBezeichnungVergütung
01439Betreuung eines Patienten per Video88 Punkte/9,27 Euro
01450Zuschlag Videosprechstunde40 Punkte/4,21 Euro

 

Die Betreuung des Patienten im Rahmen der Videosprechstunde (GOP 01439 EBM) ist nur berechnungsfähig, wenn in den beiden Vorquartalen ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erfolgte.


Zu beachten ist, dass die 01439 und 01450 EBM berechnungsfähig sind, wenn die Verlaufskontrolle in der Videosprechstunde (im Rahmen einer Folgebegutachtung) durch dieselbe Arztpraxis durchgeführt wird, in der bereits eine Erstbegutachtung des Patienten stattgefunden hat.


Festgelegt wurden auch die Fachgruppen, die Videosprechstunden durchführen und abrechnen dürfen.


Für eine Reihe von GOP die mindestens 3 Arzt-Patienten-Kontakte fordern, wurde vereinbart, dass einer dieser Kontakte auch im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für die GOP 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340.


Leistungen der Videosprechstunde können nur abgerechnet werden, wenn die Voraussetzungen gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä erfüllt sind. In Bezug auf die technischen Anforderungen weist die Praxis dies durch eine Erklärung des Videodienstanbieters gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nach.


Neue Regelungen für Notfall- und Bereitschaftsdienst im EBM
(vgl. KV-Intern 2/2017)
Für den Notfall- und Bereitschaftsdienst gibt es ab 1. April 2017 neue Regelungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Um eine besonders aufwändige Versorgung im Rahmen des Notfall- beziehungsweise Bereitschaftsdienstes besser zu vergüten werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen.


Der diagnosebezogene Zuschlag (GOP 01223 und 01224) ist ausschließlich bei Patienten berechnungsfähig, die aufgrund der Art, Schwere und Komplexität der Erkrankung einer besonders aufwändigen Versorgung bedürfen. Sie werden als Zuschläge zu den Notfallpauschalen (GOP 01210 und 01212) gezahlt.


Dazu muss eine der folgenden Behandlungsdiagnosen gesichert vorliegen:

  • Frakturen im Bereich der Extremitäten proximal des Metacarpus und Metatarsus
  • Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit von weniger als 30 Minuten (S06.0 und S06.70)
  • Akute tiefe Beinvenenthrombose
  • Hypertensive Krise
  • Angina pectoris (ausgenommen: I20.9)
  • Pneumonie
  • Akute Divertikulitis    


Auch bei Patienten mit anderen Erkrankungen, die ebenfalls eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, können die GOP 01223 und 01224 im Einzelfall mit einer ausführlichen schriftlichen Begründung berechnet werden.


Der Zuschlag nach der GOP 01226 berücksichtigt den erhöhten Aufwand, der aufgrund einer schwierigen Kommunikation infolge bestimmter Grunderkrankungen, zum Beispiel Alzheimer, Demenz oder infolge des Alters (Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder) besteht. Er berücksichtigt außerdem den erhöhten Behandlungsaufwand bei geriatrischen Patienten mit Frailty-Syndrom. Dieser Zuschlag wird nur nachts (19 – 7 Uhr), ganztägig an Wochenenden, Feiertagen sowie am 24. und 31.12.) gewährt, da die Behandlung nicht durch den behandelnden Arzt erfolgen kann.

 

GebührenordnungspositionBezeichnungVergütung
01223Zuschlag Notfallpauschale zur GOP 01210128 Punkte/13,48 Euro
01224 Zuschlag Notfallpauschale zur GOP 01212195 Punkte/20,53 Euro
01226Zuschlag Notfallpauschale zur GOP 0121290 Punkte/9,48 Euro

        Die Abklärungspauschalen (GOP 01205 und 01207) können abgerechnet werden, wenn ein Patient in die reguläre vertragsärztliche Versorgung weitergeleitet werden kann, weil er kein Notfall ist.

 

GebührenordnungspositionBezeichnungVergütung
01205Notfallpauschale (Abklärung, Koordination I)45 Punkte/4,74 Euro
01207 Notfallpauschale (Abklärung, Koordination II)80 Punkte/8,42 Euro

 

Mit den neuen Pauschalen wird die Abklärung der Behandlungsnotwendigkeit und Koordination der weiteren Behandlung vergütet.

 

Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung

(vgl. KVIntern 3/2017 und KVIntern 4/2017)

Das ambulante psychotherapeutische Versorgungsangebot wurde zum 01. April 2017 erweitert und flexibler gestaltet mit dem Ziel, dem Patienten einen zeitnahen Zugang zu Psychotherapeuten zu ermöglichen.


Zu den Neuerungen gehört unter anderem die Psychotherapeutische Sprechstunde, bei der der Therapeut abklärt, ob und wie eine Weiterbehandlung des in der Sprechstunde vorstellig werdenden Patienten erfolgen soll.


Neu ist auch die Akutbehandlung. Sie soll eine schnelle Intervention ohne Antrags- und Genehmigungsverfahren ermöglichen. Darüber hinaus soll sie zur Besserung akuter psychischer Krisen beitragen


Die GOP für die neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde und die psychotherapeutische Akutbehandlung wurden in den Abschnitt 35.1 in den EBM aufgenommen.

 

Gebührenordnungsposition

Bezeichnung

Vergütung

35151

Psychotherapeutische Sprechstunde

421 Punkte/44,33 Euro

35152*

Psychotherapeutische Akutbehandlung

421 Punkte/44,33 Euro

* Der Ansatz dieser Ziffern führt zum Ausschluss des Zuschlags für die Psychotherapeutische Grundversorgung, siehe auch graphische Darstellung

 

Zusätzlich wird ein Strukturzuschlag für die psychotherapeutische Sprechstunde und die psychotherapeutische Akutbehandlung zur Deckung von Personalausgaben gezahlt.

 

Gebührenordnungsposition

Bezeichnung

Vergütung

35254

Zuschlag zur GOP 35151 und 35152

72 Punkte/7,58 Euro

 

Um Rückfälle zu vermeiden, wurden eine Rezidivprophylaxe eingeführt und die Stundenkontingente der einzelnen Angebote sowie die Art der Bewilligung (Anzeige, Antrag, gutachterpflichtiger Antrag) angepasst:

  • Kurzzeittherapie: antragspflichtig / grundsätzlich keine Gutachterpflicht / zwei Bewilligungsschritte für je 12 Therapieeinheiten / Umwandlung in Langzeittherapie gutachterpflichtig
  • Langzeittherapie: nur noch zwei Bewilligungsschritte / erstes Stundenkontingent erweitert und antrags- und gutachterpflichtig / zweites Kontingent Gutachterpflicht im Ermessen der Krankenkasse

Weitere Neuerungen:

  • Probatorische Sitzungen: vor Aufnahme einer Kurz- oder Langzeittherapie verpflichtend / zwei bis vier Sitzungen / Sitzungen auch nach Antragstellung möglich
  • Gruppentherapie: flexiblere Kombinationsmöglichkeiten aus Einzel- und Gruppentherapie möglich / einheitlich drei bis neun Teilnehmer
  • Formulare: alle PTV-Vordrucke überarbeitet /drei neue Formulare PTV 10, 11, 12 für Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung
  • Therapieeinheit: eine Therapieeinheit = 50 Minuten Einzeltherapie, 100 Minuten Gruppentherapie
  • Telefonische Erreichbarkeit: zur Terminvermittlung / mindestens 200 Minuten pro Woche und Praxis bei vollem Versorgungsauftrag / Mindesteinheit: 25 Minuten / Zeiten sind an KV zu melden
  • Terminservicestellen: vermitteln seit April Termine für Sprechstunden und Akutbehandlung, / keine Wunsch-Termine bei Wunsch-Therapeuten

 

Graphische Darstellung am Beispiel Einzeltherapie Erwachsene 


Graphische Darstellung am Beispiel Einzel-/Gruppentherapie Kinder und Jugendliche

Änderungen mit Wirkung zum 01.01.2017

Förderung für Versand und Empfang von eArztbriefen
(vgl. KV-Intern 2/2017)
Seit dem 1. Januar 2017 wird der elektronische Arztbrief finanziell gefördert. Voraussetzungen für die Förderung sind:

  • ein von der KBV für den eArztbrief zertifiziertes Modul für die Praxisverwaltungssoftware,
  • ein virtuelles privates Netzwerk (VPN),
  • ein Kommunikationsdienst mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (z. B. KV-Connect) sowie
  • der elektronische Heilberufeausweis.

Wie bereits in KV-Intern 12/2016 berichtet, erfolgt die Förderung sowohl für den Sender als auch für den Empfänger, da beide in die technische Infrastruktur investieren müssen. Für das Versenden und Empfangen sind folgende Symbolnummern berechnungsfähig:

 

SymbolnummerBezeichnungVergütung
86900Senden eines eArztbriefes 28 Cent
86901Empfangen eines eArztbriefes27 Cent

 

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Beim Versand gibt es allerdings abhängig von der Fachgruppe eine Obergrenze. Diese bestimmt sich aus der Anzahl der Behandlungsfälle. Relevant sind dafür alle Behandlungsfälle, ausgenommen Notfälle im organisierten Not(-fall)dienst.  Dabei können für einen Patienten auch mehrere Briefe verschickt werden.

 

Diese Obergrenzen werden wie folgt berechnet:

Für Fachärzte für Strahlentherapie:
Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 3.
Ein Beispiel: Ein Facharzt für Strahlentherapie mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 3.360 Mal abrechnen.

Für Labormediziner, Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie, Kardiologie, Nephrologie sowie schwerpunktübergreifend und Fachärzte für Radiologie und Nuklearmedizin:
Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 2.

 

Für alle anderen Fachgruppen mit dem Faktor 1.

 

Der elektronische Versand ersetzt den Postversand. Demnach sind die Kostenpauschalen nach Kapitel 40.4 EBM nicht berechnungsfähig. Die Abrechnung erfolgt dann über sogenannte Pseudoziffern. Erfolgt im selben Behandlungsfall ein Versand eines Arztbriefes an einen Vertragsarzt, der nicht an dem eArztbrief-Verfahren teilnimmt, sind die Kostenpauschalen nach Kapitel 40.4 EBM berechnungsfähig.

 

KostenpauschaleBezeichnungPseudoziffer
40120Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 20 g86902
40122Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 50 g 86903
40124Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 500 g86904
40126Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 1000 g 86905

            

Neuregelung der qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA)

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 15.12.2016)

Die Förderung von qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA) zur Entlastung von Haus-ärzten wird zum 01. Januar 2017 ausgeweitet. Mit der Anhebung der Strukturförderung, der Erhöhung der Vergütung für Besuche, der Absenkung der durchschnittlich zu erfüllenden Mindestfallzahl und der Verlängerung der Übergangsregelung werden weitere Anreize geschaffen und die Zugangs- und Abrechnungsvoraussetzungen erleichtert.

 

Hausärzte erhalten ab Januar 2017 eine fast doppelt so hohe Strukturförderung von bis zu 2.506 Euro im Quartal. Der GOP 03060 (Zuschlag zur hausärztlichen Strukturpauschale) wird die neue GOP 03061 zugesetzt.

 

Einen Zuschlag gibt es außerdem auf die Vergütung für Hausbesuche durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten, GOP 03062. Die Vergütung steigt von 17,32 Euro auf 19,95 Euro.

 

Für einen Mitbesuch (GOP 03063) werden 14,32 Euro statt 12,85 Euro gezahlt. Der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen beziehungsweise in anderen beschützenden Einrichtungen kann ab Januar über die höher bewertete GOP 03062 (bisher 03063) abgerechnet werden. Weitere Besuche bei anderen Patienten (Mitbesuche) in derselben sozialen Gemeinschaft sind weiterhin mit der GOP 03063 abzurechnen.

 

Neben der höheren Strukturförderung wurde die als Abrechnungsvoraussetzung zu erfüllende Mindestzahl von Behandlungsfällen, beziehungsweise die Mindestzahl der Patienten, die älter als 75 Jahre sind, abgesenkt. Ein Hausarzt mit einer vollen Zulassung erhält eine Genehmigung, wenn er durchschnittlich mindestens 700 Behandlungsfälle je Quartal (bisher 860) oder 120 Fälle über 75 jäh-riger Patienten (bisher 160) nachweist. Für jeden weiteren Hausarzt (entsprechend einer vollen Zu-lassung) in der Praxis erhöht sich die Fallzahl um 521 beziehungsweise um 80 Fälle je Arzt.

 

Die ursprünglich bis 31. Dezember 2016 befristete Übergangsregelung zum Einsatz von qualifizierten Nichtärztlichen Praxisassistenten in Ausbildung ist bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Damit können Hausärzte weiterhin schon dann eine Genehmigung erhalten, wenn sich der Assistent noch in der Ausbildung befindet. Gemäß § 8 Absatz 3 der Delegationsvereinbarung wird die Genehmigung auch dann erteilt, wenn nachgewiesen wird, dass die Fortbildung bereits begonnen wurde. In diesen Fällen wird die Genehmigung bis zum voraussichtlichen Fortbildungsende, längstens jedoch für vier Quartale befristet.

 

Erweitertes Kinderfrüherkennungsprogramm im EBM geregelt

(vgl. PraxisNachrichten der KBV vom 15.12.2016)

Seit 01.09.2016 ist die neu gefasste „Richtlinie zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres“ (Kinder-Richtlinie) in Kraft. Zum 01. Januar 2017 sind die neuen Inhalte im EBM geregelt. Neben der stärkeren Berücksichtigung von psychosozialen Aspekten und primärpräventiven Beratungen enthält die geänderte Richtlinie konkrete Vorgaben zur orientierenden Beurteilung der Entwicklung des Kindes in den Bereichen Fein- und Grobmotorik, Sprache, Perzeption/Kognition, soziale/emotionale Kompetenz und Inter

Häufige Fragen

Wird die Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) von der KVBB ergänzt?

Ja, die PFG wird als Service für die Vertragsärzte im Land Brandenburg von der KVBB automatisch zugesetzt.

Wird neben der Abrechnung mit der KVBB eine selektivvertragliche Behandlung abgerechnet, könnte diese die Berechnung der PFG ausschließen. Diese Fälle müssen von der Praxis mit der Symbolnummer 99220 gekennzeichnet werden.

Wie wird die Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) vergütet?

Innerhalb des fachärztlichen Versorgungsbereiches wird für die PFG ein eigener Honorarfonds gebildet, aus dem die PFG zum vollen Preis nach EURO-Gebührenordnung vergütet wird. Sofern die im Honorarfonds für die PFG zur Verfügung stehenden Mittel eines Quartals nicht ausreichen um die Zuschläge für die fachärztliche Grundversorgung zu vergüten, werden ggf. noch aus Vorquartalen des entsprechenden Jahres nicht ausgeschöpfte Vergütungsanteile verwendet. Weitere Über- und Unterschreitungen im Honorarfonds für die PFG werden zugunsten bzw. zulasten der Rückstellungen des fachärztlichen Versorgungsbereiches ausgeglichen.

 

Ist die PFG berechnungsfähig, wenn GOP nach der Onkologie-Vereinbarung abgerechnet werden?

Nein, die Kostenpauschalen 86510, 86512, 86514, 86516 und 86518 sind nicht Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung gemäß der Allgemeinen Bestimmungen 4.3.8 des EBM. Sie führen somit zum Ausschluss der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung.

 

Wie werden die GOP der geriatrischen, palliativmedizinischen sowie sozialpädiatrischen Versorgung vergütet?

Für diese GOP wird ein Honorarfonds im hausärztlichen Versorgungsbereich gebildet. Sofern die Höhe der bereitgestellten Mittel zur Vergütung dieser GOP nicht ausreicht, erfolgt honorarfondsspezifisch eine gleichmäßige Quotierung der Vergütungssätze.

 

Wie erfolgt die Vergütung des problemorientierten ärztlichen Gespräches im Zusammenhang mit einer lebensverändernden Erkrankung und der Zusatzpauschale für die Wahrnehmung des hausärztlichen Versorgungsauftrages?

Das problemorientierte ärztliche Gespräch und die Zusatzpauschale werden im Regelleistungsvolumen vergütet. Die über das Punktzahlvolumen des Gesprächskontingentes hinaus gehenden Gespräche werden nicht vergütet.

 

Berechtigt die Abrechnung des Basisassessment (GOP 03240, gültig bis zum 30.09.2013) zum Ansatz des hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplex (GOP 03362)?
Ja, die KVBB erkennt die GOP 03240 zur Abrechnung des hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplexes nach der GOP 03362 an. Für die Berechnung der GOP 03362 müssen die Ergebnisse eines geriatrischen Basisassessments vorliegen. Der hausärztlich geriatrische Betreuungskomplex ist auch in Fällen berechnungsfähig, in denen das geriatrische Basisassessment in Krankenhäusern mit geriatrischen Abteilungen oder im fachärztlichen Versorgungsbereich durchgeführt wurde und die Ergebnisse dem behandelnden hausärztlichen Vertragsarzt vorliegen. Die Durchführung des geriatrischen Basisassessments darf jedoch nicht länger als vier Quartale zurückliegen.

 

Ist der hausärztlich-geriatrische Betreuungskomplex (GOP 03362) nur im Zusammenhang mit der Abrechnung des hausärztlich-geriatrisches Basisassessment (GOP 03360) berechnungsfähig?
Nein, es gab eine Klarstellung des Bewertungsausschusses. Der hausärztlich geriatrische Betreuungskomplex ist auch in Fällen berechnungsfähig, in denen das geriatrische Basisassessment in Krankenhäusern mit geriatrischen Abteilungen oder im fachärztlichen Versorgungsbereich durchgeführt wurde und die Ergebnisse dem behandelnden hausärztlichen Vertragsarzt vorliegen. Die Durchführung des geriatrischen Basisassessments darf nicht länger als vier Quartale zurückliegen.

 

Sind spezielle Voraussetzungen für die Leistungen der geriatrischen Versorgung (GOP 03360/03362), der Palliativmedizinischen Versorgung (GOP 03370-03373, GOP 04370-04373) sowie der sozialpädiatrischen Versorgung (GOP 04355) erforderlich?

Nein, für diese GOP sind keine zusätzlichen Qualifikationsnachweise erforderlich.

 

Der Patient hat das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet. Was muss bei der Diagnosekodierung zur Abrechnung der hausärztlich geriatrischen Versorgung (GOP 03360, 03362) beachtet werden?

Hier sieht der EBM besonders strenge Regelungen vor. Die Abrechnung darf ausschließlich dann erfolgen, wenn mindestens eine der folgenden Erkrankungen vorliegt: F00-F02 dementielle Erkrankungen, G30 Alzheimer-Erkrankung, G20.1 Primäres Parkinson-Syndrom mit mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung und G20.2 Primäres Parkinson-Syndrom mit schwerster Beeinträchtigung.

 

Der Patient hat das 70. Lebensjahr vollendet. Was muss bei der Diagnosekodierung zur Abrechnung der hausärztlich geriatrischen Versorgung (GOP 03360, 03362) beachtet werden?

Für diesen Fall benennt der EBM keine Diagnosekodes, sondern beschreibt nur in verbaler Form geriatrietypische Morbiditäten. Zunächst einmal sind das alle Kodes im EBM, die auch für den Patienten vor dem 70. Lebensjahr gelten. Darüber hinaus kommen beispielsweise folgende ICD-Kodes in Betracht:

 

Z74.0 bis Z74.3beim Vorliegen einer Pflegestufe,
R42 bei multifaktoriell bedingte Mobilitätsstörung einschließlich Fallneigung und Altersschwindel
F03, F04, F05,0-.9, R41.8, R46.4 bei komplexer Beeinträchtigung kognitiver, emotionaler oder verhaltensbezogener Art,
R54 bei Frailty-Syndrom,
R13 bei Dysphagie,
R32 bei Inkontinenz(en),
R52.1 bei therapierefraktärem chronischem Schmerzsyndrom.

                            

Für alle genannten Fälle muss es sich aus unserer Sicht um gesicherte Diagnosen (G) handeln. Selbstverständlich kommen weitere Diagnoseschlüssel für die verbal beschriebenen Erkrankungen in Betracht. Besonders leicht können Sie den Anforderungen gerecht werden, wenn Sie es sich zur Gewohnheit machen, das Ergebnis der obligat auszuführenden Testverfahren zu verschlüsseln. Sie finden die passenden Diagnoseschlüssel im Bereich U50.10-U50.51, U51.10-U51.22.

 

Können die Chronikerzuschläge (GOP 03220/03221, GOP 04220/04221) auch bei einem Hausarztwechsel abgerechnet werden?
Ja, die Chronikerzuschläge können auch bei einem Hausarztwechsel abgerechnet werden. In diesem Fall müssen sowohl der Name des bisherigen Hausarztes als auch die stattgefundenen Arzt-Patienten-Kontakte dokumentiert werden. Dabei sind die Chronikerzuschläge entsprechend der Präambel zusätzlich mit den Buchstaben „H“ zu kennzeichnen (beispielsweise GOP 03220H oder GOP 03221H). Vertretungsfälle sind nicht mit einem Hausarztwechsel gleichzusetzen.

 
Können die Chronikerzuschläge (GOP 03220/03221, GOP 04220/04221) nur in Behandlungsfällen berechnet werden, in denen GOP der hausärztlichen Grundversorgung abgerechnet werden?
Ja, das ist richtig. In Behandlungsfällen, in denen GOP abgerechnet werden, die nicht zum grundsätzlichen hausärztlichen Versorgungsauftrag gehören, sind die Chronikerzuschläge nicht berechnungsfähig.


Folgende GOP zählen nicht zur hausärztlichen Grundversorgung und schließen somit die Berechnung der Chronikerzuschläge aus:

  • Kapitel 30.5 (Phlebologie),
  • Kapitel 30.7 (Schmerztherapie),
  • Kapitel 30.9 (Schlafstörungsdiagnostik),
  • GOP 35111 bis 35113 (Übende Verfahren, Autogenes Training),
  • GOP 35120 (Hypnose),
  • GOP 35130, 35131 (Bericht an den Gutachter),
  • GOP 35140 bis 35142 (Biographische Anamnese),
  • GOP 35150 (Probatorische Sitzung),
  • Kapitel 35.2 (Antragspflichtige Psychotherapie)
  • KO-Liste (§ 6 Anlage 5 Bundesmantelvertrag),
  • Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 Bundesmantelvertrag)
  • Kapitel 4.4 und 4.5 (Schwerpunkt pädiatrische Kapitel)[1]

[1] mit Wirkung zum 01.04.2014


Hat die Fallzahl Einfluss auf die Höhe der Zusatzpauschale für die Wahrnehmung des hausärztlichen Versorgungsauftrages (GOP 03040/04040)?
Ja, es gibt eine Sonderregelung nach EBM. Für Praxen mit weniger als 400 Behandlungsfällen je hausärztlich tätigen Arzt wird ein Abschlag in Höhe von 14 Punkten vorgenommen. Bei Praxen mit mehr als 1200 Behandlungsfällen je hausärztlich tätigen Arzt wird ein Aufschlag in Höhe von 14 Punkten vorgenommen.

 

Welche Fälle zählen für die Ermittlung des Auf-/bzw. Abschlages der Zusatzpauschale für die Wahrnehmung des hausärztlichen Versorgungsauftrages (GOP 03040/04040)?

Relevant für die Fallzählung sind gemäß Präambel Kapitel 3.1, Abs. 11 Behandlungsfälle nach § 21 Abs. 1 und Abs. 2 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä), ausgenommen Notfälle im organisierten Not(-fall)dienst und Überweisungsfälle zur Durchführung ausschließlich von Probenuntersuchungen oder zur Befundung von dokumentierten Untersuchungsergebnissen und Behandlungsfälle, in denen ausschließlich Kostenerstattungen des Kapitels 40 berechnet werden, sowie stationäre (belegärztliche) Behandlungsfälle.

 

Muss die Versichertenpauschale nach den fünf Altersklassen differenziert werden?

Nein, in der Praxis wird nur die Versichertenpauschale nach der GOP 03000/04000 bwz. GOP 03010/04010 eingegeben. Im Praxisverwaltungssystem wird die VP dann automatisch in Abhängigkeit vom Patientenalter in eine altersklassenspezifische, kodierte Zusatznummer zur Abrechnung an die KV umgesetzt. Diese kodierte Zusatznummer muss zwingend zur Abrechnung an die KV übermittelt werden.

 

Wird die Zusatzpauschale für die Wahrnehmung des hausärztlichen Versorgungsauftrags (GOP 03040/04040) von der KVBB zugesetzt?

Ja, die Zusatzpauschale wird in den entsprechenden Behandlungsfällen von der KVBB gesetzt.

 

Ist das problemorientierte ärztliche Gespräch (GOP 03230/04230) bei einem Patienten mehrfach berechnungsfähig?
Ja, das problemorientierte ärztliche Gespräch ist je vollendete 10 Minuten pro Patient mehrfach im Quartal berechnungsfähig. Voraussetzung ist, dass das Gespräch im Zusammenhang mit einer lebensverändernden Erkrankung steht und mindestens 10 Minuten dauert.
Jede Praxis erhält ein quartalsbezogenes Gesprächskontingent. Die Höhe des Kontingentes ergibt sich aus der Multiplikation der Behandlungsfallzahl mit 45 Punkten. Die über das Punktzahlvolumen des Gesprächskontingentes hinausgehenden Gespräche werden nicht vergütet.

Ist das problemorientierte ärztliche Gespräch im Zusammenhang mit einer lebensverändernden Erkrankung (GOP 03230/04230) neben den Chronikerzuschlägen (GOP 03220/03221, GOP 04220/04221) berechnungsfähig?
Ja, gemäß EBM schließen sich die Chronikerzuschläge und das problemorientierte ärztliche Gespräch im Zusammenhang mit einer lebensverändernden Erkrankung nicht aus.


Wie erfolgt die Abrechnung der Chronikerzuschläge (GOP 03220/03221, GOP 04220/04221)?
Die Chronikerzuschläge sind als Zuschlag zur Versichertenpauschale (GOP 03000, GOP 04000) berechnungsfähig. Die GOP 03220/04220 kann bereits bei einem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt abgerechnet werden.

Liegen mindestens zwei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall vor, kann stattdessen die GOP 03221/04221 berechnet werden. Im Behandlungsfall kann nur ein Chronikerzuschlag berechnet werden. Zur Vereinfachung der Prüfung wird empfohlen, die GOP 03221/04221 an den zweiten Arzt‐Patienten‐Kontakt zu setzen.

In diabetologischen- und HIV-Schwerpunktpraxen können bei Überweisung von Hausärzten neben der GOP 03010 die Chronikerzuschläge abgerechnet werden. Die entsprechende ICD-10-Kodierung ist auf der Überweisung anzugeben.

 

Kann die psychosomatische Grundversorgung (GOP 35100, GOP 35110) wie bisher durch Hausärzte berechnet werden?
Ja, hinsichtlich der Abrechnung im Zusammenhang mit den EBM-Änderungen sind keine Änderungen erfolgt. Die psychosomatische Grundversorgung ist genehmigungspflichtig.

 

 

Ansprechpartner
Die EBM-Abrechnungsberatung beantwortet Ihre Fragen zu den Änderungen des EBM unter der Rufnummer
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