Dieser Fall wird gemanagt

„agnes zwei“ – eine neue Struktur mit neuem Inhalt nimmt Gestalt an

Sie ist das jüngste Kind der Arbeitsgemeinschaft Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg, kurz IGiB: „agnes zwei“, Fallmanagerin in der Arztpraxis, dem Ärztehaus, MVZ oder Ärztenetz. „agnes zwei“ unterscheidet sich fundamental von ihrer „berühmten“ Vorgängerin, denn anders als diese, unterliegt sie nicht deren restriktiven Begrenzungen und Einengungen.

Im Gegenteil, „agnes zwei“ kann, und da sind sich die „Eltern“ sicher, wird vielen brandenburgischen Vertragsärzten in Zukunft eine wertvolle Unterstützung sein (können). Zurzeit laufen im Land Brandenburg mehrere Modellversuche; in einer Hausarztpraxis in Kyritz, einer Facharztpraxis in Fürstenwalde, einem MVZ in Lübbenau und, wenn diese Ausgabe von „KV-Intern“ ausgeliefert wird, sicher schon in zwei oder drei weiteren ärztlichen Einrichtungen in anderen Regionen.

Mit diesen Modellen sollen Erfahrungen gesammelt werden über die inhaltlichen Tätigkeiten der „agnes zwei“, die dafür notwendigen qualitativen Voraussetzungen sowie natürlich die Honorierung dessen, was „agnes zwei“ so macht oder machen könnte.

Eines steht dabei fest: Ihre Tätigkeiten werden vor allem den Vertragsarzt entlasten und zugleich für die Patienten Hilfe und Unterstützung sein. Sie wird jene „Fälle“ managen, die sehr zeitaufwendig und ausgesprochen vielschichtig sind. Das Spektrum reicht dabei von der Terminvermittlung bei Fachärzten, über alle Fragen beispielsweise der Krankenhauseinweisung, der Organisation ambulanter Rehabilitation oder spezieller poststationärer Behandlungen bis hin zur Bestellung von Heilund Hilfsmitteln.

Dieses Fall- und Schnittstellenmanagement macht das Gros ihrer Tätigkeiten aus und wird ergänzt durch Hausbesuche mit entsprechenden delegierbaren Leistungen sowie betreuenden, fürsorgerischen Aufgaben.

Als jüngstes Kind der IGiB beschränkt sich die Inanspruchnahme vorerst auf Versicherte der AOK Nordost und BARMER GEK Berlin-Brandenburg als die zwei Kassenpartner im Verbund mit der KV Brandenburg.

Wer kann alles „agnes zwei“ sein? Alle examinierten Krankenschwestern, Fachwirte der ambulanten medizinischen Versorgung sowie medizinische Fachangestellte, die bereits drei Berufsjahre oder die Qualifikation als nichtärztliche Praxisassistentin haben. Basierend auf dieser Grundlage wird zurzeit in der KV Brandenburg ein Schulungskonzept entwickelt, in dem detaillierte spezielle Ausbildungsinhalte für eine weitere Qualifikation insbesondere in Managementaufgaben erarbeitet wird.

15.04.2011