Förderung für Versand und Empfang von eArztbriefen

Seit dem 1. Januar 2017 wird der elektronische Arztbrief finanziell gefördert. Voraussetzungen für die Förderung sind:

  • ein von der KBV für den eArztbrief zertifiziertes Praxisverwaltungssystem,
  • ein Kommunikationsdienst über ein VPN-Netzwerk und einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (z. B. KV-Connect) sowie
  • der elektronische Heilberufeausweis für die Signatur.

Wie bereits in „KV-Intern“ 12/2016 berichtet, erfolgt die Förderung sowohl für den Sender als auch für den Empfänger, da beide in die technische Infrastruktur investieren müssen.

Für das Versenden und Empfangen sind folgende Symbolnummern berechnungsfähig:

 

Symbolnummer

Bezeichnung

Vergütung

86900

Senden eines eArztbriefes

28 Cent

86901

Empfangen eines eArztbriefes

27 Cent

 

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Beim Versand gibt es allerdings abhängig von der Fachgruppe eine Obergrenze. Diese bestimmt sich aus der Anzahl der Behandlungsfälle. Relevant sind dafür alle Behandlungsfälle, ausgenommen „Not”fälle im organisierten Bereitschaftsdienst. Dabei können für einen Patienten auch mehrere Briefe verschickt werden.

 

Diese Obergrenzen werden wie folgt berechnet: Für Fachärzte für Strahlentherapie: Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 3. Ein Beispiel: Ein Facharzt für Strahlentherapie mit 1.120 Behandlungsfällen im Quartal darf die GOP 86900 in diesem Zeitraum maximal 3.360 Mal abrechnen.

 

Für Labormediziner, Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie, Kardiologie, Nephrologie sowie schwerpunktübergreifend und Fachärzte für Radiologie und Nuklearmedizin: Die Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal, multipliziert mit dem Faktor 2.

 

Für alle anderen Fachgruppen mit dem Faktor 1.

 

Der elektronische Versand ersetzt den Postversand. Demnach sind die Kostenpauschalen nach Kapitel 40.4 EBM nicht berechnungsfähig. Erfolgt im selben Behandlungsfall ein Versand eines Arztbriefes an einen Vertragsarzt, der nicht an dem eArztbrief- Verfahren teilnimmt, sind die Kostenpauschalen nach Kapitel 40.4 EBM berechnungsfähig. Die Abrechnung erfolgt dann über sogenannte Pseudoziffern.

 

Kostenpauschale

Bezeichnung

Pseudoziffer

40120

Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 20 g

86902

40122

Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 50 g

86903

40124

Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 500 g

86904

40126

Kostenpauschale für die Versendung bzw. den Transport von Briefen und/oder schriftlichen Unterlagen bis 1000 g

86905

 

 

 

21.02.2017