Honorarverteilung I. Quartal 2015

Der Honorarverteilung liegt der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) für das
Quartal I/2015 zugrunde. Wesentliche Änderungen betreffen vor allem Anpassungen
im Bereich der förderungswürdigen Leistungen (Anlage 3 HVM). Diese
finden Sie im Detail auf der Internetseite der KVBB unter der Rubrik Praxis/
Honorar. Beispielsweise seien die folgenden Punkte genannt:

  • Erweiterte Förderung der Mitbesuche (Entfallen der Einschränkung auf Heimpatienten) und Wegfall des Zuschlages für den dringenden Besuch
  • Erweiterung der fallzahlabhängigen Förderung im hausärztlichen Versorgungsbereich bei einem Versorgungsgrad von unter 90 Prozent (in Höhe von 4 Euro ab dem 1.000-sten Behandlungsfall)
  • Entfallen der Förderung im Bereich CT /MRT
  • Aufnahme der Förderung für die Ultraschalldiagnostik (Kap. 33 EBM)
  • Aufnahme Förderung der Probatorik (GOP 35150 EBM) und von Berichten gemäß den GOP 35130 und 35131 EBM
  • Weitere Preisdifferenzierungen, z. B. Anhebung im Bereich der Hyposensibilisierung

Für die Entwicklung der Honorare waren zudem die neu in den Einheitlichen
Bewertungsmaßstab aufgenommenen Leistungen relevant. Zu nennen sind insbesondere
die Leistungen für die nicht-ärztlichen Praxisassistenten (GOP 03060,
03062, 03063 EBM), die Aufnahme von Zuschlägen zu den pauschalen zur Förderung
der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) und die Einführung einer
PFG für Internisten mit Schwerpunkt.

 

Die regionale Vereinbarung zur Gesamtvergütung für das Jahr 2015 ist in den
Grundzügen mit den Krankenkassen abgestimmt, jedoch noch nicht unterzeichnet.
Daher konnten noch nicht alle Regelungen berücksichtigt werden.
Wesentliche Faktoren, wie die Anhebung des Orientierungswertes um
1,4 Prozent und eine Steigerung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung
in Höhe von 0,9786 Prozent kamen bereits zum Ansatz.

 

Das I. Quartal des Jahres 2015 fiel außerordentlich leistungsstark aus. Dies
betrifft zum wiederholten Male speziell die Abrechnung von Laborleistungen,
welche zu einer deutlichen Überschreitung des vorgesehenen Honorarfonds von mehr als 2,1 Mio. Euro führte. Diese Beträge reduzieren im Ergebnis die
Mittel, welche im haus- und fachärztlichen Bereich, für die Vergütung von Überschreitungsleistungen
verwendbar sind.

 

Weitere Eckdaten der Honorarverteilung
Für die Honorarverteilung des I. Quartals 2015 stand eine MGV in Höhe von
ca. 198,5 Mio. Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel für EGV-Leistungen in
Höhe von ca. 75,8 Mio. Euro. Der Orientierungspunktwert für das Jahr 2015
beträgt 10,2718 ct.


Die Versichertenentwicklung im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung
Brandenburg stellt sich stabil dar. Im Vergleich zum Vorjahrsquartal bestätigt
sich tendenziell ein leichter Anstieg der Gesamtversichertenzahl um ca.
0,35 Prozent, wobei eine Fluktuation innerhalb der Krankenkassen erkennbar
ist. Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen ist weiterhin ein Rückgang der Versichertenzahlen
um ca. 2 Prozent erkennbar. Die Ersatzkrankenkassen hingegen
hatten einen Zuwachs von ca. 1,6 Prozent. Welchen Einfluss die Einführung
der variablen Zusatzbeiträge der Krankenkassen auf die Mitgliederstrukturen
hat, wird erst längerfristig zu beurteilen sein.

 

 

Die durchschnittliche Überschreitung der Regelleistungsvolumina betrug bei
Hausärzten ca. 6 Prozent und bei Fachärzten ca. 18 Prozent. Die das RLV überschreitende
Leistungsmenge konnte für Hausärzte zu 38,613 Prozent und für
Fachärzte zu 15,973 Prozent des jeweiligen Orientierungspunktwertes vergütet
werden. Die bereits erwähnten Stützungserfordernisse im Honorarfonds Labor
führten zu einer Minderung der Auszahlungsquoten bei den Fachärzten und
Hausärzten von ca. 10 bis 20 Prozent-Punkten.

 

Die Finanzierungssituation des Honorarfonds für die Leistungen der geriatrischen
bzw. palliativmedizinischen Versorgung sowie der Sozialpädiatrie hat
sich im I. Quartal nur unmerklich verbessert. Aufgrund der weiterhin nicht ausreichend
zur Verfügung gestellten Mittel liegt die Auszahlungsquote aktuell bei
39,045 Prozent.

 

Im Honorarfonds Bereitschaftsdienst erfolgt die Vergütung der Notfallbehandlungen
durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende
Ärzte, Institute und Krankenhäuser während der Zeiten des organisierten Notfalldienstes
mit einer Quote von 85,206 Prozent des Orientierungspunktwertes.

 

Die Verteilung der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina ist auf der
nächsten Seite tabellarisch dargestellt:

 

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal I/2015

86,7 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Rückstellungen/Einstellungen/Bereinigungen

-1,4 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

3,8 Mio. €

 

Einzelleistungen/Förderungen

1,9 Mio. €

 

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,3 Mio. €

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,2 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,003 Mio. €

89,152 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

3,0 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die Leistungen der geriatrischen und palliativmedizinischer Versorgung, der Versorgung von Kindern mit chronischen Krankheiten

1,1 Mio. €

39,045 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

78,0 Mio. €

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal I/2015

90,2 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,5 Mio. €

73,317 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

3,8 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Einstellungen/Bereinigungen

-0,6 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

13,6 Mio. €

 

Einzelleistungen/Förderungen

1,5 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

7,0 Mio. €

 

   

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,3 Mio. €

82,005 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,9 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,02 Mio. €

88,758 %

Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser außerhalb der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

0,5 Mio. €

84,574 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100  %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,2 Mio. €

58,317 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,4 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,03 Mio. €

77,135 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,04 Mio. €

73,807 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(für Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird.)

0,2 Mio. €

100 %

Honorarfonds Psychotherapie

(für übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten.)

1,0 Mio. €

75,492 %

Honorarfonds Nephrologie

(für Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt.)

0,2 Mio. €

82,835 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

61,9 Mio. €

 

 

Einen Überblick über die außerhalb der MGV gezahlten Vergütungen / Kosten gibt die nachfolgende Tabelle:

Leistungen außerhalb der MGV - Quartal I/2015

Leistungen des ambulanten Operierens

9,9 Mio. €

Präventionsleistungen

12,8 Mio. €

Mammographie-Screening

1,8 Mio. €

Strahlentherapie

2,3 Mio. €

DMP

9,0 Mio. €

Impfen

1,4 Mio. €

Wegepauschalen

0,9 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

8,5 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,2 Mio. €

Dialysesachkosten

14,3 Mio. €

Restliche Leistungen/Sonderverträge

12,7 Mio. €

 

 

 

 

 

 

25.08.2015