Honorarverteilung im IV. Quartal 2013

Maßgeblich für die Honorarverteilung ist die vom Landesschiedsamt (LSA) am 28.8.2013 festgesetzte Vereinbarung zur Gesamtvergütung 2013 in Verbindung mit dem von der Vertreterversammlung am 6.9.2013 beschlossenen Honorarverteilungsmaßstab (HVM), mit Gültigkeit ab dem 1.10.2013

 

Zum 1. Oktober 2013 sind wesentliche Veränderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vorgenommen worden. Aus der Angleichung und Anhebung des Orientierungswert (vorher: 3,5363 Cent) und des kalkulatorischen Punktwert (vorher: 5,11 Cent) auf jeweils 10 Cent resultierend entsprechende Absenkungen der Punktbewertungen im EBM. Außerdem erfolgten in beiden Versorgungsbereichen strukturelle Änderungen.

 

Fachärztlicher Versorgungsbereich:

Zur Stärkung der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung erfolgte die Aufnahme der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG). Diese ist einmal im Behandlungsfall abrechnungsfähig, sofern ausschließlich konservative Maßnahmen durchgeführt wurden. Gemäß HVM konnte in diesem Quartal die PFG zu den Preisen der Euro-Gebührenordnung honoriert werden.

Darüber hinaus erfolgte eine Neubewertung der humangenetischen Leistungen.

 

Hausärztlicher Versorgungsbereich:

Im hausärztlichen Versorgungsbereich wurden wesentliche Veränderungen an der Struktur der EBM-Kapitel vorgenommen. Die Versichertenpauschale wird stärker nach dem Alter differenziert und aus der „alten“ Pauschale gehen zwei weitere Pauschalen hervor – die Vorhaltepauschale sowie Gesprächsleistungen.

 

 

Bisher  Neu
RLVRLV
Versichertenpauschale

Versichertenpauschale
Vorhaltepauschale
Gesprächsleistung
ChronikerpauschaleChronikerpauschale 1
Chronikerpauschale 2
Restliche
RLV‐Leistungen
Restliche
RLV‐Leistungen

 

Weiterhin erfolgte eine Neuregelung des Chronikerzuschlages sowie die Einführung neuer Leistungen im Bereich der Geriatrie, der Palliativmedizin und der Sozialpädiatrie.

 

Die Abrechnung nach dem „restrukturierten“ EBM ergab – nach Herausrechnung von Mengen- und Preiseffekten – für die Hausärzte einen Rückgang im Leistungsbedarf je Fall von ca. 1,5 Prozent. Dieser Effekt ist größtenteils auf die Veränderung im Bereich der Chronikerpauschalen und die Nichtausschöpfung der Gesprächskontingente (4,50 Euro je Behandlungsfall) zurückzuführen. Über 2/3 der Hausärzte unterschreiten das Gesprächsbudget.

 

Im Bereich der Geriatrie und Palliativmedizin reichen – perspektivisch gesehen – die seitens der Kassen zur Verfügung gestellten Mittel bei Weitem nicht aus.

 

Eckdaten der Honorarverteilung

Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) beträgt in diesem Quartal, inkl. der Anhebung der MGV zur Förderung des haus- bzw. fachärztlichen Bereichs, ca. 188,7 Mio. Euro.

 

Außerhalb der MGV konnten für Brandenburger Ärzte Honorarvergütungen in Höhe von ca. 68,2 Mio. Euro ausgeschüttet werden.

 

Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Anzahl gesetzlich versicherten Brandenburger innerhalb eines Jahres. Demnach verzeichnen fast alle Kassengruppen rückläufige Versichertenzahlen. Die Anzahl der Versicherten im Bereich der Ersatzkassen ist hingegen gestiegen. Im Ergebnis aller Krankenkassen ist die Anzahl der gesetzlich Krankenversicherten im Land Brandenburg nahezu als stabil einzuschätzen.

 

 

Die durchschnittliche Überschreitung der Regelleistungsvolumina betrug bei Hausärzten ca. 3 Prozent und bei Fachärzten ca. 12 Prozent. Die das Regelleistungsvolumen überschreitenden Leistungsanteile konnten im Honorarfonds Hausärzte voll vergütet werden. Im Honorarfonds Fachärzte konnten die überschreitenden Leistungsanteile auf Basis eines Punktwertes in Höhe von nur 3,3788 ct vergütet werden. Dies entspricht ungefähr 33,8 Prozent des kalkulatorischen Punktwertes in Höhe von 10 ct.

 

Von der MGV wurden vor Trennung der MGV in die versorgungsbereichsspezifischen Verteilungsvolumina Mittel für die Bildung der zwei zentralen Honorarfonds, Bereitschaftsdienst und Labor, abgezogen. Hiernach standen folgende Beträge für das Haus-/ und Fachärztliche Vergütungsvolumen zur Verfügung:

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal IV/2013

82,3 Mio. €

darunter:

 

Rückstellungen/Entnahme

- 0,8 Mio. €

Bereinigungen der MGV und Überschüsse/Defizite der ZHF

 0,1 Mio. €

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

Entnahme für FKZ

3,3 Mio. €

Einzelleistungen/Förderungen

1,4 Mio. €

Leistungsbezogene Honorarfonds

5,6 Mio. €

   

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,2 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7

0,002 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323

0,003 Mio. €

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415)

2,9 Mio. €

Honorarfonds für die Leistungen der geriatrischen und palliativmedizinischer Versorgung, der Versorgung von Kindern mit chronischen Krankheiten

2,6 Mio. €

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

72,5 Mio. €

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal IV/2013

85,4 Mio. €

darunter:

 

Honorarfonds genetisches Labor

1,3 Mio. €

Honorarfonds PFG

3,1 Mio. €

Rückstellungen/Einstellungen

0,0 Mio. €

Bereinigungen der MGV und Überschüsse/Defizite der ZHF

- 0,2 Mio. €

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

Entnahme für FKZ

12,3 Mio. €

Einzelleistungen/Förderungen

0,7 Mio. €

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,8 Mio. €

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,7 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie (im fachärztlichen Versorgungsbereich)

1,2 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7

1,8 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323

0,02 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser außerhalb der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

0,5 Mio. €

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415)

0,4 Mio. €

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,2 Mio. €

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,4 Mio. €

Honorarfonds Strahlentherapie

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

 

0,03 Mio. €

 

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern der Medizin)

 

0,04 Mio. €

 

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(für Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird.)

0,3 Mio. €

 

Honorarfonds Psychotherapie

(für übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten.)

0,9 Mio. €

Honorarfonds Nephrologie

(für Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt.)

0,2 Mio. €

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

59,5 Mio. €

 

Im hausärztlichen Versorgungsbereich unterlag nur der Honorarfonds zur Vergütung von Auswertungen von Langzeit-EKG als Auftragsleistung einer Quotierung auf 82,673 Prozent.

 

Darüber hinaus erfolgten Quotierungen für folgende Leistungen:

 

Leistungsgruppenbezogene Honorarfonds:

Auszahlungsquote

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

97,654 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 (Fachärzte)

98,474 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

(Vergütung je GOP 6,90 Euro)

62,181 %

Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser

 

 

 

  außerhalb der Zeiten des organisierten Notfalldienstes

  während der Zeiten des organisierten Notfalldienstes

92,280 %

97,633 %

Eine Unterdeckung bestand im IV. Quartal 2013 bei den drei arztgruppenbezogene Honorarfonds. Teilweise erfolgte eine Stützung der Quotierung auf 78,271 Prozent des Orientierungspunktwertes (entspricht gemäß § 9 HVM einer Quotierung i.H.v. 85 Prozent des Punktwertes für alle durchschnittlich in Punkten bewerteten Leistungen des Honorarfonds Fachärzte).

 

Arztgruppenbezogene Honorarfonds:

Auszahlungsquote

Honorarfonds Strahlentherapie

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

92,802 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(für übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern der Medizin)

78,271 %

Honorarfonds Psychotherapie

(für übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

79,215%

 

Die bundeseinheitliche Laborquote „Q“ wurde für das Quartal IV/2013 auf 91,58 Prozent festgelegt und kam bei der Vergütung der Laborleistungen des Abschnitts 32.2 und 32.3 EBM zum Ansatz.

 

 

 

27.05.2014