Überweisungsschein im Folgequartal

Mit dem Ende der Praxisgebühr zum 31.12.2012 erscheint gehäuft die Frage danach, ob Überweisungsscheine auch nach dem Ablauf des Quartals ihre Gültigkeit behalten.

 

Der Überweisungsschein behält auch nach dem Quartalswechsel seine Gültigkeit, solange die Gültigkeit der Krankenversichertenkarte nicht abgelaufen ist.


In den Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung (Bundesmantelvertrag-Ärzte) findet sich zum Überweisungsschein die folgende Regelung. Beginnt der auf Überweisung tätig werdende Arzt seine Behandlung erst im Folgequartal, kann der ausgestellte Überweisungsschein verwendet werden, sofern der Versicherte zum Zeitpunkt der Behandlung eine gültige Krankenversichertenkarte (KVK) vorweisen kann. Ist das Datum bis zu dem die KVK gültig war überschritten und liegt kein persönlicher Arzt-Patientenkontakt vor, so ist im Folgequartal eine erneute Überweisung auf Basis einer gültigen KVK auszustellen.


Die Verwendung eines einzigen Überweisungsscheines für die Abrechnung mehrerer Behandlungsquartale ist nicht möglich.


Überweisungen innerhalb der Arztgruppe

  • Die Überweisung zu besonderen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden innerhalb derselben Arztgruppe ist nicht zu beanstanden, sofern diese vom überweisenden Vertragsarzt nicht selbst durchgeführt werden können. Typischerweise wäre in solchen Fällen von einem konkret definierten Auftrag bzw. Indikationsauftrag jedoch nicht von einer Mitoder Weiterbehandlung auszugehen.

Darüber hinaus sind Überweisungen innerhalb der Arztgruppe auch zur

  • Übernahme der Behandlung bei Wechsel des Aufenthaltsortes des Kranken oder
  • zur Fortsetzung einer abgebrochenen Behandlung vorgesehen, welche üblicherweise die Mit- oder Weiterbehandlung vorsehen.

 
Überweisungen, die entgegen dieser Bestimmung des BMV-Ä bzw. EKV ausgestellt wurden, haben zur Folge, dass der die Überweisung annehmende Vertragsarzt seinen Vergütungsanspruch gegenüber der Krankenkasse für die von ihm durchgeführte Behandlung ganz oder teilweise verlieren kann. Gegebenenfalls besteht ein Honoraranspruch gegenüber dem Überweiser.


Dem entgegen zu wirken und zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Anwendung der vertragsärztlichen Bestimmungen bitten wir Sie, auf eine vertragsgemäße Kennzeichnung der Überweisung unter Differenzierung zw. Auftragsleistung, Konsiliaruntersuchung sowie Mit- und Weiterbehandlung zu achten. Vom Vertragsarzt veranlasste Behandlungsmaßnahmen dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten, müssen also ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein.

29.04.2013