Impfsaison 2013/2014: Informationen zur Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen

Information der KBV

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach den Lieferengpässen bei Grippeimpfstoffen im vergangenen Jahr möchten wir Sie über die aktuelle Lage zur bevorstehenden Impfsaison 2013/2014 informieren. Es zeichnen sich für dieses Jahr erste Verzögerungen bei der Verfügbarkeit ab. Wir möchten Ihnen deshalb einige Informationen zum uns bekannten aktuellen Stand sowie Empfehlungen geben, um eine Verunsicherung der Vertragsärzte möglichst zu vermeiden.

 

Zusammensetzung des aktuellen Influenza-Impfstoffes
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs in der Saison 2013/2014 folgende Virenstämme empfohlen:

  • A/California/7/2009 (H1N1) (sog. „Schweinegrippe“)
  • A/Victoria/361/2011 (H3N2)
  • B/Massachusetts/2/2012

Die Zusammensetzung des aktuellen Influenza-Impfstoffs weicht damit von der für die Saison 2012/2013 ab.

 

Verzögerungen bei der Herstellung und Auslieferung von Grippeimpfstoffen
Bei einzelnen Herstellern kann es nach unseren Informationen zu Verzögerungen bei der Auslieferung des aktuellen Influenza-Impfstoffs kommen. Hintergrund ist, dass bestimmte Reagenzien, die für die Herstellung der Grippeimpfstoffe essentiell sind und in verschiedenen Referenzlaboren hergestellt werden, später als in den vergangenen Jahren bereitgestellt wurden.


Offenbar sind davon die Hersteller, die übrigens keinen Einfluss auf die Produktion dieser benötigten Reagenzien haben, im unterschiedlichen Ausmaß von dieser späteren Verfügbarkeit betroffen. So sind nach unserer Information die Hersteller von zellkulturbasierten Impfstoffe stärker betroffen als die von hühnereibasierten Grippeimpfstoffen.


Nach aktuellem Kenntnisstand werden die Grippeimpfstoffe für die Saison 2013/2014 der einzelnen Anbieter zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Markt kommen: Die ersten Hersteller können Ende August liefern, eine Vielzahl allerdings erst im September. Bei einzelnen Firmen wird sich die Auslieferung auf Anfang bis Mitte Oktober verschieben.


Wir haben hierzu Kontakt mit dem GKV-Spitzenverband aufgenommen. Danach gehen wir davon aus, dass die einzelnen Krankenkassenverbände ihre Krankenkassen über die Verzögerungen und den Zeitraum der Auslieferung informiert haben.

 

Lieferengpass bei der Firma Abbott
Ein konkreter Hinweis auf einen erwarteten Lieferengpass liegt uns bisher nur bei der Firma Abbott vor. Die Deutsche Apotheker Zeitung hat am 12. August 2013 darüber berichtet. Der Hersteller Abbott wird sinngemäß unter anderem wie folgt zitiert:

  • Es könne zu Versorgungsengpässen bei seinem Grippeimpfstoff für die Saison 2013/2014 auch in Deutschland kommen. Grund hierfür seien die zwei neuen Influenza-Erregerstämme, die die WHO für die Saison ausgemacht habe. Sie erforderten einen aufwendigeren Herstellungsprozess, als dies vorher der Fall war. Daher müsse Abbott davon ausgehen, weniger Einheiten herstellen zu können als in der vergangenen Saison.
  • Abbott sehe dies allerdings auch in Hinblick auf die gewonnenen Impfstoffausschreibungen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt nicht als dramatisch an, da die Firma nicht der alleinige Partner der Kassen sei und die in den Verträgen festgelegten Mengen auf jeden Fall erfüllt würden.

 

Robert Koch-Institut empfiehlt Impfung im Oktober oder November
Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt, sich vorzugsweise im Oktober oder November impfen zu lassen, um zu Beginn der Influenzawelle, die typischerweise erst nach dem Jahreswechsel auftritt, geschützt zu sein. Damit würde sich nach bisheriger Einschätzung die sich derzeit abzeichnende Verzögerung bei der Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen nicht sonderlich auf den empfohlenen Impfzeitraum auswirken.

 

 

09.09.2013