Gemeinsame Pressemitteilung
Potsdam, 29. März 2011 Die demographische Entwicklung und die begrenzten personellen und finanziellen Möglichkeiten zwingen die Akteure im Gesundheitsbereich zu neuen Überlegungen. Brandenburg, das Bundesland mit der geringsten Arztdichte im ambulanten Bereich, ist hier seit Jahren Vorreiter.
Im Herbst 2009 gründete sich „IGiB – Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“, bundesweit bislang die einzige Arbeitsgemeinschaft zwischen einer KV – der KV Brandenburg – und einer Krankenkasse – der AOK Berlin-Brandenburg. Im Mai 2010 trat dieser Arbeitsgemeinschaft die BARMER GEK bei.
„Agnes zwei“ ist das jüngste Produkt der IGiB. Es hat zum Ziel, den Arzt zu entlasten und den Patienten effizient durch die Gesundheitsbereiche zu lotsen, kurz: „agnes zwei“ ist die Fallmanagerin in der Arztpraxis, dem MVZ oder Ärztehaus. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen, bei der Koordinierung von Terminen, vermittelt Kontakte und betreut Patienten darüber hinaus in deren Häuslichkeit.
„Wir benötigen dringend insbesondere in den Arztpraxen, die einen hohen Anteil an chronisch Kranken oder multimorbiden Patienten haben, eine besonders qualifizierte Kraft, die diese komplizierten und zeitaufwendigen Fälle managed“, betonte der Vorsitzende der
KV Brandenburg, Dr. med. Hans-Joachim Helming. Und der Vorsitzende der AOK Nordost, Frank Michalak, stellte fest: „Eine nichtärztliche Praxisassistentin, wie sie derzeit als AGnES in Brandenburg bekannt ist, tätig werden zu lassen, ist nur sehr begrenzt möglich, da sich diese Struktur lediglich auf die reine hausärztliche Versorgung und dann auch nur in sogenannten unterversorgten Regionen beschränke. Wir benötigen sie aber überall.“
Deshalb sei das Modul „agnes zwei“ entwickelt worden. „Hier kommt die speziell geschulte Schwester sowohl im haus- als auch im fachärztlichen Versorgungsbereich zum Einsatz und sie unterliegt auch keiner regionalen Einschränkung“, so Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK Berlin / Brandenburg.
Zurzeit wird das „agnes zwei“-Modell in drei brandenburgischen Regionen erprobt: in einer Hausarztpraxis in Kyritz, einer Facharztpraxis in Fürstenwalde sowie im Medizinischen Zentrum Lübbenau. Weitere Modelle sind in Cottbus, Bad Belzig, Schwedt sowie Südbrandenburg vorgesehen.
Während der Modellphase werden unterschiedliche Tätigkeitsfelder und Vergütungsstrukturen erprobt. Ziel ist es, diese neue, innovative Struktur in ganz Brandenburg einzusetzen.
29.03.2011