Gemeinsame Presseinformation AOK Nordost und KV Brandenburg
Potsdam, 2. Dezember 2011. Seit rund einem Jahr bietet der Brandenburger Rheumavertrag zwischen der AOK Nordost und der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg den Versicherten der Gesundheitskasse mit der Diagnose Rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew eine deutlich verbesserte Versorgung.Der unter Mitwirkung des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen e.V. geschlossene Strukturvertrag garantiert eine gezielte und umfassende Therapie rheumatischer Erkrankungen auf qualitativ hohem Niveau.
„Bei Rheuma ist es sehr wichtig, dass es so früh wie möglich erkannt und von einem Rheumaspezialisten behandelt wird. Der Vertrag setzt deshalb vor allem auf Früherkennung und schnelle Therapie-Einleitung durch eine enge Verzahnung zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung“, so der KVBB-Vorsitzende, Dr. Hans-Joachim Helming.
Der teilnehmende Hausarzt werde durch Schulungen unterstützt, rechtzeitig die Anzeichen einer rheumatischen Erkrankung zu erkennen. Dr. Helming: „Bei Verdacht überweist er gezielt an einen Rheumatologen, der im Fall einer Diagnosestellung sofort eine Therapie einleitet.“ Die Therapie wiederum erfolge in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt.
Der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Frank Michalak, verwies darauf, dass „durch die frühzeitige Diagnose nicht nur teure Krankenhausaufenthalte, sondern auch Spätfolgen vermieden werden“.
Rund 1200 AOK-Versicherte haben sich bisher in den Vertrag eingeschrieben. „Für diese Versicherten bestehen jetzt gute Chancen, dass das Fortschreiten ihrer Erkrankung durch die intensive Betreuung verlangsamt oder gar gestoppt wird. Auf jeden Fall wird sich ihre Lebensqualität spürbar verbessern“, so der AOK-Vorstandsvorsitzende.
Michalak weist jedoch auch darauf hin, dass noch wesentlich mehr Patienten von dem Vertrag profitieren könnten. Allein die Gesundheitskasse hat ca. 17.000 Versicherte im Land Brandenburg mit der Diagnose Rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew. „Um diese zu erreichen, benötigen wir vor allem die Unterstützung durch die behandelnden Hausärzte“, sagt Michalak. Bisher haben sich 192 Hausärzte in den Vertrag eingeschrieben. „Eine Anzahl, die uns noch nicht zufrieden stellt“, wie Dr. Helming einschätzt.
Werner Dau, Präsident der Rheuma-Liga Brandenburg, lobt den Brandenburger Rheumavertrag als ersten dieser Art in Deutschland. „Dieser Vertrag ist modellhaft für eine strukturierte Rheumabehandlung zum Wohle der Versicherten. Deshalb wurde er auch im Landesrheumaplan 2012 mit berücksichtigt“, so Dau. Der Landesrheumaplan wird am morgigen 3. Dezember auf dem Gesundheitspolitischen Forum der Rheumaliga Brandenburg in Potsdam vorgestellt.
02.12.2011