Videosprechstunde

Die Videosprechstunde ist für Ärzte und Psychotherapeuten unter Berücksichtigung der vertraglichen Regelungen (Anlage 31b zum BMV-Ä) berechnungsfähig. Eine Genehmigung durch die KVBB zur Abrechnung ist nicht erforderlich.

 

Technische Voraussetzungen

Ihre Praxis erhält vom gewählten Anbieter nach Vertragsschluss eine Bescheinigung, dass der Videodienst gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä zur Informationssicherheit, zum Datenschutz und zu den Inhalten zertifiziert ist („Bescheinigung des Videodienstanbieters über die erforderlichen Nachweise gemäß § 5 Absatz 2 Anlage 31b BMV“). Diese Bescheinigung reichen Sie bitte bei der KVBB mit ihren Abrechnungsunterlagen ein.

 

Abrechnung

GOP / SNR

Beschreibung

01442

Videofallkonferenz mit der / den an der Versorgung des Patienten beteiligten Pflege(fach)kraft / Pflege(fach)kräften

- höchstens dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig

- ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (APK) muss im Zeitraum der letzten drei Quartale unter Einschluss des aktuellen Quartals stattgefunden haben.

01444

Zuschlag zu den GOP 03000 und 04000, zu den Grundpauschalen der Kapitel 5 bis 11, 13 bis 16, 18, 20 bis 23, 26 und 27und zu den Grund- und Konsiliarpauschalen nach den GOP 01320, 01321, 25214 und 30700 für die Authentifizierung eines unbekannten Patienten gemäß Anlage 4b zum BMV-Ä

- einmal im Behandlungsfall (BHF)

- im BHF finden ausschließlich APK  i.R. einer Videosprechstunde oder im BHF findet ein APK  i.R. einer Videosprechstunde vor einem persönlichen APK statt.

01450

Zuschlag im Zusammenhang mit den Versichertenpauschalen nach den GOP 03000 und 04000, den Grundpauschalen der Kapitel 5 bis 11, 13 bis 16, 18, 20 bis 23, 26 und 27 und den GOP 01320, 01321, 01442, 25214, 30210, 30700, 30706, 30708, 30932, 30948, 35110 bis 35113, 35141, 35142, 35401, 35402, 35405, 35411, 35412, 35415, 35421, 35422, 35425, 35600, 35601, 37120, 37320 und 37400 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde oder für eine Videofallkonferenz

- je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde oder Videofallkonferenz (Videofallkonferenz nur für den initiierenden Arzt)

01451

Anschubförderung für Videosprechstunde

- je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde,

- KVBB setzt zu wenn mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal nach GOP 01450 durch die Praxis durchgeführt und berechnet wurden

*****V

Für spezielle Leistungen die im Fall der Videosprechstunde erbracht werden, wird zur bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung der Buchstabe „V“ angehängt.

GOP 03230, 04230, 04355, 04430, 14220, 14222, 16220, 21216, 21220, 22220, 22221, 23220 sowie GOP 30708, 30932, 35110 bis 35113, 35141, 35142, GOP des Abschnitts 35.2.1 und der Zuschlag nach GOP 35571, 35600, 35601 sofern ein persönlicher APK zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung vorausgegangen sind

88220

Kennzeichnung des BHF wenn ausschließlich Kontakte i.R. der Videosprechstunde erfolgen

- Die Anzahl solcher BHF ist auf 20 % aller Behandlungsfälle beschränkt.

 

GOP, die entsprechend ihrer Beschreibung i.R. einer Videosprechstunde durchgeführt werden können, unterliegen einer Obergrenze von 20 % der berechneten GOP je Vertragsarzt und Quartal. Aufgrund der besonderen Umstände ist diese Beschränkung derzeit ausgesetzt.

 

Finden im Behandlungsfall ausschließlich Arzt-Patienten-Kontakte im Rahmen einer Videosprechstunde statt, werden Versicherten- oder Grundpauschalen sowie einzelne quartalsbezogene Zuschläge zu den Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschalen fachgruppenspezifisch mit einem Abschlag um 20, 25 oder 30 % reduziert vergütet.

Eine Liste zertifizierter Videodienstanbieter und eine Zusammenfassung zusätzlich abrechenbarer GOP finden Sie auf den Seiten der KBV.

 

Schmerztherapie

der Bewertungsausschuss hat den Leistungsumfang im Rahmen von Videosprechstunden erweitert. Ab dem 1. April 2020 werden auch die Durchführung und Berechnung der Beratung und Erörterung und/oder Abklärung im Rahmen der Schmerztherapie gemäß der GOP 30708 im Rahmen einer Videosprechstunde ermöglicht.

 

Corona - Sonderregelung

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Sie können somit Ihren Patienten jetzt öfter eine Videosprechstunde anbieten.

 

Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzung sowie probatorische Sitzungen der neuropsychologischen Therapie sind per Video in Ausnahmefällen möglich, z. B. wenn ein Aufsuchen der Praxis dem Patienten nicht zumutbar ist

 

01450

23.03.2020 bis 30.06.2020 Zuschlag auch für GOP 30391, 35150 und 35151 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde

- je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde oder

*****V

Für spezielle Leistungen die im Fall der Videosprechstunde erbracht werden, wird zur bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung der Buchstabe „V“ angehängt.

- bis 30.06.2020 GOP 30931 und 30932, 35110 bis 35113, 35141, 35142, 35151 sowie GOP des Abschnitts 35.2.1 auch ohne vorausgegangenem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt möglich

*****U

- bis 30.06.2020 GOP 35150 (Probatorik, hier ist „V“ anderweitig belegt)

*****W

- bis 30.06.2020 GOP 35150B ( Probatorik Bezugsperson), 35151B (pt-Sprechstunde Bezugsperson)

 

Gruppentherapie kann unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden: für je eine bewilligte Gruppensitzung (100 Min.) darf je eine Einzelsitzung durchgeführt werden (50 Min.), formlose Anzeige bei der Krankenkasse erforderlich

 

Authentifizierung eines unbekannten Patienten

Für die Videosprechstunde prüft der Arzt bei einer ausschließlichen Fernbehandlung die Identität des Versicherten anhand der per Videotelefonie vorgelegten elektronischen Gesundheitskarte ((Lichtbild (soweit vorhanden), Unterschrift, Name, Vorname, Geburtsdatum). Der Versicherte bestätigt mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes, die Unterschrift entfällt. Die Praxis erhebt dabei die Versichertendaten und rechnet im Ersatzverfahren ab (Bezeichnung der Krankenkasse, Name, Vorname und Geburtsdatum des Versicherten, Versichertenart, die Postleitzahl des Wohnortes, die Krankenversichertennummer).

 

Das Verfahren findet keine Anwendung, wenn der Arzt einen ihm bereits bekannten Versicherten, für den im laufenden Quartal oder im Vorquartal die Karte geprüft wurde, behandelt und der Versicherte angibt, dass keine Änderung eingetreten ist.