Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes, die mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kontaminiert sind

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde vom Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) aus Vorsorgegründen vorläufig der Risikogruppe 3 zugeordnet. An die Entsorgung von Abfällen, die mit diesem Virus verunreinigt sind oder verunreinigt sein können, sind daher besondere Anforderungen zu stellen. Dies betrifft die Entsorgung von Schutzkleidung aus dem Kontakt mit betroffenen Patienten sowie mit Exkreten oder Sekreten der betroffenen Patienten verunreinigte Abfälle. Die Abfälle sind als gefährliche Abfälle dem Abfallschlüssel 18 0103* gemäß Abfallverzeichnis zuzuordnen. Die Entsorgung erfolgt entsprechend der hinweisegemäß LAGA-Mitteilung 18 „Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes".

 

Für eine sichere Entsorgung der Abfälle sind folgende Maßnahmen zu beachten:

  • Alle Abfälle des AS 18 01 03* sind unmittelbar am Ort ihres Anfallens in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen (z. B. bauartgeprüfte Gefahrgutverpackung) zu sammeln.
  • Die Abfälle sind ohne Umfüllen oder Sortieren in geeigneten, sicher verschlossenen Behältnissen (ggf. Säcke in Kombination mit Rücklaufbehältern) zur zentralen Sammelstelle innerhalb der Einrichtung zu befördern.
  • Infektiöse Abfälle von gebrauchten spitzen und scharfen medizinischen Instrumenten wie Kanülen, Skalpelle und Gegenstände mit ähnlichem Risiko für Schnitt- oder Stichverletzungen müssen in stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen gesammelt, fest verschlossen, sicher vor unbefugtem Zugriff bereitgestellt, transportiert und entsorgt werden, die Anforderungen an die Abfallbehältnisse nach Nr. 4.2.5.(6) TRBA 250 sind zu berücksichtigen.
  • Eine Kennzeichnung aller Behältnisse mit nBiohazard"-Symbol ist erforderlich. Eine Kontamination der Außenseite der Sammelgefäße ist in jedem Falle zu vermeiden (ggf. Desinfektion der Außenseite erforderlich). Die Behältnisse sollen nicht zu groß sein, um eine sichere Handhabung zu gewährleisten.
  • Für bestimmte Abfälle (z. B. Abfälle mit hohem Flüssigkeitsanteil) bieten Kunststoff- oder Papiersäcke als alleinige Umhüllung beim Transport im Krankenhaus und anderen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes keine ausreichende Sicherheit. Solche Säcke dürfen nur in einem festen Behältnis transportiert werden, das auch als Rücklaufbehälter eingesetzt werden kann. Rücklaufbehälter müssen leicht zu reinigen und mit zugelassenen Verfahren (§ 18 IfSG) zu desinfizieren sein.
  • Die Bereitstellung hat so zu erfolgen, dass eine Gasbildung in den Sammelbehältnissen vermieden wird (z. B. Lagerungstemperatur unter +15°C bei einer Lagerdauer von längstens einer Woche). Bei einer Lagerungstemperatur unter +8°C kann die Lagerdauer in Abstimmung mit dem für die Hygiene Zuständigen (z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachkraft, hygienebeauftragter Arzt) verlängert werden. Die Entsorgung von Abfällen des Abfallschlüssels 18 01 03* erfolgt über einen zugelassenen Sammelentsorger (vgl. Anlage). Die fachgerechte Entsorgung ist durch entsprechenden Übernahmeschein bestätigen zu lassen.

Quelle : Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, 17.03.2020