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Stand 8.5.

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Allgemeine Hinweise (Aktualisert 8.5.)

Wer gilt als Verdachtsfall?
(Aktualisert 8.5.)

 

Die Entscheidung, wer auf SARS-CoV-2 getestet wird, trifft der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI). Danach sollte eine Testung nur bei Vorliegen von Krankheitssymptomen erfolgen und zwar in diesen Fällen:

  1. Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmacksinn
  2. Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn und jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  3. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie und Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

 

Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

 

RKI-Fluss-Schema

 


Muss ich jeden begründeten Verdachtsfall an das Gesundheitsamt melden?
(Aktualisiert 8.5.)

 

In diesen beiden Fällen müssen Sie die Verdachtsfälle beim Gesundheitsamt melden:

  1. Kontakt zu bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn und jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie und Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

 

Weiterhin melden Sie bitte auch alle bestätigten Infektionen.

 

 

Schutzausrüstung

Wer finanziert die Schutzausrüstung?

Die Schutzausrüstung wird von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Die Refinanzierung erfolgt nach dem Umlageschlüssel der SSB bei den einzelnen Krankenkassen sofern keine abweichende Regelung dazu getroffen wird.

Abrechnung / Vergütung / EBM (aktualisiert 7.4.)

Ich unterstütze zusätzlich in einem Abklärungsstützpunkt – welche Regelung gibt es zur Plausibilitätsprüfung?

Die zeitlich intensive Tätigkeit im Abklärungsstützpunkt - neben dem regulären Praxisbetrieb – hat ein erhöhtes zeitliches Aufkommen zur Folge. Dies wird im Falle der Frage der Plausibilität der Abrechnung als Besonderheit bewertet.

 


Darf ich in der Zeit der Pandemie vermehrt Videosprechstunden anbieten?

Ja. Der Bewertungsausschuss hat sich darauf verständigt, dass im 2. Quartal 2020 die Obergrenze von 20 Prozent aller Behandlungsfälle im Quartal und die Begrenzung für die Gebührenordnungspositionen aufgehoben wird (EBM, Allgemeine Bestimmungen Nr. 4.3.1 Abs. 5 Nr. 6 und Abs. 6). Man möchte auch damit persönliche Arzt-Patienten-Kontakte reduzieren.

 

Bitte denken Sie daran, mit Ihren Abrechnungsunterlagen auch die „Bescheinigung des Videodienstanbieters über die erforderlichen Nachweise gemäß § 5 Absatz 2 Anlage 31b BMV“ (zertifizierter Videodienstanbieter) einzureichen.

 


Darf ich die Beratung zur Schmerztherapie auch im Rahmen einer Videosprechstunde anbieten?

Ja. Ab dem 01.04.2020 ist die GOP 30708 auch im Rahmen einer Videosprech-stunde berechnungsfähig.

 


Darf ich als Psychotherapeut psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen als Videosprechstunden anbieten?

Für psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen der neuropsychologischen Therapie gilt: diese sind in Ausnahmefällen möglich, z. B. wenn ein Aufsuchen in der Praxis dem Patienten nicht zugemutet werden kann. Seit dem 24.03.2020 gilt außerdem: psychotherapeutische Sprechstunde und Probatorik sowie auch neuropsychologische Probatorik als Videosprechstunde ist ohne vorherigen persönliche Arzt-Patienten-Kontakt möglich. Diese Regelungen gelten bis 30.06.2020. Therapeutinnen und Therapeuten müssen die Vorgaben ihrer Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachten. Diesbezüglich gehen wir davon aus, dass entsprechende Informationen durch die Kammern vorgehalten werden.

 


Wie ist die Gruppentherapie in der Pandemiezeit geregelt?

Gruppentherapien können Sie unbürokratisch in Einzeltherapien umwandeln. Für jede bewilligte Gruppensitzung (100 Minuten) können Sie jeweils eine Einzeltherapie (50 Minuten) durchführen. Dies teilen Sie der Krankenkasse bitte formlos mit.

 


Welche Regelungen gelten für Kinderfrühuntersuchungen?

U-Untersuchungen ab der U6 können auch über die Toleranzzeit hinaus durchgeführt werden. Diese Regelung gilt bis 30.09.2020.

 


Müssen meine Patienten, die ich im Rahmen von DMP behandle, in der Zeit von COVID-19 an Schulungen teilnehmen und müssen DMP-Dokumentationen erstellt werden?

Nein. Für die ersten drei Quartale 2020 hat der G-BA die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten zur Teilnahme an empfohlenen Schulungen und die DMP-Dokumentationspflicht ausgesetzt. Nach individueller Abwägung können aber weiterhin DMP-Dokumentationen und Schulungen erfolgen, wenn sie notwendig sind.

 


Muss ich meine Qualitätssicherung weiterhin vollständig dokumentieren?

Wir werden mit Ihrer gegebenenfalls unvollständigen Qualitätssicherungs-dokumentation angemessen und sachgerecht umgehen.

 


Wie rechne ich COVID-19-Leistungen ab? Aktualisiert 7.4

Alle ärztlichen Leistungen, die Sie im Zusammenhang mit dem Coronavirus erbringen, werden extrabudgetär in voller Höhe vergütet. Kennzeichnen Sie jeden Tag mit der Ziffer 88240 an denen eine Behandlung auf Grund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) erfolgt. Für den Laborauftrag (Muster 10) geben Sie in Ihrer Abrechnung die Nummer 32006 für den jeweiligen versicherten an.

 

Die zu verwendende ICD-10 Schlüsselnummer ab 01.04.2020 lautet U07.1!, Virus nachgewiesen oder U07.2 !, Virus nicht nachgewiesen.

 

U07.1 ! ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.

 

U07.2 ! ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Infektion jedoch nach den Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) vorliegt.

 

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

 

Zusätzlich wird z.B. J06.8 Sonstige akute Infektionen an mehreren Lokalisationen der oberen Atemwege oder J12.8 Pneumonie durch sonstige Viren verschlüsselt.


Verordnungen / Bescheinigungen (aktualsiert 4.5.)

Müssen meine Patienten für jede AU-Bescheinigung in die Praxis kommen?  (aktualsiert 4.5.)


Nein. Ab dem 20.04.2020 können Sie nach der neuen Sonderregelung Patienten mit leichten Symptomen der oberen Atemwege für bis sieben Kalendertage krankschreiben, ohne dass diese in die Praxis kommen müssen. Sollte der Patienten nach einer Woche noch nicht gesund sein, ist eine Verlängerung per Telefon um weitere sieben Tage möglich. Diese Regelung gilt bis zum 18.05.2020.

Die telefonische AU läuft ansonsten weiter wie die bisherige Regelung der 14-tägigen AU. So können alle Patienten mit leichten Beschwerden der oberen Atemwege nach telefonischer Anamnese krankgeschrieben werden, also auch Patienten, die in den letzten sechs Quartalen nicht in der Praxis waren. Die Kosten für den Versand werden wie gehabt von den Krankenkassen übernommen (90 Cent für das Porto, GOP 40122).

 


Welche Regelungen gelten für Folgeverordnungen und Überweisungen?

Für die Zeit vom 23.03.2020 bis 30.06.2020 gilt: Portokosten für Folgeverordnungen werden erstattet (GOP 40122). Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Patient im gleichen oder vorangegangenen Quartal in Ihrer Praxis vorstellig war. Dies gilt für:

  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen), 
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4), 
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) und 
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12) sowie für Heilmittel (Muster 13, 14, und 18)  gemäß den Vordrucken für die vertragsärztliche Versorgung (Anlage 2 zum BMV-Ärzte). Da die Regelungen zur GOP 01430 (Verwaltungskomplex) und zur GOP 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) eine Nebeneinanderberechnung anderer Gebührenordnungspositionen ausschließen, wird übergangsweise die Berechnung der GOP 40122 neben den GOP 01430 und der GOP 01435 bei postalischer Zustellung der Verordnungen/Überweisungen ermöglicht.

Gilt für Verordnungen weiterhin eine Frist von 14 Tagen zwischen Verordnungsdatum und Beginn der Therapie?

Nein. Diese Frist wurde vorerst aufgehoben. Gleiches gilt für die Frist von Podologie und Ernährungstherapie.

 


Welche Regelungen gelten für die Heilmittel-Therapie?

Heilmittel-Therapien dürfen nun auch für mehr als 14 Tage unterbrochen werden. Therapeuten können Änderungen auf der Verordnung selbst vornehmen ohne erneute Unterschrift. Ausgenommen hiervon sind Angaben zum HM und zur Verordnungsmenge – hier ist die erneute Unterschrift des behandelnden Arztes weiterhin erforderlich. Diese Regelung ist (zunächst) bis zum 30.04.2020 beschränkt.

 


Darf ich weiterhin Paracetamol verordnen?

Ja. Allerdings fordert das BMG dazu auf, paracetamolhaltige Arzneimittel nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen und nur in der medizinisch notwendigen Packungsgröße zu verordnen.

 


Gibt es Medikamente zur Behandlung von COVID-19-Erkrankungen?

Derzeit stehen weltweit keine zugelassenen Arzneimittel zur Verfügung.

 


Kann ich einen beschwerdefreien Patienten krankschreiben, wenn er sich in behördlich angeordneter Quarantäne befindet?

Nein, auch wenn der Patient positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Die Entgeltfortzahlung erfolgt durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

 


Müssen Krankentransporte von COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten zu einer ambulanten Behandlung von der Krankenkasse vorab genehmigt werden?
Nein, Ärzte und Psychotherapeuten, die für COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten einen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) zu einer ambulanten Behandlung veranlassen, müssen diese Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne (behördliche angeordnet) handelt. Eine Genehmigung der Krankenkasse ist nicht erdforderlich.

 

Bitte beachten Sie, dass die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein muss.

 

Diese Regelung ist vorerst bis zum 31.05.2020 befristet.

Antikörpertestung auf SARS-CoV-2 zu Lasten GKV

Wann darf ein Antikörpertest auf SARS-CoV-2 zu Lasten der GKV veranlasst werden?

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen durchgeführt werden. Besteht ein milder Verlauf, kann ab der 2. Woche nach Symptomeintritt ein direkter Erregernachweis mittels PCR-Test nicht mehr möglich sein.


Durch das serologische Verfahren ist dies dann indirekt möglich. Es müssen 2 Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen entnommen werden. Die 2. Probe sollte aber nicht vor der 3. Woche nach Symptomeintritt entnommen werden. Die Untersuchungen müssen in demselben Labor stattfinden.


Beispiel:  Patient zeigt COVID 19 Symptome in KW 1

1. Blutprobe ab KW 2
2. Blutprobe nicht vor KW 4


Wie wird der SARS-CoV-2 Antikörpertest abgerechnet?

Abgerechnet wird mit der GOP 32641 EBM. Die Angabe der Antikörperspezifität (Feldkennung 5002) ist zwingend.


Zusätzlich kennzeichnen der veranlassende Arzt und der Laborarzt die Abrechnung am Behandlungstag mit 88240. Somit werden die Leistungen extrabudgetär vergütet.