Corona: Sie fragen – wir antworten

Uns erreichen aktuell viele Fragen zu Impfstofflieferung sowie aktuellen politischen Entscheidungen und Vorgaben, die die Arztpraxen betreffen. Die wichtigsten Fragen und Antworten fassen wir an dieser Stelle zusammen. Die Übersicht wird laufend aktualisiert.   

Stand 13.12.2021

 

Warum erhalten ich nicht die Menge Impfstoff, die ich in der Apotheke bestellt habe?

Die Impfstofflogistik des Bundes ist leider weiterhin wenig verlässlich. Auch wir werden immer wieder von plötzlichen Lieferengpässen überrascht und haben leider keinen Einfluss auf die Belieferung der Apotheken. Als KVBB haben wir dieses Problem deutlich direkt gegenüber der Politik sowie auch öffentlich in der Presse artikuliert.

 

Das Problem scheint in der Politik angekommen zu sein. Laut aktuellen Presseberichten will der neue Bundesgesundheitsminister eine Inventur der vorhandenen Impfstoffe machen. Das gibt uns hoffentlich zukünftig mehr Verlässlichkeit.

 

 

Es hieß immer, Moderna-Impfstoff sei unbegrenzt verfügbar. Warum wurde meine Bestellung trotzdem gekürzt?

Leider erreichen uns Rückmeldungen aus verschiedenen Praxen, dass die zugesagten Moderna-Lieferungen gekürzt und zum Teil ohne das notwendige Impfzubehör ausgeliefert werden. Weder wir noch die Apotheken haben darauf leider Einfluss. Wir haben die Verantwortlichen öffentlich und nachdrücklich darauf hingewiesen, dass wir in den Praxen auf Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit angewiesen sind, damit die Impforganisation in den Praxen gewährleistet werden kann.

 

Gleiches gilt für die Sonderlieferungen über das Land Brandenburg. Auch hier haben weder wir noch die Apotheken Einfluss auf die Verteilung und die Liefertermine. Ihre Apotheke kann Ihnen lediglich Detailfragen beantworten.

 

 

Wie bewertet die KVBB das politische Vorhaben, auch Apotheken und andere in die Impfkampagne einzubeziehen?

Vor allem vor dem Hintergrund ausbleibender Impfstofflieferungen ist die Diskussion um Corona-Impfungen in Apotheken kontraproduktiv. Der Impfstoff muss in die Arztpraxen, um vereinbarte Termine sicherzustellen! Zudem können die Apotheken nicht von jetzt auf gleich die Impfkampagne unterstützen, denn es müssen viele Fragen etwa rund um Qualifikation, Haftungsrisiken, Dokumentation geklärt werden. In Brandenburg gab es bereits bei der Grippeschutzimpfung einen Schulterschluss zwischen Ärzteschaft und Apothekerschaft, wonach sich jede Berufsgruppe um die eigenen originären Aufgaben kümmert. Daran hat sich auch bei der Corona-Impfkampagne nichts geändert.

 

 

Was unternimmt die KVBB gegen die Testpflicht für Praxismitarbeiter?

Dazu hat sich die Vertreterversammlung jüngst einstimmig in einer Resolution klar positioniert:

 

Seit mittlerweile 20 Monaten stehen wir, die ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, und unsere Praxisteams in erster Linie im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In unseren Praxen tragen wir konsequent den ganzen Tag FFP2-Masken, trennen infektiöse von nicht infektiösen Patienten und sind zum größten Teil vollständig geimpft.

 

Vor diesem Hintergrund ist es vollkommen unverständlich und auch medizinisch nicht nachvollziehbar, warum Praxisteams täglich getestet werden sollen. Auch der GMK-Beschluss, dass eine Testung zukünftig zweimal wöchentlich erfolgen soll, ist vollkommen überflüssig.

 

Wir arbeiten mit unseren Teams am Limit und benötigen unsere Kraft und alle Kapazitäten für die Impfkampagne sowie die Versorgung unserer Patienten. Daher fordern wir die Bundesregierung dringend auf, die Regelung zur Testpflicht im Infektionsschutzgesetz zu differenzieren und für vollständig geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vertragsarzt- und Psychotherapiepraxen  auszusetzen!

 

Darüber hinaus haben wir uns auch direkt an das Brandenburger Gesundheitsministerium gewandt. Die Intervention hatte Erfolg: Die tägliche Testpflicht ist vom Tisch. Dafür müssen sich geimpfte und genesene Mitarbeiter in Arztpraxen nur zweimal pro Woche testen. Diese Tests können auch als Antigentests zur Eigenanwendung ohne Überwachung erfolgen.

 

Ungeimpfte Mitarbeitende müssen entsprechend der 3G-Regelung am Arbeitsplatz weiterhin einen täglichen Nachweis über ein negatives Testergebnis vorlegen. Antigentests zur Eigenanwendung ohne Überwachung sind bei ungeimpftem Personal nicht zulässig.

 

Wie ist die KVBB-Position zur STIKO-Empfehlung für Kinderimpfungen?

Die STIKO gibt die entsprechenden medizinischen Empfehlungen, an denen sich die Praxen orientieren. Wir sind sehr froh, dass diese jetzt vorliegen.

 

Leider ist jedoch die Impfstoffmenge zunächst streng kontingentiert. Wir wissen nicht, wie viel Impfstoff in der kommenden Woche wirklich in den Praxen ankommt und haben auch keinen Einfluss darauf. Abhängig vom verfügbaren Impfstoff sollten jetzt bevorzugt berechtigten Kindern oder mit Risiken im familiären Umfeld ein Impfangebot unterbreitet werden.

 

Etwas unglücklich sind wir über den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zur Kinderimpfung. Wieder einmal ist die Politik vorgeprescht, obwohl vieles um die Kinderimpfungen noch unklar ist. Somit liegt es in der Entscheidung der Eltern, welcher Empfehlung sie folgen wollen. Das erzeugt Beratungsbedarf, der dann durch die Praxen geleistet werden muss. Bei vielen Eltern wurden hohe Erwartungen geweckt, die jetzt vielfach enttäuscht werden müssen. Hier hätten wir uns einen anderen Politikstil und einen anderen politischen Fokus gewünscht. Denn der Kampf gegen die Pandemie entscheidet sich nicht an der Kinderimpfung, sondern an den Millionen ungeimpfter Erwachsener.