EBM-Änderung zum  01.01.2022

 

Vergütung für weitere digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)

Für eine weitere digitale Gesundheitsanwendung „HelloBetter Stress und Burnout“ kann die Erstverordnung über den EBM abgerechnet werden.         

 

Die Webanwendung „HelloBetter Stress und Burnout“ ist dauerhaft in das sogenannte DiGA-Verzeichnis aufgenommen worden (Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte / BfArM gemäß § 139e SGB V).

 

Die Versorgung mit der DiGA „HelloBetter Stress und Burnout“ ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung und über die GOP 01470 EBM (2 Euro) berechnungsfähig. Es besteht kein Anspruch auf Kostenerstattung (gemäß § 87 Abs. 5c Satz 4 SGB V).

 

Änderung Zweitmeinungs-Richtlinie - Vergütung für Zweitmeinung bei Eingriffen an der Wirbelsäule

Bereits im November hat der Gemeinsame Bundesausschuss  (G-BA) die Zweitmeinungs-Richtlinie um Eingriffe an der Wirbelsäule ergänzt. Nunmehr erfolgt zum 1. Januar die Umsetzung der Ergänzung in den EBM.

 

Die Berechnung der GOP 01645 (Aufklärung und Beratung durch den Erstmeiner…) ist im Zusammenhang mit einem Eingriff an der Wirbelsäule nun auch für Anästhesisten, Neurologen und Neurochirurgen möglich. Die entsprechende Änderungen bzw. Ausweitung wird in den jeweiligen Präambeln (Kapitel 5.1 und 16.1 EBM) ergänzt.

 

Zur Erinnerung:

Alle Leistungen im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens müssen bei der Abrechnung nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch gekennzeichnet werden.

 

Bei Eingriffen an der Wirbelsäule verwenden „Erstmeiner“ die Kennzeichnung GOP 01645F. „Zweitmeiner“ verwenden als indikationsspezifische Kennzeichnung aller im Zweitmeinungsverfahren durchgeführten und abgerechneten Leistungen als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT‐Feldkennung 5009) den Code 88200F (Pseudo-GOP) bei Eingriffen an der Wirbelsäule.

 

Weitere Informationen können Sie hier einsehen

 

Neue GOP für Erstbefüllung der ePA ab 1. Januar im EBM

Zum 1. Januar 2022 erfolgt die Aufnahme der neuen Gebührenposition (GOP)  01648 zur Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePA) in den EBM.

 

Der Gesetzgeber hatte zum Start der ePA ein Honorar von zehn Euro für die Erstbefüllung der ePA vorgesehen, die bislang befristet bis zum Ende des Jahres über die Pseudo-GOP 88270 berechnungsfähig war. KBV und GKV-Spitzenverband waren vom Gesetzgeber aufgefordert eine Regelung zur Vergütung im EBM zu schaffen.

 

Nach der neu geschafften Regelung rechnen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte die sektorenübergreifende Erstbefüllung einer ePA ab 1. Januar über die GOP 01648 (89 Punkte / 10,03 Euro) ab. Die neue Leistung umfasst das Befüllen der ePA mit Arztbriefen, Befunden und andere behandlungsrelevante Dokumente. Die Beratung des Patienten ist nicht Inhalt  dieser Leistung. Die GOP 01648 kann einmalig je Patient berechnet werden.

 

Weiter Informationen zu elektronischen Patientenakte finden Sie auf der Themenseite der KBV 

 

Beschluss des Bewertungsausschusses

 

Änderung bei dem Nachweis auf Chlamydien im Urin

Der Bewertungsausschuss  hat beschlossen, den Ausschluss einer Nebeneinanderabrechnung der GOP 01816 und GOP 01840 und GOP 01915 EBM (Chlamydia trachomatis - Nachweis im Urin) im Krankheitsfall im Zusammenhang mit dem Anspruch nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Mutterschaftsvorsorge, Empfängnisregelung oder Schwangerschaftsabbruch aufzuheben.

 

Somit besteht zum 01.Januar 2022 die Abrechnungsmöglichkeit  diese GOP nebeneinander abzurechnen.

 

Des Weiteren erfolgte mit dem gleichen Beschluss des Bewertungsausschusses die Streichung der drei GOP aus der Präambel des Hausarztes und der Präambel des hausärztlich tätigen Kinderarztes.

 

Informationen zum Beschluss finden Sie hier.

 

Telemedizinische Betreuung von herzinsuffizienten Patienten

Bereits seit März dieses Jahres ist die Methode Telemonitoring bei Herzinsuffizienz als neue Nr. 37 in die Anlage I  der Richtlinie „ Methoden vertragsärztlicher Versorgung (MVV-RL)“ aufgenommen.

 

Zum 1. Januar 2022 wurden Leistungen zum Telemonitoring bei Herzinsuffiziens für den primär behandelnden Arzt (PBA) sowie das Telemedizinische Zentrum (TMZ) in den EBM aufgenommen.

 

Für den PBA wurden neue Leistungen in die EBM Abschnitte 3.2.3 (hausärztliche Versorgung), 4.3.2 (Kinder- und Jugendmedizin) und 13.3.5 (Kardiologie) aufgenommen. Die Leistungen für den PBA im Abschnitt 13.3.5 können auch von  Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie bzw. Schwerpunkt Pneumologie und Lungenärzten sowie von Fachärzten für Innere Medizin ohne Schwerpunkt durchgeführt und berechnet werden.

 

Die erste Leistung (GOP 03325, 04325 und 13578) enthält jeweils die Indikationsstellung inklusive Aufklärung des Patienten und ist mit 65 Punkten bewertet. Sie ist je vollendete 5 Minuten dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

 

Die zweite Leistung (GOP 03326, 04326 und 13579) ist die Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz, den Austausch zwischen PBA und TMZ, die Indikationsprüfung sowie den Kontakt zwischen Patient und PBA ggf. mit Therapieanpassung. Sie ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und mit 128 Punkten bewertet.

 

Für das TMZ werden fünf neue Leistungen und eine neue Kostenpauschale in den EBM aufgenommen. Berechnungsvoraussetzung für diese Leistungen ist, dass die Genehmigungen der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Telemonitoring bei Herzinsuffizienz gemäß § 135 Abs. 2 SGB V und nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V vorliegt. Die Verhandlungen zur Qualitätssicherungsvereinbarung Telemonitoring bei Herzinsuffizienz sind derzeit noch nicht abgeschlossen.

 

Die GOP 13583 enthält die Anleitung und Aufklärung der Patienten zu Grundprinzipien des zur Anwendung kommenden Telemonitoring, zum Gebrauch der dabei eingesetzten Geräte und zu relevanten Aspekten des Selbstmanagements gemäß § 3 Absatz 3 Nr. 1 der Nr. 37 Anlage I der MVV-RL. Die Leistung ist einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig und mit 95 Punkten bewertet.

 

Für das kontinuierliche Telemonitoring von Patienten mit kardialen Aggregaten sowie von Patienten mit externen Messgeräten wurden die neuen Leistungen entsprechend GOP 13584 und 13586 aufgenommen. Beide neuen Leistungen beinhalten die Erfassung, Analyse und Sichtung der Daten, die Dokumentation sowie die Benachrichtigung und Abstimmung mit dem PBA und sind einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Die GOP 13584 (kardiale Aggregate) ist mit 1100 Punkten bewertet und die GOP 13586 (externe Messgerät) mit 2100 Punkten.

 

Als Zuschlag zu der GOP 13584 und GOP 13586 für ein ggf. stattfindendes intensiviertes Monitoring werden die GOP 13585 und 13587 in den EBM aufgenommen.

 

Das intensivierte Monitoring umfasst das Telemonitoring auch am Wochenende sowie an Feiertagen und es erfordert eine individuelle Vereinbarung zwischen PBA und TMZ zur Zusammenarbeit. Bewertet werden diese beiden GOP mit jeweils 235 Punkten.

 

Ebenso wurde für die Erstattung der Kosten für die notwendigen Geräte zum Zusammenhang mit dem Telemonitoring von Patienten mittels externer Messgeräte (v.a. Blutdruckmessgerät, EKG, Waage, Tablet/Transmitter die Kostenpauschale GOP 40910 in den EBM aufgenommen. Mit der GOP 40910 sind alle Kosten im Zusammenhang mit der Geräteversorgung des Patienten durch das TMZ abgegolten. Die Leistung ist im einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und Kostenpauschale beträgt 68€.

 

Die Beschlüsse finden Sie hier.

 

Streichung der GOP 11230 und GOP 11233 aus GOP 01602 EBM

Da in den Leistungsinhalten der GOP 11230 und 11233  EBM die Mehrfertigung (z.B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes bereits enthalten sind, werden die GOP 11230 und 11233 aus der Leistungslegende der GOP 01602 EBM (Mehrfertigung eines Berichtes oder Briefes nach GOP 01600,01601,01794,01841 oder 08575 EBM) gestrichen.

 

Den Beschluss zu den o.g. Änderungen finden Sie hier

 

Anpassung beim Hörscreening bei Neugeborenen

Es wird zum 01. Januar 2022 eine Anpassung  bezüglich des Hörscreenings bei Neugeborenen im EBM erfolgen.  Die GOP 01706  (Kontroll-AABR gemäß Abschnitt C Kapitel IV der Kinder-Richtlinie…) dient der Kontrolle der automatisierten Hirnstammaudiometrie (AABR) nach auffälliger Erstuntersuchung (GOP 01705 EBM). Der Arzt, der die U3, U4 und U5 bei einem Neugeborenen oder Säugling durchführt, muss sich davon überzeugen, dass das Neugeborenen-Hörscreening dokumentiert wurde. Wenn das Screening nicht dokumentiert wurde, soll er die Untersuchung veranlassen und deren Durchführung und Ergebnis dokumentieren.

 

Demensprechend erfolgt im EBM die Streichung der zeitlichen Vorgabe zur Durchführung der Kontroll-AABR, die von den Inhalten der Kinderrichtlinie abweichen.  In der Vergangenheit ist es zu Problemen bei der Abrechnung gekommen, wenn die Kontroll-AABR erst im Rahmen der U4 oder U5 durch geführt wurde.

 

Hygienezuschlag zu den Versichertenpauschalen

Zum 01. Januar 2022 hat der Bewertungsausschuss  beschlossen die Hygienepauschale auch für GKV Patienten zu gewährleisten. Die Entwicklung der Hygienekosten  wird nicht über die Anpassung des Orientierungswertes abgebildet. Der Hygienezuschlag mit der GOP 03020/04020 EBM wird ab dem 01.Januar 2022 zur Versichertenpauschale durch die Kassenärztliche Vereinigung hinzugesetzt.

GOP

Beschreibung

Punkte*

03020

Hygienezuschlag zu der Versichertenpauschale nach der GOP 03000

Einmal im Behandlungsfall

2 Punkte

04020

Hygienezuschlag zu der Versichertenpauschale nach der GOP 04000

Einmal im Behandlungsfall

2 Punkte

*Orientierungswert in 2022 = 11,2662 Cent

Der Hygienezuschlag hat keine Prüfzeiteignung.

Zu dem Beschluss kommen Sie hier

 

Hygienezuschlag zu den Grundpauschalen

Der GBA hat entschieden, dass zum 01.01.2022 ein Hygienezuschlag von 2 Punkten  zu den Grund- und Konsiliarpauschalen gewährt wird, bei allen Fachgruppen die persönliche Arzt-Patienten- Kontakte haben.

 

Die Zuschläge werden keine Prüfzeiteignung haben.

 

Der Zuschlag wird durch die Kassenärztliche Vereinigung zur Grund-oder Konsiliarpauschale hinzugesetzt.

GOP

Beschreibung

Punkte***

05215

Hygienezuschlag zur GP*

2

06215

2

07215

2

08215

2

09215

2

10215

2

11215

2

12215

Hygienezuschlag zur KP**

2

13215

     Hygienezuschlag zur GP

2

13295

2

13345

2

13395

2

13495

2

13546

2

13595

2

13645

2

13695

2

14215

2

15215

2

16214

2

17215

2

18215

2

19215

Hygienezuschlag zur KP

2

20215

Hygienezuschlag zur GP

2

21222

2

22215

2

23215

2

24215

Hygienezuschlag zur KP

2

25215

                              „

2

26215

Hygienezuschlag zur GP

2

27215

2

30703

2

*GP = Grundpauschale

**KP = Konsiliarpauschale

***Orientierungspunktwert in 2022 = 11,2662 ct

 

Zu dem Beschluss kommen Sie hier

 

Intravitreale Medikamenteneingabe (IVOM) – Bewertungen der GOP gelten weiter

Die bis zum 31. Dezember 2021 befristete Änderung der Bewertungen der unten genannten Gebührenordnungspositionen (GOP) wird ab dem 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 fortgeführt.

 

 GOP EBM

 Bewertung bis 31.12.2021

in Punkten

 Bewertung ab 01.01.2022

bis 31.12.2022 in Punkten

06334

129

129

06335

129

129

31371

1683

1683

31372

1683

1683

31373

2216

2216

36371

807

807

36372

807

807

36373

1065

1065

 

Den Beschluss des Bewertungsausschusses finden Sie hier.

 

Anpassung der GOP zur Behandlung von Naevi flammei und Hämangiomen

Bisher sind die GOP 10320, 10322 und 10324 (GOP zur Behandlungen von Naevi  flammei und Hämangiomen) unabhängig von der Anzahl der Sitzungen nur einmal je cm² Gesamtfläche des zu behandelnden Areals berechnungsfähig.

 

Zum 01. Januar 2022 erfolgt durch den Bewertungsausschuss eine Anpassung der Anmerkungen. Mit dieser Anpassung wird klargestellt, dass jede der GOP unabhängig von der Zahl der Sitzungen jeweils einmal je cm² Gesamtfläche des behandelten Areals berechnungsfähig ist.

 

Des Weiteren können die Leistungen erneut abgerechnet werden, wenn bei Naevi flammei ein Rezidiv auftritt oder ein Hämangiom erneut behandlungsbedürftig wird. Die erneute Berechnung der GOP setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

 

Beschluss

 

Anpassung des obligaten Leistungsinhaltes der GOP 25210 (Konsiliarpauschale bei gutartiger Erkrankung…) und 25211 EBM (Konsiliarpauschale bei bösartiger Erkrankung…)

Mit dem vorliegenden Beschluss erfolgt eine Verschiebung der regelmäßigen Verlaufskontrolle vom obligaten in den fakultativen Leistungsinhalt der Gebührenordnungspositionen 25210 und 25211 (Konsiliarpauschalen) um auch jene Fälle abzubilden, in denen keine Strahlentherapie im Quartal erfolgt. Diese Änderung erfolgt zum 1. Januar 2022.

 

Beschluss

 

Anpassung der Leistungslegende GOP  32557 EBM (Zuschlag zu der Gebührenordnungsposition 32 545 oder 32 556…)

Bei dem Zuschlag (GOP 32557 EBM) zu den GOP 32545 oder 32556 ist die Legende um einen Wirkstoff erweitert worden. Ab dem 01. Januar 2022 kann der Wirkstoff Isatuximab zur Therapie angewandt werden.

 

Momentan ist die Vorbehandlung mit DTT zur Vermeidung von Interferenzen durch den Wirkstoff Daratumumab beschränkt.

 

Beschluss

 

Jährliche Aktualisierung des Band 2 EBM

Zum 01. Januar 2022 erfolgt die jährliche Anpassung des Verzeichnisses der operativen Prozeduren im Anhang 2 des EBM. Die Anpassung orientiert sich an der aktuellen Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS), der ebenfalls jährlich durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aktualisiert wird. Eine Änderung im Rahmen der jährlichen Aktualisierung ist die Aufnahme der OPS-Kodes zur Abbildung des operativen Aufwandes für Ligaturen bei Hämorrhoiden 3. Grades (5-493.01 und 5-493.02) und um weitere belegärztlich urologisch-operative Verfahren (5-568.d0, 5-575.00, 5-575.01, 5-577.01, 5-579.41).

 

Des Weiteren wurden aufgrund der Differenzierung von Katheterverweilsystemen je nach Zweck der Implantation (Peritonealdialyse oder Aszitesdrainage) zwei neue Kodes (5-549.20 und 5-549.21) in den Anhang 2 aufgenommen und der ursprüngliche Kode 5-549.2 aus dem Anhang 2 gestrichen.

 

Beschluss