EBM-Änderung zum 01.01.2023

 

Verlängerung des Authentifizierungszuschlags Videosprechstunde

Der Zuschlag GOP 01444 EBM zur Authentifizierung eines unbekannten Patienten in der Videosprechstunde war vorerst befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen worden und dann verlängert bis zum 31.12.2022. Nun erfolgt eine weitere Verlängerung bis zum 31. Dezember 2023 um weiterhin den entstehenden Praxisaufwand abzubilden.

 

Beschluss

 

Aufnahme einer neuen GOP 01473 EBM in dem Abschnitt 1.4 (DIGA)

Zum 01.Januar 2023 wird die Verlaufskontrolle der DIGA „zanadio“ in  den EBM regulär nach Erprobungsverfahren aufgenommen. Außerdem wurde beschlossen, das auch die FÄ für Physikalische und Rehabilitative Medizin die Verlaufskontrolle für die DIGA „Vivira“  mit der GOP 01472 EBM abrechnen können, bis eine technische Authentifizierung der Versicherten durch den Vertragsarzt sichergestellt ist.

 

Die Regelung zur Erstverordnung von DIGA mit der GOP 01470 EBM lief zum Jahresende 2022 aus.

GOP

Beschreibung

Bewertung

01473

Zusatzpauschale für die Verlaufskontrolle und Auswertung der DIGA zanadio

64 Punkte

*Orientierungspunktwert 11,4915 Cent

 

Den Beschluss finden Sie hier

 

Änderung des Leistungsinhaltes der GOP 01510 bis 01512 in Bezug auf die Behandlung von Morbus Pomp

Ab 1. Januar 2023 wird die Behandlung mit der Enzymersatztherapie - Avalglucosidase alfa - bei Morbus Pomp berechnungsfähig. Dementsprechend erfolgt die Aufnahme  der Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter parenteraler intravasaler Gabe von Avalglucosidase alfa bei Morbus Pompe in den obligaten Leistungsinhalt der GOP 01510 bis 01512 EBM.

 

Der Beschluss ist auf der Website des Bewertungsausschusses einsehbar.

 

Die Vergütung für die Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePA)  in 2023

Für die Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePA) werden auch im Jahr 2023 rund zehn Euro (89 Punkte) vergütet. Die EBM-Regelung zur GOP 01648 wird dementsprechend ein weiteres Jahr weitergeführt.

 

Die Regelung zur Befüllung der ePA für den vertragsärztlichen Bereich wurde bereit zum 1. Januar 2022 in den EBM eingeführt. Angesichts der noch geringen Verbreitung der ePA bei den Versicherten hat die KBV eine Weiterführung der GOP mit der bisherigen Bewertung um ein Jahr in die Beratungen mit dem GKV-Spitzenverband eingebracht. Da  mit dem GKV-Spitzenverband keine Einigung zustande kam, wurde der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) aufgerufen und konnte sich der KBV-Argumentation anschließen, sodass der Beschlussentwurf der KBV angenommen worden ist.

 

Den Beschluss des EBA finden Sie hier

 

HIV-Präexpositionsprophylaxe (HIV-PrEP)

Ab 1. Januar 2023 ist die extrabudgetäre Vergütung der medikamentösen HIV-Präexpositionsprophylaxe für Versicherte mit einem substanziellen HIV-Risiko geregelt. Die Verlängerung dieser Regelung erfolgt befristet bis zum 31.12.2023.

 

Hintergrund: Mit der damaligen  Einführung der Leistungen wurde eine extrabudgetäre Vergütung für vorerst zwei Jahre beschlossen.  Mit der aktuellen Überprüfung hat der BA nun ein zweites Mal feststellen müssen, dass eine Überführung in die MGV nicht vorgenommen werden kann. Der BA hat eine Verlängerung der extrabudgetären Vergütung dieser Leistungen  bis zum 31. Dezember 2023 empfohlen.

 

Den Beschlusstext finden Sie hier

 

Neuaufnahme der GOP 19327 und 19328 in den Abschnitt 19.3 EBM und 08315 in den Abschnitt 8.3 EBM

Zum 01.01.2023 werden die im Zusammenhang mit kurativen gynäkologisch-zytologischen Untersuchungen abrechnungsfähigen Gebührenordnungspositionen (GOP) entsprechend der Musterweiterbildungsordnung 2018 weiterentwickelt und in den EBM Kapiteln der abrechnenden Arztgruppe verortet.  Das Vorliegen einer entsprechenden Qualifikationsvoraussetzung ist verpflichtend.

 

Die Qualifikationsvoraussetzungen für die Berechnung der GOP 01762, 01763, 01766, 01767, 01769, 01826, 19327 und 19328 gelten bei Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit der Zusatz-Weiterbildung Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie als erfüllt.

 

Die GOP 19331 EBM (zytologische Untersuchung zur Diagnostik der hormonellen Funktion) wird entsprechend der regelhaften Durchführung in der frauenärztlichen Praxis als neue GOP 08315 in das Kapitel 8 EBM überführt.

 

GOP

Beschreibung

Bewertung in Punkten

08315

Zytologische Untersuchung eines oder mehrerer speziell gefärbter Abstriche zur Diagnostik der hormonellen Funktion

27

19327

Zytologische Untersuchung eines oder mehrerer Abstriche(s) von der PortioOberfläche und/oder aus dem Zervixkanal

180

19328

DNA- und/oder mRNA-Nachweis ausschließlich von High-Risk-HPV-Typen sowie ggf. Genotypisierung

188

*Orientierungswert in 2023 = 11,4915 Cent

 

Den Inhalt des Beschlusses entnehmen Sie bitte hier

 

Ärztliches Zweitmeinungsverfahren – Aufnahme in die Richtlinie „Eingriffe zur Cholezystektomie“

Im Rahmen der Richtlinie des ärztlichen Zweitmeinungsverfahrens tritt zum 01. Januar 2023  die Aufnahme zur ärztlichen Zweitmeinung bei „Eingriffen zur Cholezystektomie“ in Kraft.

 

Auch Kinder- Gastroenterologen können ab 01.Januar auf die Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 EBM zugreifen und als Erstmeiner agieren.

 

Die ärztliche Zweitmeinungserbringung bei Eingriffen zur Cholezystektomie berechtigt folgende Fachgruppen mit einer Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg:

  • Innere Medizin und Gastroneterologen
  • Allgemeinchirurgen
  • Viszeralchirurgen
  • Kinder- und Jugendchirurgen
  • Kinder- und Jugendmediziner mit Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Gastroenterologie

Die Vergütung und bundeseinheitliche Kennzeichnung erfolgt wie bekannt für den „Erstmeiner“ einmal im Krankheitsfall  und wird mit der GOP 01645I EBM abgerechnet.

 

Durch den „Zweitmeiner“ hat eine indikationsspezifische Kennzeichnung aller im Zweitmeinungsverfahren durchgeführten und abgerechneten Leistungen als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit dem Code 88200I zu erfolgen. Zusätzlich rechnet er seine arztgruppenspezifische Versicherten- Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Sollten für seine Beurteilung weitere ergänzende Untersuchungen notwendig sein, müssen diese medizinisch begründet sein.

 

Die Einzelheiten entnehmen Sie der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

 

Neuer EBM-Abschnitt 1.7.9 und Aufnahme der GOP 01940

Auf Grund von Änderungen der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung, wurde durch den Bewertungsausschuss (BA), die Aufnahmen einer Covid-19-Präexpositionsprophylaxe (COVID-19-PrEP) mit monoklonalen Antikörpern (MAK) Evusheld® (Wirkstoffe: Tixagevimab und Cilgavimab) zum 1. Januar 2023 in den EBM beschlossen.

 

Hinweis: Die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gilt vorerst befristet bis zum 7. April 2023.

 

Zur Umsetzung der Abrechnung und Vergütung einer erfolgten Covid-19-Präexpositionprophylaxe wird die GOP 01940 in den neuen Abschnitt 1.7.9 des EBM aufgenommen. Die neue Leistung ist für Versicherte gedacht, bei denen entweder aus medizinischen Gründen kein oder kein ausreichender Immunschutz gegen COVID-19 durch eine Impfung erzielt werden kann oder bei denen Impfungen auf  SARS-CoV-2 aufgrund einer Kontraindikation nicht durchgeführt werden können. Der obligate Leistungsinhalt der GOP 01940 umfasst neben der Prüfung der Indikation für eine COVID-19-PrEP die Aufklärung und Beratung des Patienten.

 

Die GOP 01940 ist mit 163 Punkten bewertet und von Allgemeinmedizinern, Kinder- und Jugendmedizinern sowie Internisten bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnungsfähig, sofern die COVID-19-PrEP mindestens einmal verabreicht wurde. Die Vergütung erfolgt innerhalb der MGV.

 

Den Beschluss finden Sie hier

 

EBM-Weiterentwicklung im Bereich des ambulanten Operierens

Zum 1. Januar 2023 erfolgen umfangreiche Änderungen im Bereich des ambulanten Operierens. Unter anderem werden 196 OPS-Verfahren in den Anhang 2 des EBM aufgenommen. Die Durchführung dieser Operationen war bisher ausschließlich stationär möglich.

 

Des Weiteren wurde die Möglichkeit geschaffen die postoperative Nachbeobachtung für bestimmte Patientengruppen (z. B. Kinder, Demenz, Parkinson) auszuweiten. Dafür werden neue Zuschläge in den EBM aufgenommen. Die Dauer der postoperativen Überwachung richtet sich nach dem Aufwand der Operation. Aktuell sind je nach Kategorie 30 Minuten bis acht Stunden im EBM vorgesehen. Künftig ist für bestimmte Patienten eine doppelt so lange Nachbeobachtung möglich.

 

Die Kassen stellen außerdem für das Jahr 2023 zusätzlich 60 Millionen Euro für die Förderung der ambulanten Operationen bereit. Es sollen mit diesem Geld Zuschläge in unterschiedlicher Höhe für rund 500 OPS-Kodes des Anhangs 2 finanziert werden.

 

Ebenfalls erfolgt eine Neukalkulation und Anpassung aller Leistungen des ambulanten Operierens. Sie betrifft die EBM-Abschnitte 31.2 und 36.2 sowie die GOP 01854, 01855, 01904 bis 01906 für Sterilisationen und Schwangerschaftsabbrüche.

 

Ab Januar 2023 wird es einen neuen Zuschlag für Reoperationen geben. Dies betrifft Rezidiv- bzw. Reoperationen zur Wiedereröffnung eines Operationsgebietes zur Behandlung einer Komplikation, einer Durchführung einer Rezidivtherapie oder der Durchführung einer anderen Operation in diesem Operationsgebiet. Ab Januar können dann alle Eingriffe die im Abschnitt 1 des AOP-Katalogs hinterlegt sind als Reoperation gekennzeichnet werden, wenn medizinisch notwendig und soweit sie nicht bereits im EBM über eigenständige OPS-Schlüssel abgebildet und spezifisch bewertet sind.

 

Ebenfalls erfolgt die Aufnahme der matrixassoziierten Chondrozytenimplantation (M-ACI) in den EBM. Das zweistufige Operationsverfahren dient der Behandlung von symptomatischen Knorpeldefekten des Kniegelenks, wenn der Defekt einen Schweregrad 3 oder 4 hat. Für dieses Operationsverfahren werden vier neue OPS-Kodes in den Anhang 2 des EBM aufgenommen.

 

Weitere Maßnahmen zur Förderung des ambulanten Operierens sind in Vorbereitung.

 

Detailinformationen zu den obengenannten Neuerungen finden Sie unter den folgenden Links:

KBV Praxisnachrichten vom 16.12.2022: KBV und Krankenkassen beschließen Maßnahmen zur Ausweitung des ambulanten Operierens

Beschluss

Anlage zum Beschluss Teil D - Aufnahme weiterer Zeilen in den Anhang 2 zum EBM durch neu in den Anhang 2 zum EBM aufzunehmende OPS-Kodes

Anlage: Technische Anlage zum Beschluss Teil A mit Änderung der Bewertungen und Änderungen im Anhang 3

KBV Praxisnachrichten vom 22.12.2022: Dreiseitige Verhandlungen: AOP-Katalog wird um erste Verfahren erweitert

 

Nukleinsäurenachweis von Orthopoxviren – Affenpocken

Für den Nukleinsäurenachweis des Affenpockenerregers können Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie künftig die GOP 32810 statt der Pseudo GOP 88740 abrechnen.

 

Die GOP 32810 wird zum 1. Januar 2023 dauerhaft in den Abschnitt 32.3.12 des EBM aufgenommen.

 

Bei Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion beauftragen Praxen die Laboruntersuchung des Probenmaterials aus Haut- oder Schleimhautläsionen auf Muster 10.

 

Auch erfolgt die Aufnahme der GOP 32810 in die Kennnummer 32006 – die Kosten für die Untersuchung werden dementsprechend nicht auf das Laborbudget angerechnet. Die Erkrankung bzw. ein Erregernachweis von Orthopoxviren sind namentlich meldepflichtig.

 

Der aktuelle Beschluss des BA ist hier einsehbar:

 

Außerklinische Intensivpflege

Bereits zum 1. Dezember 2022 erfolgte ein Beschluss zur Aufnahme von Leistungen der außerklinischen Intensivpflege (Abschnitt 37.7) in den EBM. Zum 1. Januar 2023 folgen nun drei weitere Leistungsziffern.

 

Ab 1. Januar 2023 im EBM

GOP

Bezeichnung

Vergütung*

37710

 

Verordnung auf Formular 62B und Behandlungsplan auf Formular 62C, höchstens dreimal im Krankheitsfall

167 Punkte / 19,19 Euro

37711

Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für den die außerklinische Intensivpflege koordinierenden Vertragsarzt (gemäß § 12 Abs. 1 der AKI-RL), einmal im Behandlungsfall

275 Punkte / 31,60 Euro

37720

Fallkonferenz gemäß § 12 Abs. 2 der AKI-RL, höchstens achtmal im Krankheitsfall

86 Punkte / 9,88 Euro

*Orientierungswert 2023: 11,4915 Cent

 

Bitte beachten Sie unsere umfassende Veröffentlichung zum Thema auf unserer Homepage. Weiter Informationen finden Sie auch unter den nachfolgenden Links:

 

KBV Praxisnachrichten vom 24.11.2022: Vergütung für außerklinische Intensivpflege und Verordnungsformulare festgelegt

Beschluss

 

Streichung des PFG-Ausschlusses für den Strukturzuschlag der Gruppentherapie

Für den sogenannten Strukturzuschlag zur Gruppentherapie (GOP 35572) wird die Kennzeichnung im Anhang 3 zum Ausschluss der Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) gestrichen. Diese Anpassung erfolgt, da die zum 1. Oktober 2021 neu in den EBM aufgenommenen GOP 35173 bis 35179 (Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung) Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung und gleichzeitig gemäß der Legende der GOP 35572 zuschlagsberechtigt sind. Sofern die GOP 35572 als Zuschlag zu anderen in der Leistungslegende genannten Leistungen, die nicht zur fachärztlichen Grundversorgung zählen, zugesetzt wird, führen diese Leistungen zum Ausschluss der jeweiligen PFG im Behandlungsfall.

 

Den Beschluss des BA finden Sie hier

 

Infektionszuschlag in der Dialyse auch bei Covid-19-Inkektionen

Der Bewertungsausschuss hat klargestellt, dass Dialyseärzte für COVID-19-Patienten auch einen Infektionszuschlag abrechnen können. Damit ist die GOP 40835 (91,80 Euro) für den Zuschlag zur Wochenpauschale und die GOP 40836 (30,60 Euro) für den Zuschlag zur Einzelpauschale auch bei einer COVID-19-Infektion abrechenbar.

 

Dialyseärzte erhalten bei Vorliegen bestimmter Infektionen für den höheren Aufwand - zum Beispiel bei Isolierung des Patienten - einen Zuschlag zu den Kostenpauschalen für die Infektionsdialyse.

 

Bei COVID-19 war dies bereits im Rahmen einer Corona-Sonderregelung übergangsweise möglich. Diese Übergangsregelung wurde nun regulär in den EBM überführt.

 

Der Beschluss des BA

 

Des Weiteren erfolgt zum 1. Januar 2023 eine höhere Bewertung von nichtärztlichen Dialyseleistungen um zwei Prozent. Es handelt sich um die Sachkostenpauschalen 40815 bis 40819 und 40823 bis 40838 des EBM-Abschnitts 40.14.

 

Zum Beschluss geht es hier