EBM-Änderung zum 01.10.2020

Patientenorientierte Videofallbesprechung mit Pflege(fach)kraft

Zum 01.10.2020 wurde die GOP 01442 EBM in den zweiten Abschnitt der Anmerkung zur GOP 01450 EBM(Technikzuschlag zur Videosprechstunde) im Abschnitt 1.4. des EBM aufgenommen. Es wird damit präzisiert, dass bei der Berechnung des Zuschlages nach der GOP  01450 EBM im Zusammenhang mit der GOP 01442 EBM ein Höchstwert von  40 Punkten je Videofallkonferenz besteht.

 

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Rheumatologische Grundpauschale

Zum 01.10.2020 sind die rheumatologischen Grundpauschalen GOP 13691 EBM und 13692 EBM neu bewertet worden. Durch die Änderung in der Heilmittelrichtlinie können nun auch podologische Therapien bei Schädigung als Folge einer sensiblen oder sensomotorischen Neuropathie oder eines Querschnittssyndroms verordnet werden. Durch die zusätzliche Verordnungsmöglichkeit und dem daraus resultierenden bewertungsrelevanteren Mehraufwand, wurden die Grundpauschalen der Rheumatologen um je 2 Punkte aufgewertet.

 

GOP EBM

Punkte bis 30.09.2020

Punkte ab 01.10.2020

13691

246

248

13692

244

246

 

Den Beschluss können Sie hier einsehen.

 

Balneophototherapie nun auch für die Behandlung  atopischer Ekzeme

Im März hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen die Balneophototherapie nun auch für Patienten mit atopischen Ekzemen zu ermöglichen. Es erfolgte die Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung und dementsprechend  nun auch die redaktionelle Anpassung der GOP 10350 im EBM.

 

Den Beschluss finden Sie hier.

 

Vergütung von Früherkennungsuntersuchungen ab Oktober nur mit Dokumentation

Am 1. Oktober startet nun endgültig die Pflicht zur elektronischen Dokumentation in den organisierten Früherkennungsprogrammen.

 

Die Berechnung der GOP 01738 (iFOBT), 01741 bzw. 13421 (Koloskopischer Komplex)  im Rahmen der Darmkrebsvorsorge sowie die präventiven Leistungen des Früherkennungsprogramm für das Zervixkarzinom (GOP 01761, 01764, 01765 EBM) sind ab dem 01.10.2020 an die Übermittlung der elektronischen Dokumentation gebunden. Der EBM wurde nunmehr dahin gehend angepasst, dass die Anmerkungen für die zeitweise Aussetzung der Pflicht zur elektronischen Dokumentation in den organisierten Früherkennungsprogramen bei den obengenannten GOP gestrichen wurden.

 

Grund für die zeitweise Aussetzung der elektronischen Dokumentation Anfang des Jahres war, dass noch nicht alle Praxen rechtzeitig mit der entsprechenden Software ausgestattet werden konnten.

 

Umfangreichere Informationen erhalten Sie unter:

KBV-Praxisnachrichten: Vergütung von Früherkennungsuntersuchungen ab Oktober nur mit Dokumentation.

 

Neue EBM Leistung  im EBM Abschnitt 1.5  - Beobachtung und Betreuung bei oraler Gabe von Siponimod

Bei der oralen Gabe von Siponimod, ein Medikament das  unter bestimmten Voraussetzungen zur Behandlung von Erwachsenen mit sekundär progredienter Multipler Sklerose angewendet wird, kann seit dem 1. Oktober 2020 für die Beobachtung und Betreuung eines Patienten (für die Dauer von mehr als sechs Stunden) die GOP 01517 EBM berechnet werden. Die Aufnahme der GOP 01517 in dem  EBM wurde vom Bewertungsausschuß in seiner 512. Sitzung für zwei Jahre befristet.

 

Die GOP  01517 EBM kann von den Fachgruppen des Kapitels 16 (Neurologie, Nervenheilkunde) berechnet werden, sie wird extrabudgetär vergütet und ist mit 1299 Punkten bewertet.

 

Ab dem 1. Oktober 2022 wird die GOP 01517 EBM in den Leistungskatalog der GOP 01510 bis 01512 überführt, ab diesem Zeitpunkt fließt diese in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung ein.

 

Noch steht der Beschluss unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

 

GOP

Kurzlegende

Kalkulationszeit in Minuten

Prüfzeit in Minuten

Eignung der Prüfzeit

01517

Zusatzpauschale für Beobachtung und Betreuung bei Gabe von Siponimod

 

8

 

8

 

Tages- und Quartalsprofil

 

Die Beschlussfassung finden sie hier.

 

Höherbewertung der  GOP 01761, 01764 und 01765 im Zusammenhang mit der Einführung der elektronischen Dokumentation

Untersuchungen im Rahmen der organisierten Programme zur Darmkrebsfrüherkennung und Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung müssen ab 1. Oktober 2020 elektronisch dokumentiert werden.

 

Mit dem endgültigen Start der elektronischen Dokumentation steigt zum 1. Oktober auch die Bewertung der GOP 01761, 01764 und 01765.

 

GOP

Bezeichnung

Bewertung bis 30.09.2020

Bewertung ab 01.10.2020

01761

Untersuchung zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß Teil III. C. § 6 der oKFE-RL

179 Punkte

216 Punkte

01764

Abklärungsdiagnostik gemäß Teil III. C. § 7 der oKFE-RL

67 Punkte

93 Punkte

01765

Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. §§ 7 und 8 der oKFE-RL

658 Punkte

729 Punkte

* Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)

 

Weitere Information erhalten Sie hier:

Beschluss zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM)

oder

Beschluss zur Neufassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM)

 

Regelung zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger mit einem  Depotpräparat verlängert

Befristet  vom 1. April 2020 bis 30. September 2020 wurde, unabhängig von der Ausbreitung des Coronavirus,  die GOP 01953 für die substitutionsgestützte Behandlung Opiodabhängiger mit einem Depotpräparat in den Abschnitt 1.8 EBM aufgenommen. Damit konnten substituierende Ärzte seit dem 1. April einmal in der Behandlungswoche die GOP 01953 (130 Punkte/14,28€) abrechnen.

 

Nunmehr wurde der Beschluss des Bewertungsausschusses um ein Quartal, bis zum 31. Dezember 2020, verlängert.

 

Die Beschlüsse des Bewertungsausschusses können Sie hier einsehen:

Beschluss zur Verlängerung von Teil A des Beschlusses der 493. Sitzung (schriftliche Beschlussfassung) zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger

Beschluss zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM)

 

Vergütung für die Verordnung von Soziotherapie (GOP 30810 und 30811 EBM) nun auch für Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie möglich

Für Fachärzte mit der Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie ist es ab dem 01.Oktober 2020 möglich die Verordnung von Soziotherapie mit den GOP 30810 (Erstverordnung Soziotherapie) und 30811 (Überprüfung der Indikation zur Folgeverordnung Soziotherapie) abzurechnen.

 

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 516. Sitzung beschlossen, die Fachärzte mit der Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie in die erste Bestimmung zum Abschnitt 30.8 (Soziotherapie) des EBM mit aufzunehmen. Darüber hinaus wurden die GOP 30810 und 30811 in die Präambeln des EBM der entsprechenden Fachgruppen aufgenommen.

 

Die  Anpassungen sowie die extrabudgetäre Vergütung sind bis zum 30.September 2022 befristet.

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Aufnahme eines neuen Erprobungsverfahrens zur Amyloid-PET bei Demenz unklarer Ätiologie in den Abschnitt 61.5

Im Rahmen der Erprobungs-Richtlinien wurde zum 1. Oktober 2020  ein neuer Abschnitt 61.5 in den  EBM  aufgenommen.

 

Die Erprobungsrichtlinie Amyloid-PET soll die Frage beantworten, ob Aufgrund der durchgeführten Amyloid-PET-Untersuchung vorgenommene Diagnose- und Managementänderungen bei Patienten mit Demenz unklarer Ätiologie, relevante Vorteile für den Patienten entstehen.

 

Neue GOP im Abschnitt 61.5 EBM im Überblick:

GOP

Beschreibung

Bewertung

61070

Pauschale für die Amyloid-Positronenemissionstomographie im Rahmen der Erprobungsrichtlinie Amyloid-PET

3.653 Punkte

401,36 Euro

61071

Kostenpauschale für den Sprechstundenbedarf im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistungen aus Abschnitt 61.5.2

(nur für Krankenhäuser berechnungsfähig)

 

6,10 Euro

 

Die GOP in diesem Bereich sind ausschließlich von Vertragsärzten und zugelassenen Krankenhäusern berechnungsfähig.

 

Information im Beschluss finden sie hier.

 

Vakuumversiegelungstherapie von Wunden

Bereits im Dezember 2019 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), die Vakuumversiegelungstherapie von Wunden als neue Behandlungsmethode in der vertragsärztlichen Versorgung zugelassen. Die Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung wurde dementsprechend angepasst.

 

Zum 1. Oktober 2020 erfolgt nun die Umsetzung im EBM. Zur Durchführung der Vakuum-versiegelungstherapie zum intendierten primären Wundverschluss werden die GOP 31401 bzw. 36401 als Zuschläge für die jeweils angewendeten operativen Eingriffe (Amb. Operationen des Abschnitts 31.2 EBM) in den EBM aufgenommen. Die neuen Leistungen zum primären Wundverschluss können nur von operativtätigen Fachärzten berechnet werden.

 

Für den intendierten sekundären Wundverschluss im Rahmen der Vakuumversiegelungstherapie wird die GOP 02314 in den Abschnitt 2.3 des EBM aufgenommen. Diese GOP kann neben operativtätigen Ärzten auch von weiteren Fachgruppen berechnet werden.

 

Für anfallende Sachkosten im Zusammenhang mit der primären und/oder sekundären Vakuumversiegelungstherapie werden vier Leistungsbezogenen Kostenpauschalen in dem neuen Abschnitt 40.17 EBM eingeführt.

 

Die Vergütung der neuen GOP und Kostenpauschalen erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung zu festen Preisen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden Links:

KBV-Praxisnachrichten: Vakuumversiegelungstherapie von Wunden in den EBM aufgenommen

 

Beschluss zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM)

 

Testung auf DPD-Mangel

Zum 01.10.2020 wird eine neue GOP 32867 (Untersuchung des DPD Metabolisierungsstatus als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Die Leistung ist mit 120€ bewertet und wird zunächst extrabudgetär vergütet.

 

Hintergrund ist, dass Patienten vor Gabe von fluorouracilhaltigen Arzneimitteln oder den verwandten Wirkstoffen Capeciltabin und Tegafur, die im Körper als Fluorouracil umgewandelt werden, auf den vollständigen bzw. partiellen Aktivitätsverlust des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) getestet werden sollen.

 

Am 4. Juni 2020 ist bereits ein Rote-Hand Brief der Arzneimittelkommision erschienen, die damit auf die Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz der Europäischen Arzneimittelagentur und des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einging.

Nähere Informationen können Sie dem Beschluss des BA entnehmen.

 

Abstrichentnahme nun auch bei symptomatischen Patienten vergütet sowie neue Leistung für Antigentest auf SARS-CoV-2

Antigentest auf SARS-CoV-2:

Zum 01.10.2020 wird eine neue Leistung für den Antigentest zum Direktnachweis von SARS-CoV-2 in den  Abschnitt 32.3.11 EBM aufgenommen. Die GOP 32779 wird mit 10,80€ vergütet und ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig - Hintergrund sind die besonderen Anforderungen an den Arbeitsschutz. Die Vergütung der Untersuchung erfolgt zunächst extrabudgetär. Die Untersuchung mittels vorgefertigter Reagenzträger, sogenannnte Point-of-Care-Tests (POCT)  bzw. Schnelltests sind nicht über die GOP 32779 berechnungsfähig.

 

Abstrichentnahme:

Des Weiteren hat der Bewertungsausschuss (BA) die Vergütung von Abstrichen zur Testung auf SARS-CoV-2 neu geregelt. Ärzte erhalten nun für die Abstrichentnahme bei symptomatischen Patienten eine Vergütung. Die GOP 02402 wurde demensprechend angepasst sowie eine neue GOP 02403 als Zuschlag zur GOP 02402 in den EBM aufgenommen.

 

Die GOP 02402 kann künftig auch bei einem begründeten Verdacht auf Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion (kurativer Ansatz, nach RKI-Schema) als Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für die entsprechenden Laboruntersuchungen (GOP 32779, 32816)  berechnet werden.

 

Die Beratung zur Abstrichentnahme bzw. zu einer Corona-Infektion ist nunmehr fakultativer Leistungsinhalt der GOP 02402. Die Bewertung beträgt 8,02€ und erfolgt weiterhin extrabudgetär.

 

Die GOP 02403 wurde als Zuschlag zu der GOP 02402 eingeführt und ist nicht neben Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschalen berechnungsfähig. Sie wurde mit 7,03€ bewertet und kann höchstens viermal im Behandlungsfall berechnet werden.

 

Wenn der Abstrich auf SARS-CoV-2 auf Grund der Meldung der Corona-Warn-App erfolgt, muss dies mit der neuen Zusatznummer 02402A dokumentiert werden. In diesen Fällen sind die abgerechneten Leistungen nicht mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen.

Zusammenfassung


Möglichkeit der Testung nach:

 vertragsärztliche

Leistung lt. RKI-Kriterien

 Corona-Warn-App

Abrechnung des

Abstrichs:

VP/GP + Pseudo-GOP 88240 + GOP 32006

Ab 01. Oktober 2020: zusätzlich die GOP 02402

GOP 02402A + VP/GP + GOP 32006

oder ab 01. Oktober 2020

GOP 02402A + GOP 02403 (bis zu 4x im BHF)

 

Den Beschluss des BA könne Sie hier einsehen.

 

Besuche der NäPa  auch ohne Arzt-Kontakt im Quartal möglich

Die Besuche (GOP 03062 bis 03065 bzw. 38200 bis 38207) einer Nichtärztlichen Praxisassistentin können künftig nur berechnet werden, wenn in dem aktuellen Quartal oder dem Quartal, das der Berechnung unmittelbar vorausgeht, eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale abgerechnet wurde.

 

Beschluss

 

Neue Leistungen für Telekonsilien

Zum 01.Oktober 2020 erfolgt die Aufnahme neuer Leistungen zur Förderung von Telekonsilien in den EBM. Mit dem Beschluss des Bewertungsausschuss (BA) wird ermöglicht, dass Telekonsilien in der vertragsärztlichen und sektorenübergreifenden Versorgung umfänglich durchgeführt werden können.

 

Die Leistungen und die Voraussetzungen zur Durchführung eines Telekonsiliums werden entsprechend der Telekonsilien-Vereinbarung  in den Abschnitt 1.6 des EBM aufgenommen und die Bezeichnung des Abschnittes redaktionell angepasst. Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) kön-nen von allen Fachgruppen berechnet werden.

 

GOP

Bezeichnung

Bewertung

01670

Zuschlag im Zusammenhang mit den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen für die Einholung eines Telekonsiliums

110 Punkte 12,09 €

01671

Telekonsiliarische Beurteilung einer

medizinischen Fragestellung

128 Punkte 14,06€

01672

Zuschlag zur Gebührenordnungsposition

01671 für die Fortsetzung der telekonsiliarischen Beurteilung,

65 Punkte 7,14€

 

Weiter Informationen finden Sie auf der Website des ergänzten Bewertungsausschusses.