Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Der Gesetzgeber hat bereits mit der Gesundheitsreform 2004 die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) im SGB V geregelt.

 

Die eGK ist eine Krankenversichertenkarte mit erweiterten technischen Möglichkeiten und der reguläre Versicherungsnachweis für gesetzlich Krankenversicherte. Grundsätzlich ist jeder gesetzlich Versicherte verpflichtet, vor Beginn der Behandlung die eGK vorzulegen. Kann die Karte nicht vorgelegt werden oder ist sie ungültig, muss der Versichertennachweis innerhalb von zehn Tagen nachgereicht werden. Nach Ablauf dieser Frist kann die Praxis für die Behandlung eine Privatvergütung verlangen. (Reicht die behandelte Person bis zum Ende des jeweiligen Quartals die Karte nach, erhält sie die Vergütung zurück.)

 

 

 Die Karte enthält einen Chip auf dem Daten des Versicherten wie Name, Geburtsdatum Adresse sowie relevante Versicherungsdaten gespeichert sind. Zudem befindet sich die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card - EHIC) auf der Rückseite jeder eGK. Dies ist für eine Behandlung im europäischen Ausland relevant. Des Weiteren ist die Abbildung eines Lichtbildes des Versicherten auf der Karte verpflichtend.

 

Bei der Lichtbildverpflichtung hat der Gesetzgeber Ausnahmen zugelassen. Auch ohne Foto gilt die eGK unter anderem für Kinder unter 15 Jahren. Die Ausnahmeregelung umfasst zudem alle Versicherten, die an der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können, z.B. bei Bettlägerigkeit, schwerer Pflegebedürftigkeit oder dementen Versicherten, die kein Foto übermitteln können sowie Personen die aus  religiösen Gründen keine Fotographie vorweisen brauchen.

 

Eine eGK ist auf Grund ihrer Zertifikate im Chip maximal fünf Jahre gültig. Nach dem Ablauf dieser Laufzeit müssen die Krankenkassen eine neue eGK ausstellen.

 

Die eGK kann als persönlicher Schlüssel des Versicherten zum digitalen Gesundheitsnetz des deutschen Gesundheitswesens (Telematikinfrastruktur, TI) genutzt werden.

 

In Ausnahmefällen, z. B.  bei Verlust der eGK oder einem Kassenwechsel, erhält der Patient von seiner Krankenkasse einen befristeten papiergebundenen Anspruchsnachweis. Die Patientendaten sind in diesem Fall von der Ersatzbescheinigung manuell in die Abrechnungssoftware zu übernehmen.

 

Die Anwendung des Ersatzverfahrens ist grundsätzlich nur zulässig, wenn:

  • der Versicherte die Krankenkasse oder die Versichertenart gewechselt hat, aber noch die alte Karte vorlegt
  • die Karte, das Kartenterminal oder der Drucker defekt ist
  • für Hausbesuche kein mobiles Kartenlesegerät zur Verfügung steht und keine in  
  • der Praxis vorgefertigten Formulare verwendet werden können

Der Patient muss durch seine Unterschrift auf dem Abrechnungsschein (Muster 5) bestätigen, dass er bei der Krankenkasse versichert ist.

 

Allgemeine Hinweise:

Nicht alle Leistungen des EBM setzen für die Abrechnung einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt voraus z. B. telefonische Beratung. Gibt es im laufenden Quartal ausschließlich Leistungen ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt, werden die für die Abrechnung erforderlichen Daten – in Analogie zum Ersatzverfahren – manuell im Praxisverwaltungssystem erfasst. Bei bekannten Personen können diese auch aus den gespeicherten Versichertenstammdaten übernommen werden.

 

Die E-Health-Kartenterminals können neben der eGK zumeist auch die Krankenversichertenkarten sonstiger Kostenträger (Polizei, Bundeswehr…) einlesen. Beim Einlesen dieser Karten wird jedoch kein Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchgeführt.

 

Informationsquellen:

 

Informationen zur eGK der KBV

 

Praxisinformation der KBV