Früherkennung Gebärmutterhalskrebs

Krebsfrüherkennungsuntersuchung (KFU) bei der Frau nach KFE-RL und oKFE-RL ab 01.01.2020

 

Rechtliche Grundlagen:

Übersicht der KBV:

 

1. Die klinische Untersuchung (ab dem 20. Lebensjahr) sowie das zytologiebasierte Zervixkarzinomscreening (ab 20. – 34. Lebensjahr) können „jährlich“ in Anspruch genommen werden. Welcher zeitliche Zusammenhang ergibt sich für die Angabe „jährlich“?

In diesem Zusammenhang ist der Jahreswechsel entscheidend. Diese Angabe ist weiterhin maßgeblich für die Abrechnung der GOP 01760 EBM (KFU ohne Zytologie und HPV-Test) und der GOP 01761 EBM (KFU mit Zytologie bzw. HPV-Testung [abhängig vom Lebensjahr]).

 

Gemäß EBM sind die GOP 01760 und 01761 EBM im Krankheitsfall nicht nebeneinander berechnungsfähig.

 

2. Ist die Abrechnung der GOP 01760 EBM (KFU ohne Zytologie und HPV-Test) neben der GOP 01825 EBM (Entnahme von Zellmaterial […] im Rahmen der Empfängnisregelung) möglich?

Die Nebeneinanderberechnung beider GOP ist möglich, da im EBM dahingehend kein Ausschluss benannt ist.

 

3. Kann eine KFU auch nach einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) vorgenommen und abgerechnet werden?

Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie können an der KFU einschließlich Zytologie und HPV-Test teilnehmen – entsprechend dem Leistungsinhalt der GOP 01761 EBM (altersabhängige Regelungen beachten).

 

Ist anatomisch kein Gewebe des Zielorgans (Portio-Oberfläche und Zervixkanal) des Zervixkarzinomscreenings nach oKFE-RL mehr sichtbar, ist als präventive Leistung nur die gynäkologische Untersuchung entsprechend dem Leistungsinhalt der GOP 01760 EBM berechnungsfähig (KFU ohne Zytologie bzw. HPV-Testung).

 

Insofern können die Zytologie und der HPV-Test nach dem Zervixkarzinomscreening nach oKFE-RL nicht durchgeführt werden.

 

Kontrolluntersuchungen zur Sicherung des Behandlungserfolges nach operativen Eingriffen an der Zervix uteri, beispielsweise einer Konisation, sind kurative Untersuchungen. Nach Abschluss der Behandlung kann die Patientin wieder regulär am Zervixkarzinomscreening nach oKFE-RL teilnehmen.

 

4. Bis zu welchem Alter haben Frauen Anspruch auf die KFU?

Es ist keine Obergrenze benannt.

 

5. Wer ist verantwortlich für die Übernahme der Kosten für Abstrichbesteck, Probengefäß, Objektträger und Fixierlösung im Rahmen der KFU bei der Frau?

Das Labor hat diese Materialien dem Einsender kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies ergibt sich aus den Anmerkungen zu den GOP 01762/01766 EBM bzw. 01763/01767 EBM.

 

6. Auf welchem Weg wird der Untersuchungsauftrag für das Zervixkarzinomscreening nach oKFE-RL und die Abklärungsdiagnostik nach oKFE-RL eingereicht?

Die zytologische Praxis erhält den Untersuchungsauftrag für das Primärscreening (≙ Zervixkarzinomscreening nach oKFE-RL) und die Abklärungsdiagnostik auf Muster 39.

 

Dieses wird auch für die Befundmitteilung verwendet.

 

Die Abrechnungen der Zytologie und HPV-Teste erfolgen auf Muster 39 (Scheinart 21).

 

7. Wie ist zu verfahren, wenn Zytologie und HPV-Test nicht in derselben Praxis durchgeführt werden können?

Sofern die Zytologie und der HPV-Test nicht in derselben Praxis durchgeführt werden können, kann der HPV-Test mittels Muster 10 mit der Kennzeichnung „präventiv“ als Weiterüberweisung veranlasst werden. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt dann auf Muster 10 (Scheinart 27). Dies gilt ausschließlich für die Weiterüberweisung des HPV-Tests durch Zytologen.

 

Die Transportkostenpauschale 40100 darf nur von der den Auftrag (Zytologie, HPV-Test, Ko-Test) erstmals annehmenden Praxis abgerechnet werden. Die Berechnung der Transportkostenpauschale 40100 bei einer Weiterüberweisung ist unzulässig.

 

8. Wie ist bei einem auffälligen Vorbefund aus 2019 vorzugehen?

Liegt ein auffälliger Vorbefund zum Screening auf Zervixkarzinom vor, so ist der Befund anhand des aktuellen Abklärungsalgorithmus einzuordnen und entsprechend weiter auf die Zielläsion CIN 3+ abzuklären. Ist für die Entscheidung zum weiteren Vorgehen (bspw. Befund IIID1 ab 35 Jahren) das Ergebnis des Ko-Tests erforderlich, so ist kurzfristig ein Primärscreening durchzuführen.

 

Bei auffälligen Befunden sieht das Programm für alle Patientinnen klare Algorithmen zur Abklärung vor. Diese sind in der oKFE-RL festgelegt und richten sich nach den jeweiligen Befunden des Primärscreenings.

 

Eine tabellarische Übersicht über die Algorithmen und die Münchener Nomenklatur stellt die KBV auf ihrer Themenseite zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung zur Verfügung:
Abklärungsdiagnostik für auffällige Befunde im Rahmen der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oFKE-RL)

 

9. Welche Leistungen können vorgenommen und abgerechnet werden, wenn die Frau das Zervixkarzinomscreening (Zytologie und HPV-Test) nach oKFE-RL ablehnt?

In diesem Fall kann die GOP 01760 EBM (KFU ohne Zytologie und HPV-Test) angesetzt werden.

 

10. Welche GOP „ersetzt“ die im Zuge der Anpassungen zur KFU gestrichene GOP 01730 EBM?

Die GOP 01760 EBM „ersetzt“ die bisherige GOP 01730 EBM.

 

Für jährliche gynäkologische Untersuchungen im Rahmen der KFU (ohne Abstrich und ohne HPV-Test) wurde die GOP 01760 in den EBM aufgenommen.