Labor

Jeder Vertragsarzt kann durch Überweisung an einen anderen Vertragsarzt die Durchführung erforderlicher diagnostischer Maßnahmen veranlassen, das bedeutet, dass jeder Vertragsarzt für seine Patienten Laboruntersuchungen beauftragen kann, vgl. § 24 BMV-Ä.

 

Zum 01.04.2018 erfolgte eine umfassende Reform des Laborkapitels im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (Kap. 32 EBM). Hintergrund dieser Änderung ist der stetig steigende Leistungsbedarf im Bereich Labor um jährlich rund fünf Prozent, und damit deutlich stärker als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV).

 

Wirtschaftlichkeitsbonus

Um einen Anreiz für eine wirtschaftliche Veranlassung von Laborleistungen zu schaffen, wird ein Wirtschaftlichkeitsbonus berechnet. Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird pro Praxis ermittelt.

 

Bei der Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen. Dieser Vergleich erfolgt mittels einem unterem und oberen begrenzenden Fallwert.

 

Eine Übersicht aller begrenzenden Fallwerte finden Sie hier.

 

Um die Höhe des Wirtschaftlichkeitsbonus zu berechnen, werden die anzurechnenden Fälle der Praxis mit der Punktzahl der Gebührenordnungsposition (GOP) 32001 und dem Wirtschaftlichkeitsfaktor multipliziert.

 

Die Übersicht der Bewertung der GOP 32001 je Fachgruppe finden Sie hier.

 

Liegt der arztpraxisspezifische Fallwert unter dem unteren arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwert oder ist dem gleich, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 1 und der Wirtschaftlichkeitsbonus kann in voller Höhe gezahlt werden. Ist der arztpraxisspezifische Fallwert dem oberen arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwert gleich oder liegt darüber, ist der Wirtschaftlichkeitsfaktor 0 und es kann kein Bonus ausgezahlt werden.

 

Die Berechnung des Wirtschaftlichkeitsfaktors erfolgt am Beispiel einer Hausarztpraxis wie folgt:

 

Wirtschaftlichkeitsfaktor =

 

3,80 – x
---------------
3,80 – 1,60         

  
x = arztspezifischer Fallwert =
Gesamtkosten Labor
----------------------------
           BHF

 

Weiter Informationen zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus finden Sie hier.

 

Gezählt werden alle Behandlungsfälle in denen eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale der EBM-Kapitel 3, 4, 7 bis 11, 13, 16, 17, 18, 20, 21, 26, 27 oder 30.7 berechnet wurde.

 

Die GOP 32001 wird bei Vorliegen der oben genannten Voraussetzungen weiterhin von der KVBB ihrer Abrechnung zugesetzt und berechnet. Die Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus wird in einem entsprechenden Nachweis in den Honorarunterlagen ausgewiesen.

 

Kennnummern (Ausnahmekennziffern)

Im Zuge der Überarbeitung des Kapitels 32 EBM erfolgte eine Anpassung der Kennnummern. Die Kennnummern befreien, bezogen auf die jeweilige Untersuchungsindikation, bestimmte Laboruntersuchungen von der Anrechnung auf die Kosten (arztpraxisspezifischer Fallwert).

 

Die Kennnummern gibt der Arzt nur noch in der Abrechnung gegenüber der KVBB an und nicht mehr auf dem Laborauftrag.

 

Eine Übersicht der Kennnummern und deren zugeordneten Ziffernkränze erhalten Sie hier. Eine ausführliche Version finden Sie hier.

 

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die EBM-Hotline der KVBB. Unsere Abrechnungsberater können Ihnen weiterhelfen.