Vertreter/Praxisvertretung/Vertreterregelung

Bei Urlaub, Krankheit, der Teilnahme an ärztlichen Fortbildungen oder an einer Wehrübung kann sich ein Vertragsarzt vertreten lassen. Für die Dauer seiner Abwesenheit hat er für eine ordnungsgemäße Vertretung Sorge zu tragen und zwar ab dem ersten Tag seiner Abwesenheit. Dauert die Abwesenheit des Arztes länger als eine Woche, muss dies der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) schriftlich gemeldet werden, unter Benennung des Vertreters (Anzeigepflicht).

 

Das Formular zur Anzeige einer Praxisvertretung finden Sie hier.

 

Eine kurzzeitige Vertretung aus den oben genannten Gründen ist innerhalb von 12 Monaten für maximal 3 Monate (65 Arbeitstage) möglich. Für Vertragsärztinnen ist die Vertretung im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu 12 Monaten möglich. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit sich für die Zeit der Kindererziehung vertreten zu lassen, dies ist bis zu  einer Gesamtdauer von 36 Monaten möglich, muss jedoch von der KVBB genehmigt werden. Die Genehmigungspflicht gilt auch für Vertretungen, die über den oben gennannten Zeitraum hinausgehen oder aus anderen als den genannten Gründen erfolgen sollen.  

 

Die Vertretungszeit bildet eine Ausnahme von der persönlichen Leistungserbringung, daher gelten die Vertretungsregularien nicht für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten in Bezug auf die Erbringung von probatorischen Sitzungen und genehmigten Psychotherapien.

 

Bei einer Vertretung bis zu vier Stunden an einem Tag, zählt diese als ein halber Tag und eine Vertretung mehr als vier Stunden am Tag, zählt als ganzer Tag.

 

Eine regelmäßige Vertretung, zum Beispiel ein Tag pro Woche oder alle zwei  Wochen ein Tag, ist anzeigepflichtig und das bereits ab der ersten Vertretung. Darüber hinaus ist jede Vertretung und deren Dauer spätestens mit der Vierteljahreserklärung anzuzeigen.

 

Die Meldung der Vertretung ist auch über unsere Online-Arztsuche möglich:

www.kvbb-arztsuche.de

 

Kollegiale Vertretung

Bei der kollegialen Vertretung wird ein Vertreter benannt aus der näheren Umgebung des zu vertretenden Vertragsarztes - nach kollegialer Abstimmung. Dieser ist ebenfalls niedergelassener Vertragsarzt und übernimmt die Behandlung der Patienten in der eigenen Praxis unter seiner BSNR und LANR. Für die von ihm in Vertretung  behandelten Patienten muss ein sogenannter  „Vertretungsschein“ angelegt werden (Muster 19, Scheinuntergruppe 42). Die Praxis des zu vertretenden Arztes ist geschlossen.

 

Persönliche Vertretung

Die persönliche Vertretung erfolgt in der Praxis des abwesenden, zu vertretenden Vertragsarztes. Die Abrechnung, der durch den Vertreter behandelten Patienten, erfolgt auf dem „Originalschein“ (Muster 5) unter der BSNR und LANR des Praxisinhabers.

 

Vertretung von angestellten Ärzten (innerhalb einer Arztpraxis, MVZ oder BAG)

Die Vertretung innerhalb eines medizinischen Versorgungszentrums, einer Berufsausübungsgemeinschaft oder die Vertretung eines angestellten Arztes ist keine Vertretung im eigentlichen Sinne. Das Bundessozialgericht hat in einem Urteil (B6 KA 31/10 R) klargestellt, dass eine Behandlung durch einen anderen Arzt einer BAG oder MVZ keine Vertretung im Sinne der Ärzte-ZV darstellt.

Die Abrechnung der behandelten Patienten erfolgt nicht auf dem Vertretungsschein (Muster 19) sondern im regulären Behandlungsfall der Einrichtung unter der LANR des Arztes der die Behandlung der Patienten anstelle des abwesenden Arztes übernimmt.

 

Grundsätze der Vertretung

Der Vertragsarzt hat seine Abwesenheit in geeigneter Weise mitzuteilen und dafür Sorge zu tragen, dass seine Patienten rechtzeitig über die getroffene Vertretungsregelung informiert werden (z.B. Ansage auf Anrufbeantworter, Mitteilung am Eingang der Praxis, Inserat in der Örtlichen Presse). Der zu vertretende Vertragsarzt muss sich von der fachlichen Qualifikation seines Vertreters überzeugen, das heißt er kann sich nur von einem approbierten Arzt mit der entsprechenden fachlichen Qualifikation (Fachidentität) vertreten lassen, vgl. § 3 Abs. 2 Ärzte-ZV.

 

Weitere Informationen zu den Rechtsgrundlagen der Vertreterregelung erhalten Sie unter den nachfolgenden Links.

 

Bundesmantelvertrag-Ärzte, §§ 14 und 17

 

Ärzte-ZV - Zulassungsverordnung für Vertragsärzte § 32

 

Sicherstellungsstatut Teil E