AOK-Rheumastrukturvertrag endet am 31.12.2021

Bekanntlich hat die AOK Nordost den bewährten Rheumastrukturvertrag zum Jahresende 2021 gekündigt. Zu einem Umdenken war die AOK trotz der umfänglichen gemeinsamen Argumentation von KV Brandenburg und Rheumatologen sowie der deutlichen Appelle der Rheuma-Liga im letzten halben Jahr leider nicht bereit.

 

Noch in „KV-Intern“ 11/2021 haben wir der Hoffnung Ausdruck verliehen, die AOK würde den Rheumastrukturvertrag im I. Quartal 2022 zunächst weitergelten lassen, um der Verhandlung einer Anschlussvereinbarung die notwendige Zeit einzuräumen. Aber auch die übergangsweise Fortgeltung des Strukturvertrages hat die AOK nun endgültig abgelehnt.

 

Und das, obwohl gerade eine aktuelle Patientenbefragung der AOK der Rheuma-Versorgung ihrer Versicherten erneut Bestnoten verliehen hat. In jedem Jahr werden die teilnehmenden Versicherten nach ihrer Zufriedenheit mit der Versorgung im Rahmen des Vertrages befragt. Auch im Jahr 2020 ist eine Patientenzufriedenheit von 91,57 Prozent und damit über 88 Prozent (Zielwert) erreicht worden, sodass die vereinbarte Vergütung um fünf Prozent erhöht wird.

 

Mit Blick auf die Arzneimittelversorgung haben die teilnehmenden Ärzte im Jahr 2020 ebenfalls das vertraglich fixierte Ziel zum Biosimilar-Anteil an den verordneten TNF-Alpha-Inhibitoren mit über 64 Prozent deutlich übererfüllt. Der erforderliche Aufwand wird mit einer weiteren Anhebung der Vergütung um zehn Prozent honoriert.

 

Beide Nachvergütungen werden nun leider letztmalig mit der nächsten Restzahlung ausgeschüttet. Ein schwacher Trost, denn ab 1. Januar 2022 sind für die Hausärzte die Symbolnummern 93420 bis 96422 und für die Rheumatologen die 93425 bis 93431 nicht mehr abrechnungsfähig.

 

Bleibt zu hoffen, dass der unausweichliche Bruch in der Versorgung keine bleibenden Schäden verursacht und die AOK erkennt, welch relevante Versorgungsfunktion dieser Vertrag für ihre Versicherten hatte!

 

 

14.12.2021