Die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur

Der Gesetzgeber hat mit dem eHealth-Gesetz die Anbindung aller Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI) der gematik vorgeschrieben. Als erste Anwendung muss der Versichertenstammdatenabgleich zwischen der Elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und den Krankenkassen umgesetzt werden.

 

Die Einführung der neuen Technik soll am 1. Juli 2017 starten und innerhalb von 12 Monaten abgeschlossen sein. Ob dieser Zeitplan haltbar ist, bleibt fraglich.

 

Die technische Umstellung erfolgt i.d.R. durch und mit Ihrem Systembetreuer.

 

Quelle: Strategy& WEVF Präsentation

 

Was benötigen Sie?

TI-Konnektor

Der TI-Konnektor ist das zentrale Gerät für den sicheren Netzzugang der TI. Hierüber werden die Schnittstelle zu Ihrem Praxisverwaltungssystem und der sichere Netzanschluss realisiert.

 

Stationäres Kartenterminal (eHealth-Kartenterminal)

Über das stationäre Kartenterminal ist eine sichere und schnelle Identifizierung von Arzt, Patient und Praxis möglich. Es werden die eGK, der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und die Praxiskarte (SMC-B) damit eingelesen. Das Gerät ermöglicht es auch, neuerdings auf die eGK zu schreiben. Damit das stationäre Kartenterminal im Verbund mit dem TI-Konnektor und der Praxissoftware funktioniert, muss eine gültige Praxiskarte oder ein gültiger eHBA im Gerät im Zugriff sein.

 

Finanzierung zu und

Praxen mit bis zu drei Ärzten erhalten für einen Konnektor (mit Funktion für die qualifizierte elektronische Signatur) und für neue stationäre Kartenterminals ab Juli 2017 3.055 Euro. Dieser Betrag gilt für das dritte Quartal 2017. In den drei Folgequartalen sinkt der Betrag, da der für den Konnektor inkludierte Preis jedes Quartal um jeweils zehn Prozent abgesenkt wird.

 

Mobiles Kartenterminal

Das mobile Kartenterminal kann im Unterschied zum stationären Kartenterminal nur lesend auf die eGK zugreifen und deren ausgelesene Daten zwischenspeichern. Anders als bisher ist dies nur möglich, wenn sich im Gerät eine gültige Praxiskarte oder der eHBA befindet.

 

Finanzierung

KBV und GKV-Spitzenverband haben einen Erstattungsbetrag für mobile Kartenterminals in Höhe von 350 Euro vereinbart.

 

Praxiskarte (SMC-B Karte)

Die Praxiskarte dient der Authentisierung der Praxis gegenüber den Diensten der TI. Sie ist bei einem von der KBV vertraglich verifizierten Trustcenter (Dienstleister) vom verantwortlichen Arzt der Praxis online zu bestellen.

 

Finanzierung

Es werden die Betriebskosten für den Praxisausweis in Form der SMC-B Smartcard in Höhe von 23,25 Euro/Quartal und Karte vergütet.

 

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA; elektronischer Arztausweis)

Der eHBA ist für die Anbindung der Praxis an die TI nicht zwingend erforderlich, aber für bestimmte Anwendungen der TI. Der Inhaber kann mit dem elektronischen Arztausweis eine elektronische Unterschrift erstellen, die sogenannte qualifizierte elektronische Signatur (QES). Diese wird heute schon benötigt, wenn Sie den qualifiziert signierten elektronischen Arztbrief nutzen oder für Überweisungen zum Labor (Muster 10 und 10A) bzw. radiologischen Telekonsil (Muster 6) digitale Vordrucke nutzen.

 

Im Rahmen der TI-Anwendungen kann mit dem elektronischen Arztausweis auf die medizinischen Daten zugegriffen werden, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind.

 

Dies bezieht sich absehbar auf die Anwendungen „Notfalldaten“ und „Medikationsplan“.

 

Finanzierung

Es werden die Betriebskosten für den Arztausweis in Form der HBA Smartcard mit
11,63 Euro/Quartal und Karte vergütet.

 

VPN-Zugangsdienst

Der VPN-Zugangsdienst ermöglicht den Zugang vom Konnektor zur TI und deren Diensten.

 

Praxissoftwareupdate

Die neue Technik der TI in der Praxis lässt sich nur in Betrieb nehmen, wenn Anpassungen in der eingesetzten Praxissoftware (AIS) vorgenommen werden. Dazu ist ein Update der Praxissoftware notwendig. Ob dieses Update für Ihre eingesetzte Software zur Verfügung steht, erfragen Sie bitte bei Ihrem Systembetreuer.

 

Finanzierung und

Ärzte und Psychotherapeuten erhalten eine einmalige Startpauschale von 900 Euro. Damit werden vor allem Kosten erstattet, die im Zusammenhang mit der Einführung der neuen technischen Ausstattung stehen.

 

Für die Finanzierung des laufenden Betriebs erhalten die Praxen eine Erstattung. Die Betriebskostenpauschale für die Wartung der Technik und deren Updates beträgt vom dritten Quartal 2017 bis zum zweiten Quartal des kommenden Jahres 298 Euro je Quartal, danach 248 Euro je Quartal.

 

 

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Die Einführung der neuen Technik wird i.d.R. von Ihrem Systembetreuer organisiert und durchgeführt.
Stand Mitte Mai 2017 sind noch nicht alle Detailfragen technisch und finanziell geklärt. Auch die genannten Erstattungsbeträge können sich noch ändern. Sie erhalten auf unserer Website aktuelle Informationen zur Umsetzung der Umstellung und zur Kostenerstattung.

 

Auch in den nächsten Ausgaben von „KV-Intern“ werden wir weitere Informationen veröffentlichen.

 

Für Rückfragen stehen Ihnen auch die Mitarbeiter unseres Online-Teams unter Tel.: 0331 98 22 98 - 06 gerne zur Verfügung.

23.05.2017