Digitales COVID-Impfzertifikat am Start

Ausstellung in Impfzentren, Praxen und Apotheken schrittweisemöglich

In allen Brandenburger Impfzentren werden seit dem 10. Juni digitale COVID-Impfnachweise ausgestellt. Bekommen kann ihn jeder, der dort seine zweite Impfung erhält. Alle, die in einem Impfzentrum oder durch ein mobiles Impfteam bereits zweimal geimpft wurden, bekommen ihr Zertifikat automatisch per Post zugeschickt.

 

Ambulant tätige Haus- und Fachärzte können das digitale Impfzertifikat ebenfalls ausstellen: sowohl für Menschen, die sie in der eigenen Praxis impfen oder geimpft haben, als auch für solche, die ihre Corona-Impfung woanders erhalten haben. Möglich sein wird das voraussichtlich Anfang Juli. Vorausgesetzt, das notwendige Update wird bis dahin in die Praxisverwaltungssysteme (PVS) eingespielt.

 

Um die Ärzte zu entlasten, können auch Apotheken seit dem 14. Juni den digitalen Impfnachweis nachträglich ausstellen.

 

Dem Rollout der neuen Technik war ein zweiwöchiger bundesweiter Feldtest vorausgegangen, der am 27. Mai im Impfzentrum in der Potsdamer Metropolishalle gestartet war.

 

„Mit unserem erfolgreichen Feldtest haben wir maßgeblich dazu beigetragen, dass der digitale Impfnachweis nun landesweit in den Impfzentren ausgerollt werden konnte“, so der Vize-Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Holger Rostek.

 

Digital, doch auf Papier

Im ersten Schritt kommt der digitale Corona-Impfnachweis noch ziemlich analog daher: als ausgedrucktes DIN A4-Blatt mit einem QR-Code. Dieser enthält Namen, Vornamen und Geburtsdatum des Geimpften, Angaben zum Impfstoff, das Datum der Impfung sowie eine Sicherheitsnummer. Erzeugt wird der QR-Code durch den Impfzertifikatsservice des Robert Koch- Instituts (RKI).

 

Im zweiten Schritt wird’s digital. Der QR-Code kann mit dem Smartphone abgescannt und in spezielle Apps eingelesen werden. Das Impfzertifikat wird damit lokal auf dem Smartphone gespeichert. Nutzer brauchen dann bei Bedarf einfach nur ihre App und den Personalausweis zeigen, um ihren Impfstatus nachzuweisen.

 

Wer kein Smartphone hat, legt seinen Papierausdruck vor. Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, wird es eine Prüf-App geben. Damit kann der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flugoder Bahntickets gescannt werden.

 

Unabhängig davon gilt nach wie vor: Auch der gelbe Internationale Impfausweis kann als Nachweis genutzt werden – vorausgesetzt, die Corona-Impfung(en) wurde(n) darin dokumentiert.

 

Zertifikats-Modul fürs PVS

Um die Erstellung des digitalen Impfnachweises für die ambulant tätigen Ärzte möglichst einfach und unbürokratisch zu halten, wird es für die PVS spezielle Impfzertifikats-Module geben. So können die dokumentierten Patientendaten aus dem PVS für das Zertifikat genutzt und eine nochmalige Erfassung der Daten vermieden werden.

 

Die Bundesregierung hat in einer Ausschreibung die PVS-Hersteller aufgefordert, mit dem Software-Update Ende Juni – spätestens jedoch zum 12. Juli – ein entsprechendes Software-Modul bereitzustellen. Dies soll für die Ärzte kostenfrei erfolgen. Die Kosten übernimmt der Bund.

 

Praxen, die Impfzertifikate über ihr PVS erstellen wollen, müssen an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Über die TI prüft der Impfzertifikatsservice des RKI die Zugangsberechtigung. Die Daten des Geimpften für die Erstellung des Zertifikats werden dann automatisch aus dem PVS übernommen.

 

Webbasierte Lösung

Solange das PVS-Modul noch nicht verfügbar ist oder Sie den Impfnachweis für jemanden ausstellen wollen, der nicht in Ihrer Praxis geimpft wurde, ist dies über eine Webanwendung des RKI, den „CovPass Issuer“, – ebenfalls innerhalb der TI – möglich.

 

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder rufen Sie direkt die Webanwendung (https://web.impfnachweis.info/kv ) auf, wählen dann die KV Brandenburg aus und loggen sich anschließend mit Ihren gewohnten Zugangsdaten ein. Oder Sie gehen über das KVBB-Abrechnungsportal im DatenNerv und rufen das Modul „Impfnachweise“ auf. Detaillierte Bedienungshinweise zur Erstellung des Impfzertifikats mit dem „CovPass Issuer“ des RKI finden Sie auf unserer Website im KVBB-DatenNerv.

 

Gestaffelte Vergütung

Vergütet wird die Erstellung des Impfzertifikats je nach dem (Prüf)-Aufwand, der damit verbunden ist. Die Corona-Impfverordnung sieht folgende Vergütungen vor:

Pseudo-GOP

Leistung gemäß Corona-Impfverordnung

Vergütung

Impfzertifikat für Personen, die in der eigenen Praxis geimpft wurden

88350

Ausstellung eines Impfzertifikats pro Impfung

6 Euro

88351

Ausstellung eines Impfzertifikats automatisiert mithilfe des PVS-Systems

2 Euro

Impfzertifikat für Personen, die nicht in der eigenen Praxis geimpft wurden

88352

Ausstellung eines Impfzertifikats

18 Euro

88353

Ausstellung eines Impfzertifikats für die Zweitimpfung, wenn dieselbe Praxis in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang das Zertifikat für die Erstimpfung erstellt hat

6 Euro

 

Die Abrechnung erfolgt über die KVBB. Ärzte nutzen dazu die Pseudo-Gebührenordnungspositionen. Ein Impfzertifikat kann für die Erst- und Zweitimpfung ausgestellt werden.

 

 

22.06.2021