eGK ohne Foto: Das müssen Sie beachten

Anspruchsnachweis anstelle eGK nur im Ausnahmefall und befristet

 

Seit dem 1.1.2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte (eGK)!

 

Derzeit erreichen uns zahlreiche Fragen zur Gültigkeit von Karten ohne Lichtbild. Nachfolgend möchten wir Ihnen die Schwerpunkte, welche es im Praxisalltag zu beachten gilt sowie Unterscheidungsmerkmale zur mittlerweile ungültigen Krankenversichertenkarte (KVK) gegenüber der eGK aufzeigen:

 

Merkmal

eGK

KVK

Lichtbild

vorhanden, es gibt Ausnahmen (s.u.)

nicht vorhanden

Vitruvianischer Mensch

links mit Einbindung des Mikrochips

rechts

Schriftzug

„Gesundheitskarte“ oben rechts

„Versichertenkarte“ unten rechts

Versichertennummer

beginnt mit einem Buchstaben

besteht lediglich aus Ziffern

 

Ausnahmen von der Lichtbildverpflichtung bestehen für Versicherte

  • unter 15 Jahren,  
  • nach Vollendung des 15. Lebensjahres, sofern eine eGK ohne Lichtbild vor Vollendung des 15. Lebensjahres mit einer Gültigkeit von fünf Jahren ausgestellt wurde, und
  • die aus medizinischen Gründen, z.B. bei Bettlägerigkeit, schwerer Pflegebedürftigkeit oder dementen Versicherten kein Foto übermitteln können oder aus religiösen Gründen

Bitte beachten Sie außerdem:

Im Ausnahmefall und zur Überbrückung der Übergangszeit bis der Versicherte eine eGK erhält, dürfen die Krankenkassen als Ersatz einen Anspruchsnachweis (Beleg) ausstellen. Auf dem Beleg muss die Krankenkasse vermerken, wie lange dieser gültig ist. Ein solcher Beleg ist kein dauerhafter Ersatz für die eGK. Vom Patienten ist dieser Anspruchsnachweis (Beleg) beim Arztbesuch anstelle der eGK vorzulegen. In Ihrer Praxisverwaltungssoftware können Sie den Abrechnungsschein im Ersatzverfahren anlegen, den Beleg sollten Sie zur Dokumentation in der Patientenakte aufbewahren.

 

Im Übrigen kommt das Ersatzverfahren nur zur Anwendung, wenn

  • eine Notfallbehandlung vorliegt,
  • der Versicherte die Krankenkasse oder die Versichertenart gewechselt hat, aber noch die frühere eGK (nicht KVK!) vorlegt.
  • die eGK oder das Kartenterminal defekt ist,
  • für Hausbesuche kein mobiles Kartenlesegerät zur Verfügung steht und keine in der Praxis vorgefertigten Formulare verwendet werden können.

Sofern sich im Verlauf des Quartals die Möglichkeit hierzu ergibt, sollten Sie eine gültige eGK Ihres Patienten einlesen.

 

Weitere Details zum Umgang mit der eGK finden Sie hier.

09.02.2015