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Aktualisierungen zum DMP Asthma zum 1. April 2019

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Vorgaben zum DMP Asthma in der DMP-Anforderungen-Richtlinie turnusmäßig aktualisiert. Eine wesentliche inhaltliche Neuerung betrifft die Teilnahmemöglichkeit für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres zur Kontrolle der Beschwerden, denn eine endgültige Aussage über den weiteren Verlauf der Krankheitssymptome ist zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Möglichkeit einer spontanen Ausheilung der Erkrankung nicht möglich. Es soll daher mindestens einmal jährlich eine mögliche Beendigung der Teilnahme aufgrund veränderter Symptome überprüft werden.

 

Die Komorbiditäten wie Rhinosinusitis, Polyposis nasi, bei Kindern Pseudokrupp, adenoide Vegetationen und Adipositas rücken mehr in den Fokus.

 

Für die Basistherapie bestehen neue Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise die Therapie mit monoklonalen Antikörpern, die möglichst durch den Facharzt erfolgen sollte.

 

Die geänderten Versorgungsinhalte sind bis zum 1. April 2019 in den regionalen Vereinbarungen umzusetzen.

 

Wenige Tage vor Ablauf dieser Frist haben die Vertragspartner eine Einigung erzielt. Größter Streitpunkt war – wie so oft – die Vergütung. Die KVBB hatte eine längst überfällige Anhebung der seit mehr als zwölf Jahren unveränderten Vergütung gefordert. Die Kassenseite hat dies nur sehr zögerlich – letztendlich aber mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann – akzeptiert:

 

Die Betreuungspauschalen für den koordinierenden Vertragsarzt (SNR 96612) und den mitbetreuenden Facharzt (SNR 96613) werden in zwei Schritten angehoben: von bisher 10 Euro auf 12,50 Euro ab 1. April 2019 und ab 1. April 2020 auf 13 Euro je Behandlungsfall. Darin eingepreist sind auch die hohen Betreuungsaufwände für (noch) rauchende Patienten und für Kleinkinder und Teenager, die in den Verhandlungen intensiv diskutiert wurden, für deren separate Honorierung auf der Kassenseite aber leider keine Mehrheit gefunden werden konnte.

 

Eltern betroffener Kleinkinder können ein neues Patientenschulungsprogramm in Anspruch nehmen: die sog. ASEV Schulung = Asthmaschulung für Eltern von Vorschulkindern, Asthma- Kleinkindschulung, die in 13 Unterrichtseinheiten durchgeführt wird. Je Unterrichtseinheit und Patient erhält der schulende Vertragsarzt eine Vergütung in Höhe von 25 Euro (SNR 96634).

 

Auch für die bereits etablierte Patientenschulung „Qualitätsmanagement in der Asthmaschulung von Kindern und Jugendlichen der AG Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e. V.“ gilt ab 1. April 2019 ein erhöhter Preis von 25 Euro je Unterrichtseinheit und Patient (anstelle bisher 22,50 Euro).

Eine Gesamtaufstellung der im Rahmen des DMP Asthma abrechnungsfähigen Positionen finden Sie nachstehend:

 

 

SNR

Einschreibung, Beratung und Erstdokumentation

25 Euro

96610

Beratung und Folgedokumentation

15 Euro

96611

Betreuungspauschale koordinierender Vertragsarzt

Ab 1. April 2019:
12,50 Euro

Ab 1. April 2020:
13 Euro

96612

Betreuungspauschale mitbetreuender Facharzt

Ab 1. April 2019:
12,50 Euro

Ab 1. April 2020:
13 Euro

96613

Patientenschulungen

Qualitätsmanagement in der Asthmaschulung von Kindern und Jugendlichen

30 UE; je Patient und UE

25 Euro

96630

ASEV- Asthmaschulung für Eltern von Vorschulkindern, Asthma- Kleinkindschulung

13 UE; je Patient und UE

25 Euro

96634

Ambulante Fürther Asthmaschulung (AFAS / NASA)

6 UE; je Patient und UE

25 Euro

96631

Schulungsmaterial je Patient

10 Euro

96632

 

Einen wichtigen Stellenwert räumt das DMP Asthma dem Thema Tabakentwöhnung ein. Bei jeder Konsultation soll der Raucherstatus der Teilnehmer erfragt werden. Jeder rauchende Patient mit Asthma bronchiale soll Zugang zu einem strukturierten, evaluierten und publizierten Tabakentwöhnungsprogramm erhalten.

 

Folgende Tabakentwöhnungsprogramme sind anwendbar:

  • Mein Nichtraucherprogramm (BdP-Bundesverband der Pneumologen in Deutschland)
  • Rauchfrei-Programm (IFT-Institut München)
  • Nichtraucher in sechs Wochen (Universitätsklinik Tübingen, Professor Batra)
    Batra A, Buchkremer G. Nichtraucher in 6 Wochen: Ein Selbsthilfeprogramm für alle, die das Rauchen aufgeben wollen: Ratingen, Preuss; 2003

Was ändert sich sonst noch?

Die geänderten Versorgungsinhalte spiegeln sich in der neu gefassten Anlage „Qualitätssicherung“ wider. Außerdem wurde die Patienteninformation hinsichtlich der neuen Versorgungsinhalte aktualisiert (die entsprechend der EU-DSGVO aktualisierten Teilnahme- und Einwilligungserklärungen und Datenschutzinformationen kommen bereits seit 1. Juli 2018 zum Einsatz). Ab 1. April 2019 gilt außerdem eine aktualisierte indikationsspezifische Dokumentation.

 

Aufgrund einer Forderung des BVA besteht für fachärztlich tätige Internisten zukünftig nicht mehr die im Ausnahmefall (bei einem Versorgungs- oder DMP-Teilnahmegrad von weniger als 75 Prozent der Hausärzte) eröffnete Teilnahmemöglichkeit als koordinierende Vertragsärzte. Bereits erteilte Genehmigungen gelten selbstverständlich fort. 

 

In der zweiten Versorgungsebene entfällt für Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zwischen einem und 18 Jahren die Schulungsberechtigung für ein akkreditiertes Schulungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit Asthma als Teilnahmevoraussetzung.

 

Haben wir Ihr Interesse an einer Vertragsteilnahme geweckt? Die neu gestaltete Teilnahmeerklärung steht auf unserer Homepage für Sie bereit!

 

Den aktualisierten Vertrag finden Sie im geschützten Bereich unserer Homepage unter der Rubrik Verträge.

 

 

05.04.2019