Elektronische Patientenakte startet am 1. Juli

Ab 1. Juli müssen alle ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten die notwendige Ausstattung vorhalten, um Daten über die Telematikinfrastruktur (TI) in die elektronische Patientenakte (ePA) zu übertragen.

 

Die ePA soll Patientendaten digital bündeln, die an verschiedenen Orten, wie Praxen oder Krankenhäusern, abgelegt sind. Sie kann folgende Daten enthalten:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Medikationsplan
  • Notfalldatensatz

Die ePA ist patientengeführt. Das heißt, Patienten entscheiden selbst, ob sie eine solche Akte haben wollen, was dort gespeichert bzw. gelöscht wird und wer welche Dokumente sehen und lesen darf.

 

Technische Voraussetzungen

Die Praxis muss an die TI angeschlossen sein. Außerdem notwendig:

  • Update zum ePA-Konnektor: Für Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Systemhäuser.
  • PVS-Modul für die ePA: Für Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre Systemhäuser.

Für die qualifizierte elektronische Signatur von Dokumenten ist zudem der elektronische Heilberufeausweis der zweiten Generation notwendig.

 

Auslesen der ePA

Ärzte und Psychotherapeuten können in ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS), erkennen, wenn ihnen Patienten Zugriff auf Dokumente in ihrer ePA gewährt haben. Je nach Umsetzung im PVS werden die in der ePA zugänglichen Informationen in einem eigenen Ordner oder Reiter dargestellt. Dokumente, die für die Behandlung besonders relevant sind, können als lokale Kopien in das PVS übertragen werden.

 

Speichern von Dokumenten in der ePA

Auf Wunsch des Patienten sind Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, Kopien von patientenbezogenen Dokumenten in der ePA zu speichern. Dies betrifft jedoch nur den aktuellen Behandlungskontext.

 

Achtung: Die Daten müssen einer Kategorie zugeordnet werden, zum Beispiel zu Befunden, Therapiemaßnahmen oder zum elektronischen Medikationsplan. Zudem muss auf die Angabe in den Metadatenfeldern geachtet werden. Folgende Metadatenattribute sind wichtig: Name des Arztes/Psychotherapeuten, Fachrichtung, Behandlungsdatum, Klassifikation des Dokuments (etwa Befundbericht, Attest).

 

Praxen sollten dokumentieren, welche Daten sie in die ePA übertragen haben. Da ein Patient Informationen in seiner ePA jederzeit löschen kann, ohne dass dies protokolliert wird, kann im Nachgang nicht mehr nachvollzogen werden, ob und welche Daten eine Praxis gespeichert hatte.

 

Befüllung ist delegierbar

Die Übertragung der Daten in die ePA kann an qualifiziertes Praxispersonal delegiert werden. Ebenso, dass Praxismitarbeiter Patienten auf mögliche versorgungsrelevante Folgen einer unterbliebenen ePA-Befüllung hinweisen.

 

Die Auswahl der Daten, die gespeichert werden sollen, muss jedoch der Arzt oder Psychotherapeut selbst treffen. Denn nur er kann die Relevanz der Informationen für die aktuelle und künftige medizinische Versorgung des Patienten beurteilen.

 

ePA mit elektronischem Medikationsplan synchronisieren

Änderungen des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte des Patienten müssen auch in der ePA gespeichert werden. So soll sichergestellt werden, dass die Angaben zu eingenommenen Arzneimitteln sowohl in der ePA als auch im elektronischen Medikationsplan auf dem aktuellen einheitlichen Stand sind.

 

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Patient einer entsprechenden Aktualisierung zustimmt und die Zugriffsberechtigung erteilt hat.

 

Löschen von Dokumenten

Patienten können Dokumente jederzeit eigenständig aus ihrer ePA löschen. Praxen können deshalb auch nicht automatisch davon ausgehen, ein vollständiges Bild des Krankheitsverlaufs über die ePA zu erhalten.

 

Vergütung

Für die sektorenübergreifende Erstbefüllung der ePA hat der Gesetzgeber zehn Euro festgelegt.

 

Die Umsetzung der Abrechnung wird derzeit verhandelt.  

 

Werden später weitere Dokumente abgelegt oder verarbeitet, zahlen die Krankenkassen einmal pro Quartal eine Zusatzpauschale von 1,67 Euro (GOP 01647) zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale.

 

Kommt der Patient nicht in die Sprechstunde und wird keine Videosprechstunde durchgeführt, sind es 33 Cent (GOP 01431) bis zu viermal je Arztfall.

 

Weitere Information


Website der KBV 

Website der gematik

25.06.2021