Fragen und Antworten zur neuen Honorarreform

Welches QZV wird in III/2010 zugewiesen, wenn im Vergleichsquartal des Jahres 2009 noch keine Leistung des entsprechenden qualifikationsgebundenen Zusatzvolumens erbracht wurde, in III/2010 aber der Qualifikationsnachweis vorliegt (z.B. Psychosomatische Grundversorgung, Übende Verfahren)?

Da der KVBB als Grundlage für die Ermittlung des Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumens (QZV) noch keine Abrechnungsdaten vorliegen, kann ein solches QZV im Zuweisungsbescheid für III/2010 nicht ausgewiesen werden. Es wird aber unabhängig hiervon unter Berücksichtigung der Abrechnungsdaten des III. Quartals 2010 im Honorarbescheid gewährt. Ein Antrag ist hierfür nicht erforderlich.

Was bedeutet Clusterung beim QZV?

Die QZV werden in Brandenburg als Zuschlag je RLV-Fall gewährt. Um eine Differenzierung innerhalb der Arztgruppen vorzunehmen, werden die Ärzte in Gruppen (Cluster) je nach individueller Leistungsintensität eingeteilt. Hierbei werden acht Cluster vom 0,25 – fachen bis 2-fachen des Durchschnitts der Ärzte einer Arztgruppe, die die entsprechenden Leistungen abrechnen, gebildet. Bei der Einordnung erfolgt eine begünstigende Aufrundung auf das nächsthöhere 0,25er Cluster. Ein Arzt kann maximal das Doppelte des durchschnittlichen Leistungsbedarfs zugewiesen bekommen. Ausnahme hiervon bilden einige QZV, für die keine Cluster gebildet werden. Genaueres zur Berechnung finden Sie in der Broschüre zur Honorarreform auf der Seite 22.

Was wird außerhalb der MGV an freien Leistungen bezahlt und gibt es dafür eine Mengenbegrenzung?

Die Leistungen, die von den Krankenkassen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet werden, können weiterhin frei zum vollen Preis ohne Mengensteuerung abgerechnet werden. Hierzu gehören unter anderem Leistungen der Prävention, des Ambulanten Operierens sowie DMP. Eine vollständige Auflistung der Leistungen finden Sie in der Broschüre zur Honorarreform auf der Seite 26 unter Punkt 2.5.2.

Warum werden identische QZV in unterschiedlichen Arztgruppen unterschiedlich vergütet?

Die Ermittlung der QZV je Arztgruppe erfolgt auf Basis des historischen Leistungsbedarfs der jeweiligen Arztgruppe unter Berücksichtigung der Finanzierbarkeit. Die Werte müssen von daher zwischen den Arztgruppen differieren. Gleiches galt für die Teilradiologie bereits seit dem 01.07.2009 mit der Besonderheit, dass hier unterschiedliche Werte je Arztgruppe auf Bundesebene festgelegt wurden. Die Clusterung bewirkt unabhängig vom ermittelten Durchschnittswert eine Berücksichtigung der individuellen Anforderung.

Wie erfolgt bei Tätigkeit in einem MVZ / einer Berufsausübungsgemeinschaft die Ermittlung der individuellen RLV-Fallzahl?

Für die Fallzählung sind im Wesentlichen die kurativ-ambulanten Fälle relevant. In MVZ/BAG wird die Arztfallzahl des jeweiligen Arztes zur Summe aller Arztfälle der Praxis ins Verhältnis gesetzt und mit der Behandlungsfallzahl der Praxis multipliziert.

Welche QZV gibt es für welche Arztgruppe?

Die Basis für die Bildung der QZV bildet Teil F des Beschlusses des Bewertungsausschusses vom 26. März 2010. Der Beschluss lässt jedoch regionale Gestaltungsspielräume offen, die die KV BB unter der Maßgabe, nur die wesentlichen QZV zu bilden, genutzt und mit den Krankenkassen verhandelt hat. Die genaue Abstimmung der QZV ist in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden geschehen. Eine Aufstellung über die für die KV BB maßgeblichen QZV je Arztgruppe finden Sie in der Broschüre zur Honorarreform ab Seite 32.

Wie werden die Langzeit-EKG als Auftragsleistung und die Sonstigen Hilfen vergütet?

Die Leistungen des Kapitels 1.7.3 bis 1.7.7 EBM (Sonstige Hilfen) und die Auswertung der Langzeit-EKG als Auftragsleistung werden separat aus eigenen Honorarfonds vergütet. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die vom Bewertungsausschuss vorgegebene Fallzählung nicht mit der Systematik der sonstigen Fallzählung übereinstimmt, und die Sonstige Hilfe gemäß RVO und SGB V keine kurative Leistung ist.

Warum gibt es für Fachärzte für Nervenheilkunde kein QZV Richtlinienpsychotherapie II?

Fachärzte für Nervenheilkunde, Psychiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalten die Leistungen der antragspflichtigen Psychotherapie weiterhin außerhalb der RLV/QZV aus dem Honorarfonds antrags- und genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen zum vollen Preis nach Euro-GO vergütet.

Wie werden Dringende Besuche vergütet?

Dringende Besuche sind ab dem 01. Juli 2010 wieder Bestandteil des Regelleistungsvolumens.

08.07.2010