Gesamtvergütung 2020

Erstmals seit Langem haben sich die Vertragspartner bereits im Vorjahr auf die Eckpunkte der Gesamtvergütung des Folgejahres verständigt, sodass die Gesamtvergütungsvereinbarung für das Jahr 2020 zwischenzeitlich unterzeichnet werden konnte. Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.

 

Wie in den vergangenen Jahren haben sich KVBB und Krankenkassen auf die Übernahme der auf der Bundesebene getroffenen Vorgaben verständigt. Daher gilt der bundeseinheitliche Orientierungswert in Höhe von 10,9871 ct als regionaler Punktwert (Steigerung um 1,52 Prozent). Der Behandlungsbedarf wird nur geringfügig um etwas mehr als 0,054 Prozent angehoben, weil das Durchschnittsalter der Versicherten erneut gesunken ist und die Morbiditätsentwicklung eine minimale Steigerung aufweist.

 

An den Strukturkosten für den Bereitschaftsdienst beteiligen sich die Krankenkassen in diesem Jahr mit 1,5 Mio. Euro und damit mit einem höheren Betrag als noch 2019.


Die Wegepauschalen steigen ebenso wie der regionale Punktwert um 1,52 Prozent.

 

Für förderungswürdige Leistungen stellen die Krankenkassen abermals 5,5 Mio. Euro bereit. Eine Veränderung des Leistungskatalogs gegenüber dem Vorjahr war auf Drängen des Bundesamtes für Soziale Sicherung notwendig, da dieses die bisherige Förderpraxis zum Teil in Frage gestellt hat. Die KVBB hat daraufhin nach Diskussion mit den betroffenen Berufsverbänden und den beratenden Fachausschüssen den neuen Katalog für förderungswürdige Leistungen mit den Krankenkassen konsentiert. Ihnen ist dieser Katalog als Anlage 3 zum HVM bekannt. Über die Veränderungen gegenüber 2019 hatten wir bereits im Rahmen der Honorarverteilung zum I. Quartal 2020 informiert (KV-Intern 12/2019, S. 20).

 

Neu in den EBM aufgenommene Leistungen werden wie in den Vorjahren extrabudgetär vergütet, wenn eine Empfehlung der Bundesebene dies vorsieht. Das gilt beispielsweise für biomarkerbasierte Tests beim primären Mammakarzinom.

 

Bekanntermaßen hat die Bundesebene vor Kurzem Beschlüsse gefasst, die regeln, dass die durch das Coronavirus verursachten Mehrkosten extrabudgetär durch die Krankenkassen vergütet werden. Auch diese Regelung ist in unserer Gesamtvergütungsvereinbarung bereits umgesetzt.

 

Das Verhandlungsergebnis insgesamt gleicht den Abschlüssen der anderen Kassenärztlichen Vereinigungen. Beide Vertragspartner haben versucht, den vorgegebenen Rahmen so weit als möglich für die Vergütung der Vertragsärzte und die Versorgung der Versicherten auszuschöpfen.

 

Den Vertrag finden Sie im geschützten Bereich unserer Homepage unter der Rubrik Verträge der KVBB.

 

 

28.05.2020