HIV-Präexpositionsprophylaxe ab 1. September Kassenleistung

Die medikamentöse HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird zum 1. September als neue Leistung in den EBM aufgenommen.

Anspruch auf die neuen Leistungen und die Versorgung mit entsprechenden Arzneimitteln haben Versicherte mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko, wenn sie das 16. Lebensjahr vollendet haben (geregelt in Paragraf 2 Anlage 33 BMV-Ä).

Zur Abrechnung der PrEP wird der Abschnitt 1.7.8 mit neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen.

Die Abrechnung der neuen GOP erfordert eine entsprechende Genehmigung durch die KVBB. Allgemeinmediziner, Hausarztinternisten, Urologen, Gynäkologen, Hautärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner können unter den nachfolgenden Voraussetzungen eine Genehmigung erhalten:

  • stündige Hospitation in einer ambulanten oderstationären Einrichtung zur medizinischen Betreuung von HIV-/Aids-Patienten und
  • Nachweis von fachlicher Kompetenz durch die Präsenz bei der Behandlung von mindestens 15 Personen mit HIV/Aids und/oder mit PrEP und
  • theoretische Kenntnisse im Bereich „HIV/Aids“ und sexuell übertragbare Infektionen durch die Erlangung von 8 Fortbildungspunkten innerhalb von einem Jahr vor Antragstellung.

Die neuen GOP im Überblick:

 

 

Gebührenordnungs-position (GOP)

Bezeichnung

Vergütung*

01920

Beratung vor Beginn einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

je vollendete 10 Minuten berechnungsfähig

115 Punkte /
12,45 Euro

01921

Einleitung einer HIV-Präexpositionsprophylaxe

(PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig

115 Punkte /
12,45 Euro

01922

Kontrolle im Rahmen einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 des BMV-Ä

je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig

57 Punkte /
6,17 Euro

* auf Basis des aktuell geltenden Orientierungwertes 2019 (10,8226 Cent)

 

Darüber hinaus werden in dem Abschnitt 1.7.8 die im Rahmen einer PrEP erforderlichen Laborleistungen aufgenommen (GOP 01930 bis 01936), beispielsweise die Untersuchung auf eine HI-Virus- oder ein HCV-Infektion. Eine Untersuchung auf die sexuell übertragbaren Erkrankungen Syphilis, Gonokokken- und Chlamydieninfektion kann bei entsprechendem Risikoverhalten veranlasst werden.

 

Die Honorierung der GOP des Abschnitts 1.7.8 erfolgt zunächst für zwei Jahre extrabudgetär.

 

 

 

 

 

23.09.2019