Honorarverteilung 2020: Das beschloss die Vertreterversammlung

Die Vertreterversammlung der KV Brandenburg hat am 19. Juni 2020 zwei grundlegende Beschlüsse zur Weiterentwicklung des Honorarverteilungsmaßstabes (HVM) im Jahr 2020 gefasst.

 

Umsetzung Rettungsschirm zum I. Quartal 2020
Der Rettungsschirm für Arztpraxen ist ein Teil des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes. Daher galt es zunächst, die Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen zum Ausgleich pandemiebedingter Honorarverluste regional umzusetzen. Hierzu wurde eine umfassende Regelung beschlossen, die für Leistungen der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung einen Ausgleich auf ein Niveau zwischen 90 und 100 Prozent des Vorjahresquartals und für extrabudgetäre Leistungen ein Ausgleichsniveau von 90 Prozent sichert.

 

Die Ausgleichszahlungen im extrabudgetären Bereich umfassen auch die mit allen Krankenkassen geschlossenen Sonderverträge, wie DMP, Onkologievereinbarung und Sozialpsychiatrievereinbarung. Allerdings stehen diese noch unter dem Vorbehalt der Zahlung durch die Krankenkassen.

 

Um Geld aus dem Rettungsschirm zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Beispielsweise müssen Ärzte und Psychotherapeuten im Ausgleichszeitraum ihren Versorgungsauftrag in vollem Umfang erfüllt haben. Zudem ist ein Antrag je Praxis und die Angabe weiterer Informationen, z. B. zu eventuell erhaltenen Ausgleichszahlungen aufgrund anderer Anspruchsgrundlagen, erforderlich. Weitere Informationen:
www.kvbb.de/praxis/honorar  und
www.kvbb.de/corona

 

Änderungen der Honorarverteilung zum III. Quartal 2020

Zusätzlich wurden ab dem III. Quartal grundsätzliche Änderungen der Honorarverteilung vorgenommen.

 

Im hausärztlichen Versorgungsbereich gelten künftig keine Begrenzungen mehr über das Regelleistungsvolumen (RLV) und das Qualifikationsbezogene Zusatzvolumen (QZV). Die RLV-Systematik wird insofern für Haus- und Kinderärzte abgeschafft. Zukünftig wird eine Vergütung der abgerechneten Leistungen innerhalb eines Korridores von 95 und 100 Prozent des Orientierungswertes erfolgen. Die Honorarregelungen sind somit enorm vereinfacht, ohne dass die Kalkulationssicherheit der Praxen leidet.

 

Im fachärztlichen Versorgungsbereich bleiben die RLV/QZV bestehen. Hier greifen ab dem III. Quartal vor allem die Effekte der EBM-Weiterentwicklung. Diese werden vollständig umgesetzt und haben entscheidene Auswirkung auf die veröffentlichten Fallwerte.

 

Für Arzgruppen, die durch die EBMÄnderungen einen Anteilsverlust von über fünf Prozent erleiden, werden im Rahmen einer Konvergenzphase die Verluste bezogen auf den Arztgruppenanteil auf fünf Prozent begrenzt.

 

Weiterhin ist zu beachten, dass die Berechnung der Fallzahlzuwachsbegrenzung künftig auch TSVG-Fälle mit umfasst. Im Gegenzug bilden die durchschnittlichen Fallzahlen weiterhin das volle Fallzahlspektrum einer Praxis ab. Da der Vorstand coronabedingt die Fallzahlbegrenzungsmaßnahmen für das Jahr 2020 ausgesetzt hat, kommt dieser Teil der Regelungen allerdings frühestens im Jahr 2021 zum Tragen.

 

Weitere Informationen, der aktuelle HVM sowie die Fallwerte:
www.kvbb.de/praxis/honorar

 

 

 

 

 

 

22.07.2020