Honorarverteilung im I. Quartal 2010

Für die Honorarverteilung im I. Quartal 2010 stand in Brandenburg eine morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (M-GV) von 178 Mio. € zur Verfügung. Nach Abzug der Zahlungen im Rahmen des Fremdkassenzahlungsausgleichs sowie der Vergütung der antragspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen verblieben 153 Mio. € zur Aufteilung auf die Honorarfonds Hausärzte/Fachärzte. Zusätzlich konnten außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung Leistungen im Umfang von 55 Mio. € vergütet werden.

Die bereits im IV. Quartal 2009 vorgenommene Bereinigung der Gesamtvergütung bezüglich des mit der AOK Berlin-Brandenburg geschlossenen Selektiv-Vertrages zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung gem. § 73c SGB V über den Versorgungsauftrag zur Behandlung und Versorgung von AOK-Versicherten mit ausgewählten, operationsbedürftigen Augenerkrankungen wurde auch für das 1. Halbjahr 2010 mit der AOK vereinbart. Von der Bereinigung sind nur die Ärzte betroffen, die auch an dem Vertrag teilnehmen.

Neben dem Behandlungsbedarf je Versicherten ist für die Ermittlung der Höhe der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung auch die Anzahl der Versicherten im jeweiligen Quartal relevant. Mit Ausnahme des Verbandes der Ersatzkassen (teilweise fusionsbedingt) verzeichnen alle Kassenarten Rückläufe in ihren Versichertenzahlen.

Versichtertenentwicklung von I/2010 zu I/2009

Die durchschnittliche Überschreitung des Regelleistungsvolumens betrug bei Hausärzten ca. 12 Prozent und bei Fachärzten ca. 25 Prozent. Die das A-RLV überschreitenden Leistungsanteile konnten gemäß § 9 M-GV/A-RLV Vertrag 2010 im Honorarfonds der Hausärzte auf Basis eines Punktwertes von 1,2491 ct, im Honorarfonds Fachärzte auf Basis eines Punktwertes in Höhe von 0,6073 ct vergütet werden.

Die Honorarverteilung sieht vor, dass die innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung honorierten freien Leistungen einer Mengensteuerung unterliegen. Davon kann abgesehen werden, sofern eine Ausweitung der Leistungen in diesem Bereich keine nachteiligen Auswirkungen auf die Vergütung der RLV-Leistungen entfaltet.
Da dies im I. Quartal 2010 nicht erfüllt war, mussten diejenigen freien Leistungen, die gegenüber 2008 eine Steigerung erfahren haben, quotiert werden.
Um weiterhin eine Planungssicherheit in Bezug auf die Kalkulation der freien Leistungen zu ermöglichen, wurden vom Vorstand der KVBB Mindestpreise festgesetzt. Die folgenden Tabellen zeigen die Zusammensetzung der Vergütung innerhalb der Honorarfonds für Haus- und Fachärzte sowie die gegebenenfalls zum Ansatz gekommenen Quoten.

Honorarfonds Hausärzte Quartal I/2010 Quote Vergütung
76,1 Mio. €
darunter:   
Dienstpauschalen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes -1,5 Mio. €
Fallwertzuschläge für qualitätsgebundene Leistungen - 3,1 Mio. €
Besondere Inanspruchnahme
(GOP 01100 - 01102)
- 0,3 Mio. €
Dringende Besuche
(GOP 01411, 01412, 01415)
85,000% 1,1 Mio. €
Schmerztherapie des Abschnitts 30.7.1 85,000% 0,4 Mio. €
Auswertung Langzeit-EKG als Auftragsleistung
(GOP 03241 und 04241)
85,000% 0,003 Mio. €
Akupunktur 92,578% 0,5 Mio. €
Labor - 2,8 Mio. €
Kostenpauschalen - 0,2 Mio. €
Vergütung für RLV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen  65,0 Mio. €



Honorarfonds Fachärzte
Quartal I/2010
Quote Vergütung
77,3 Mio. €
darunter:   
Fallwertzuschläge für quartalsgebundene Leistungen
(Teilradiologie)
- 1,2 Mio. €
Arztgruppen ohne RLV 80,142% 2,7 Mio. €
Zusatzpauschalen von Transplantationsträgern
(GOP 13437, 13438, 13439, 13677)
85,000% 0,0002 Mio. €
Besondere Inanspruchnahme
(GOP 01100 - 01102)
95,374% 0,1 Mio. €
Dienstpauschalen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes - 0,9 Mio. €
Dringende Besuche
(GOP 01411, 01412, 01415)
89,937% 0,1 Mio. €
Ambulante praxisklinische Betreuung und Nachsorge
(GOP 01510 bis 01531)
85,000% 0,6 Mio. €
Empfängnisregelung; Sterilisation; Schwangerschaftsabbrüche
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7
93,218% 1,8 Mio. €
Behandlung Naevi Flammei und Hämangiomen
(GOP 10320-10324)
85,000% 0,001 Mio. €
Auswertung Langzeit-EKG als Auftragsleistung
(GOP 13253 und 27323)
- 0,02 Mio. €
Histologe, Zytologie
(GOP 19310 bis 19312, 19331)
98,301% 0,8 Mio. €
ESWL - 0,01 Mio. €
Akupunktur des Abschnitts 30.7.3
(GOP 30790 - 30791)
85,000% 0,4 Mio. €
Schmerztherapie des Abschnitts 30.7.185,000% 0,6 Mio. €
Polysomnographie (GOP 30391) 85,000%0,7 Mio. €
Labor - 10,1 Mio. €
MRT-Angiographie des Abschnitts 34.4.7 95,392% 0,1 Mio. €
Leistungen des Abschnitts 5.3 EBM
(GOP 05330 - 05350)
96,166% 0,2 Mio. €
Nephrologische Leistungen
(Abschnitt 13.3.6 EBM)
90,601% 1,7 Mio. €
Bronchoskopie
(GOP 09315, 09316, 13662 - 13670)
85,000% 0,02 Mio. €
Gesprächs- und Betreuungsleistungen
(GOP 14220, 14222, 21216, 21220, 21222)
90,916% 1,5 Mio. €
Kostenpauschalen des Kapitels 40 - 1,7 Mio. €
Vergütung für RLV-Leistungen*) zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen   50,9 Mio. €

* zzgl. nichtantragspflichtige Leistungen der zeitbezogenen Kapazitätsgrenze



Nachvergütung

Der für 2009 gebildete Honorarfonds „Wegepauschalen“ wurde nicht vollständig ausge-schöpft. Deshalb kommt es zu einer Nachvergütung. Diese gelangt über eine Nachzahlungsquote für das Jahr 2009 für bereichseigene Kostenträger in Höhe von 13,97 Prozent auf die abgerechneten Wegepauschalen zur Auszahlung.

13.08.2010