Honorarverteilung im I. Quartal 2012

Zum I. Quartal 2012 wurde mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz die Kompetenzen der Honorarverteilung grundsätzlich den regionalen Vertreterversammlungen wieder übertragen. Aufgrund der späten Verabschiedung des Gesetzes wurde die im Jahr 2011 gültige Honorarverteilung im I. Quartal 2012 in den Grundzügen fortgeführt.

 

Eine wesentliche Neuerung ist die Einrichtung eines Strukturfonds nach § 105 Abs. 1a SGB V, der paritätisch mit zusätzlichen Mitteln der Krankenkassen sowie aus der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (M-GV) in Höhe von jeweils 0,1% der M-GV bestückt wird. Diese Finanzmittel stehen für die Förderung der vertragsärztlichen Versorgung unter Sicherstellungsaspekten zur Verfügung.

 

Die M-GV 2012 basiert auf dem Finanzvolumen des Jahres 2011, das um 1,25% gesteigert wurde. Im Ergebnis stehen für dieses Quartal ca. 187 Mio. € für die Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zur Verfügung. Ergänzt wird dies durch ca. 60 Mio. €, die im extrabudgetären Bereich ausgeschüttet werden können.

 

Ein wesentlicher Faktor für die Höhe der Finanzmittel ist die Anzahl von gesetzlich Versicherten, die in einem Bundesland wohnen. In diesem Punkt bleibt Brandenburg weiterhin einem Abwärtstrend ausgeliefert, der im I. Quartal 2012 mit ca. -0,3% zum Vorjahr sich jedoch abgeschwächt hat. Noch nicht vollständig berücksichtigt wurde hierbei die Schließung der BKK für Heilberufe, die noch kleinere Auswirkungen auf die prozentuale Verteilung innerhalb der Kassenlandschaft haben kann. Die entsprechenden Meldungen der Krankenkassen verzögern sich. Der Versichertenrückgang bei den Betriebskrankenkassen ist neben den Insolvenzen der City BKK und der BKK für Heilberufe  auf die Fusion der BKK Gesundheit bzw. der BKK Axel-Springer zur DAK Gesundheit zurückzuführen. Ein entsprechender Anstieg liegt im Ersatzkassenbereich vor.

 

Versichertenentwicklung I/2012 zu I/2011 

 

Von der M-GV sind die zentralen Honorarfonds Psychotherapie, Bereitschaftsdienst und Labor zu vergüten. Hiernach ergeben sich nach Anwendung des Trennungsfaktors versorgungsbereichsspezifische Honorarfonds:

Honorarfonds Hausärzte
Quartal I/2012
77,4 Mio.  Euro
darunter: 
Rückstellungen/Einstellungen-0,6 Mio. Euro
Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds0,1 Mio. Euro
Entnahme für FKZ3,3 Mio. Euro
Leistungsbezogene Honorarfonds3,1 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM0,2 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüche (Sonstige Hilfen) Abschnitt 1.7.5 bis 1.7.70,003 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323
0,003 Mio. Euro
Honorarfonds Haus- und Heimbesuche (GOP 01410, 01413 und 01415)3 Mio. Euro
RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für
Überschreitungsleistungen
71,5 Mio. Euro



HonorarfondsFachärzte
Quartal I/2012
79 Mio. Euro
darunter:
Rückstellungen/Einstellungen-1,0 Mio. Euro
Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds0,1 Mio. Euro
FKZ-Saldo13,1 Mio. Euro
Leistungsbezogene Honorarfonds6,9 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM1,8 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie
(im fachärztlichen Versorgungsbereich)
1,2 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüche (Sonstige Hilfen)
Abschnitt 1.7.5 bis 1.7.7
1,8 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323
0,02 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser außerhalb der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes0,5 Mio. Euro
Nicht antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen von Psychotherapeuten1,8 Mio. Euro
Honorarfonds Haus- und Heimbesuche
(GOP 01410, 01413 und 01415)
0,4 Mio. Euro
Honorarfonds zur Vergütung der GOP 062251,2 Mio. Euro
Arztgruppenbezogene Honorarfonds0,6 Mio. Euro
RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für
Überschreitungsleistungen
57,5 Mio. Euro

 

Durch die mangelnde Finanzausstattung erfolgt eine Begrenzung der Auszahlung folgender Honorarfonds:

  • Honorarfonds Strahlentherapie für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie auf ca. 79,3%
  • Laboratoriumsmedizin für übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern der Medizin auf ca. 86,8%
  • Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte für Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein A-RLV gem. § 15 gebildet wird auf ca. 79%
  • Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen von Hausärzten für Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen) auf 90,4%
  • Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen von Hausärzten zur Auswertung von Langzeit-EKG als Auftragsleistung auf ca. 90,4%
  • Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen von Fachärzten für Pathologische Leistungen des Kapitels 19 EBM inkl. übrige Leistungen der Fachärzte für Pathologen auf ca. 90,9%


Die vom Gesetzgeber ausgelöste Umfinanzierung im Bereich der Augenheilkunde hat eine Vergütung von 5,99 € für die neu eingeführte GOP 06225 zur Folge. Die Vergütungshöhe des Zuschlags zur Grundpauschale resultiert hierbei aus einem eigens hierfür gebildeten Honorarfonds, der über die Absenkung der augenärztlichen RLV gespeist wird. Dieses ist für die anderen Facharztgruppen finanzneutral.
 

Eine weitere Vorgabe des Bewertungsausschusses betraf die Einführung weiterer Leistungen im EBM-Kapitel der HNO-Ärzte. Dieser führte zu einem durchschnittlichen Honorarzuwachs für die HNO-Heilkunde von ca. 9% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

10.08.2012