Honorarverteilung im I. Quartal 2019

Das Finanzvolumen für die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) beruht auf der am 13.3.2019 mit den Krankenkassen geschlossenen Vereinbarung zur Gesamtvergütung im Jahr 2018 und ersten Ergebnissen aus den Verhandlungen zur Gesamtvergütung 2019. Da die Verhandlungen zur Gesamtvergütung 2019 derzeit noch nicht abgeschlossen sind, wurden Vorbehalte in der Rechtsbehelfsbelehrung zu Ihrem Honorarbescheid aufgenommen. Wir bitten Sie, diese zu beachten. Speziell in der Frage der Vergütung der förderungswürdigen Leistungen hoffen wir, in Kürze eine Einigung zu erzielen.

 

Eckdaten der Berechnung zur Honorarverteilung I/2019

Für die Vergütung innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung standen insgesamt ca. 223,8 Mio. Euro zur Verfügung. Die vorgegebene Aufteilung auf die Honorarfonds ergab folgende Beträge:

 

BereicheHausärzteFachärzte
Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung223,8 Mio. Euro

Honorarfonds Labor16,4 Mio. Euro

Honorarfonds ärztlicher Bereitschaftsdienst5,7 Mio. Euro
Honorarfonds Hausarzt / Facharzt99,3 Mio. Euro102,3 Mio. Euro
davon: haus- und fachärztliches Vergütungs -
volumen
99,3 Mio. Euro95,7 Mio. Euro
davon: Honorarfonds genetisches Labor1,9 Mio. Euro
davon: Honorarfonds PFG4,7 Mio. Euro

 

Die Regelleistungsvolumen (RLV) überschreitenden Leistungsanteile wurden für Fachärzte mit einer Quote von ca. 25,4 Prozent des Orientierungspunktwertes vergütet. Für Hausärzte wurden diese Leistungen mit dem vollen Orientierungspunktwert vergütet. Von den bereitgestellten Mitteln der Krankenkassen standen für die Vergütung im fachärztlichen Versorgungsbereich allerdings nur ca. 3,2 Mio. Euro zur Verfügung, so dass in diesem Segment Leistungen im Wert von ca. 9,3 Mio. Euro nicht vergütet wurden.

 

Durchschnittlich überschritten Hausärzte ihr Regelleistungsvolumen um rund 5 Prozent, Fachärzte um rund 18 Prozent.

 

Im Laborbereich konnte erstmals nur die Mindestauszahlungsquote von 89 Prozent des Orientierungspunktwertes vergütet werden. Dies betrifft die laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen der Abschnitte 32.2 und 32.3 sowie den Wirtschaftlichkeitsbonus. Zur Gewährleistung dieser Quote waren Stützungen in Höhe von ca. 0,5 Mio. Euro erforderlich.

 

Die Leistungen, die dem Honorarfonds für die Humangenetik zuzuordnen sind, wurden durch Stützungen aus fachärztlichen Mitteln mit einer Quote von ca. 74,476 Prozent des Orientierungspunktwertes vergütet. Dieser Preis entspricht 85 Prozent des Vergütungsniveaus aller innerhalb des fachärztlichen Budgets zu vergütenden Leistungen.

 

In den folgenden Tabellen finden Sie eine Übersicht der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina:

 


Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal I/2019

99,3 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Rückstellungen/Bereinigungen/Förderungen

-0,4 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

4,6 Mio. €

 

Überschüsse/Defizite der zentralen
Honorarfonds

0,05 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

5,1 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
(Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM)

0,002 Mio. €

71,251 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
(GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM)

0,003 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

2,7 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung
(Abschnitt 3.2.4 EBM)

1,4 Mio. €

49,232 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie
(Abschnitt 4.2.4 EBM)

0,2 Mio. €

68,399 %

Honorarfonds für ärztlich angeforderten Hilfeleistungen von Praxismitarbeiter
(Abschnitt 38.2 EBM)

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Förderung der Weiterbehandlung akuter Behandlungsfälle

0,005 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der eigenerbrachten Laborleistungen der Abschnitte 32.2 u. 32.3 EBM sowie von Laborgemeinschaften (Anforderung über Muster 10A) abgerechnete Laborleistungen 0,7 Mio. € 89 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

89,9 Mio. €

 

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal I/2019

102,3 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,9 Mio. €

74,476 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,7 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen/Förderungen

-0,8 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

16,4 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds/PFG/Humangenetik

0,5 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

8 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,5 Mio. €

82,379 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen) Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,9 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,02 Mio. €

92,827 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

97,954 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,3 Mio. €

59,010 % %

Honorarfonds für anästhesiologische Leistungen im Zusammenhang mit vertragszahnärztlicher Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit

0,03 Mio. €

100 %

Honorarfonds für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (Abschnitt 38.2 EBM)

0,01 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Förderung der Weiterbehandlung akuter Behandlungsfälle

0,001 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der eigenerbachten Laborleistungen der Abschnitte 32.2 u. 32.3 EBM sowie von Laborgemeinschaften (Anforderung über Muster 10A) abgerechnete Laborleistungen

0,6 Mio. €

89 %

Vergütung der Laborgrundpauschale (GOP 12210 und 12220 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,1 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,04 Mio. €

78,553 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,02 Mio. €

83,937 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

74,476 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

0,8 Mio. €

75,169 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,03 Mio. €

74,476 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

70,3 Mio. €

 

 

 Außerhalb der MGV bzw. für Sonderverträge wurden Leistungen im Umfang von ca. 90,5 Mio. Euro vergütet. Folgende Tabelle gibt einen groben Überblick:

 

Leistungen außerhalb der MGV / Sonderverträge

Quartal I/2019

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

11,1 Mio. €

Präventionsleistungen

16,2 Mio. €

Strahlentherapie

4,6 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

15,3 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,4 Mio. €

Dialysesachkosten

15,1 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,1 Mio. €

Medikationsplan (§ 29a BMV-Ä)

1,4 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

1,2 Mio. €

DMP

9,8 Mio. €

Mammographie-Screening

2,0 Mio. €

Hausarztzentrierte Versorgung

0,3 Mio. €

Onkologie

1,3 Mio. €

Sozialpsychiatrie

1,0 Mio. €

Schutzimpfungen

1,6 Mio. €

weitere Sondervertrerträge / Leistungen außerhalb der MGV

5,5 Mio. €

 

Nachvergütungen für die Quartale I bis III/2018 gab es jetzt aufgrund der rückwirkenden EBM-Änderung für den Zuschlag nach der Gebührenordnungsposition 01650 für die Einrichtungsbefragung im Rahmen der Qualitätssicherung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen.

 

Nach erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mit der AOK Nordost zur Weiterentwicklung der Qualität und Vergütung auf dem Gebiet der Rheumatologie wurden rückwirkend für die Jahre 2015 bis 2017 Nachvergütungen ausgelöst. Über die Details dieses Verhandlungserfolgs berichteten wir in KV-Intern 5/2019.

 

Der positive Trend der Anzahl der gesetzlich versicherten Brandenburger schwächt sich ab. Wie in der nachfolgenden Grafik veranschaulicht, stieg deren Zahl in Brandenburg um ca. 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen verzeichnen seit längerer Zeit wieder einen leichten Versichertenrückgang. Auch bei der Knappschaft und den Landwirtschaftlichen Krankenkassen gibt es geringe Verluste. Die Betriebs- und Innungskrankenkassen sowie die Ersatzkassen verbuchen weiterhin Zuwächse.

 

Versichertenentwicklung I/2019 zu I/2018

 

 

 

 

 

 

 

27.08.2019