Honorarverteilung im II. Quartal 2011

Grundlage der Honorarverteilung des II. Quartals 2011 ist die für das Jahr 2011 vom Landesschiedsamt festgesetzte Vereinbarung zur Gesamtvergütung und zu arzt- und praxisbezogenen Regelleistungsvolumina (M-GV/A-RLV-Vertrag 2011). Wie bereits berichtet, ist die Klage der KVBB gegen diese Entscheidung weiterhin beim Landesschiedsamt anhängig.

Im II. Quartal 2011 wirkt sich der befürchtete Preisverfall für die extrabudgetären Leistungen erstmalig honorarseitig aus. Entsprechend können die das festgesetzte Gesamtausgabevolumen beinhalteten Leistungen nur zu 98,481 Prozent vergütet werden. Dies betrifft belegärztliche Leistungen, Leistungen des ambulanten Operierens, der kurativen Vakuumstanzbiopsien, Leistungen der Strahlentherapie des Kapitels 25 EBM, der künstlichen Befruchtung, der Substitutionsbehandlung sowie Wegepauschalen.

Als wesentliche Neuerung beinhaltet die aktuelle Honorarverteilung die Bildung versorgungsbereichsspezifischer Honorarfonds für Haus- und Heimbesuche. Neben einer höheren Bewertung im EBM werden die Leistungen somit außerhalb des Regelleistungsvolumens vergütet, wobei zur Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die Regelleistungsvolumen individuelle Obergrenzen festgelegt wurden. Da es insgesamt nicht zu einer Mengenausweitung im Bereich der Hausbesuchstätigkeit gekommen ist, können im II. Quartal 2011 in beiden Versorgungsbereichen alle Haus- und Heimbesuche zum vollen Preis nach Euro-Gebührenordnung vergütet werden.

Grundsätzlich stand im II. Quartal 2011 eine Morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (M-GV) in Höhe von ca. 185,5 Mio. Euro zur Verfügung. Leistungen außerhalb der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung wurden in Höhe von ca. 54 Mio. Euro vergütet. Da die M-GV auf einem Behandlungsbedarf je Versicherten und Krankenkasse und der Anzahl der Versicherten des jeweiligen Quartals beruht, spielt hierbei die Entwicklung der Versichertenzahlen eine maßgebliche Rolle.
Diese ist im Land Brandenburg entsprechend der Bevölkerungsentwicklung weiterhin rückläufig. Die Anzahl der Versicherten nach Kassenarten zeigt die folgende Grafik.





Von der M-GV sind die zentralen Honorarfonds Psychotherapie, Bereitschaftsdienst und Labor zu vergüten. Hiernach ergeben sich nach Anwendung des Trennungsfaktors versorgungsbereichsspezifische Honorarfonds:

Honorarfonds Hausärzte
Quartal II/2011
77,2 Mio. €
darunter:
Rückstellungen 2,2 Mio. €
Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds 0,4 Mio. €
FKZ-Saldo2,9 Mio. €
Leistungsbezogene Honorarfonds 3,0 Mio. €
    Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM 0,2 Mio. €
    Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung,    Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
   Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7
0,003 Mio. €
    Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten    Langzeit-EKG-Auswertungen
   GOP 03241, 04241, 13253, 27323
0,002 Mio. €
   Honorarfonds Haus- und Heimbesuche
   (GOP 01410, 01413 und 01415)
2,8 Mio. €
RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen 68,7 Mio. €



Honorarfonds Fachärzte
Quartal II/2011
78,7 Mio. €
darunter:
Rückstellungen/Einstellungen0,8 Mio. €
Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds 0,4 Mio. €
FKZ-Saldo 13,3 Mio. €
Leistungsbezogene Honorarfonds 7,2 Mio. €
Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM1,7 Mio. €
Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie (im fachärztlichen Versorgungsbereich) 1,2 Mio. €
Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7
1,8 Mio. €
Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323
0,02 Mio. €
Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehand-lungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser außerhalb der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 0,5 Mio. €
Nicht antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen von Psychotherapeuten 1,6 Mio. €
Honorarfonds Haus- und Heimbesuche
(GOP 01410, 01413 und 01415)
0,4 Mio. €
Arztgruppenbezogene Honorarfonds 0,6 Mio. €
RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen56,5 Mio. €



Die Leistungen in den vier Honorarfonds für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie, Labormedizin/ Fachwissenschaftler, Fachärzten für Humangenetik/ Sonstigen Vertragsärzten, sowie für pathologische Leistungen müssen quotiert werden.

Die durchschnittliche Überschreitung des Regelleistungsvolumens betrug im hausärztlichen Versorgungsbereich ca. 7 Prozent und im fachärztlichen Versorgungsbereich ca. 21 Prozent. Die das A-RLV überschreitenden Leistungsanteile konnten im Honorarfonds Hausärzte auf Basis eines Punktwertes von 1,7524 ct bzw. im Honorarfonds Fachärzte auf Basis eines Punktwertes in Höhe von 0,6366 ct vergütet werden.

Im Honorarfonds Psychotherapie findet für die Leistungsanteile, die die zeitbezogene Kapazitätsgrenze überschreiten, ebenfalls ein Punktwert in Höhe von 0,6366 ct Anwendung.


 

11.11.2011