Honorarverteilung im II. Quartal 2016

Die Honorarverteilung des Quartals II/2016 basiert auf dem am 27.11.2015 in der Vertreterversammlung beschlossenen Honorarverteilungsmaßstab (HVM). Als Ergebnisse der Verhandlungen zur Gesamtvergütung 2016 wurden Eckpunkte fixiert. Entsprechend dieser Eckpunkte wurde die Honorarverteilung umgesetzt.

 

So kamen auch in diesem Quartal die von den Krankenkassen des Landes Brandenburg zur Verfügung gestellten Stützungen für die Geriatrie/Palliativmedizin und Sozialpädiatrie bzw. für die fachärztliche Grundversorgung zum Ansatz. Es standen im hausärztlichen Bereich für die geriatrische und palliativmedizinische Versorgung (Abschnitte 3.2.4 und 3.2.5 EBM) sowie die sozialpädiatrische und palliativmedizinisch-kinderärztliche Versorgung (Abschnitte 4.2.4 und 4.2.5 EBM) zusätzlich ca. 0,363 Mio. Euro zur Verfügung. Dadurch betrug die Auszahlungsquote für Hausärzte fast 50 Prozent und für die Kinderärzte fast 80 Prozent. Im fachärztlichen Versorgungsbereich wird der gleiche Betrag für die Stützung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) verwendet.

 

Für die Honorarverteilung des II. Quartals 2016 stand eine morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) in Höhe von ca. 207,3 Mio. Euro zur Verfügung. Diese wird den Vorgaben der KBV entsprechend den Bereichen Labor, Bereitschaftsdienst sowie den haus- bzw. fachärztlichen Grundbeträgen zugeordnet.

 

Das Quartal II/2016 stellt sich u.a. aufgrund der Lage der Osterfeiertage als ein außergewöhnlich leistungsstarkes Abrechnungsquartal dar. Bezogen auf die Gesamtleistungsmenge liegt der Anstieg zum Vorjahresquartal bei über 5 Prozent.

 

Das Vergütungsvolumen für die MGV-Leistungen im hausärztlichen Versorgungsbereich betrug ca. 90,2 Mio. Euro. Die Quote für die das RLV/QZV überschreitenden Leistungsanteile betrug ca. 92,4 Prozent des Orientierungspunktwertes, wobei der Anteil der RLV/QZV-Überschreitungen bei den Hausärzten ca. 8 Prozent ausmachte.

 

Im fachärztlichen Versorgungsbereich standen abzüglich der Honorarfonds Humangenetik und der PFG ca. 87,1 Mio. Euro zur Verfügung. Die Fachärzte überschritten die RLV/QZV-Leistungen insgesamt um ca. 20 Prozent. Für die das RLV/QZV überschreitenden Leistungsanteile konnten für die einzelnen Arztgruppen Quoten in einer Spanne von ca. 16 bis 26 Prozent des Orientierungspunktwertes bezahlt werden. Die Überschreitungsquoten für die jeweilige Arztgruppe entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Übersicht:

 

 

 

Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM

Überschreitungsquote

Fachärzte für Anästhesiologie

16,777 %

Fachärzte für Augenheilkunde

22,630 %

Fachärzte für Chirurgie

19,736 %

Fachärzte für Frauenheilkunde

25,314 %

Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

19,458 %

Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten

26,492 %

Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt

18,577 %

Fachärzte für Innere Medizin mit

 

   

(Versorgungs-) Schwerpunkt Angiologie

16,127 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Kardiologie

16,631 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Endokrinologie

18,310 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Gastroenterologie

18,229 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

16,140 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Pneumologie

16,628 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Rheumatologie

17,108 %

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

15,885 %

Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

22,308 %

Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie

18,499 %

Fachärzte für Neurologie

17,735 %

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

18,509 %

Fachärzte für Nuklearmedizin

16,200 %

Fachärzte für Orthopädie

18,988 %

Fachärzte für Diagnostische Radiologie

16,771 %

Fachärzte für Urologie

21,261 %

Fachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin

18,666 %

 

Der Honorarfonds Labor wird in diesem Quartal trotz bundesweit vorgegebener Laborquote um ca. 1,5 Mio. Euro überschritten. Der Ausgleich des Honorarfonds erfolgt zu Lasten von Rückstellungen.


Für den Honorarfonds Bereitschaftsdienst bleibt ebenso eine Überschreitung festzustellen. Ursächlich hierfür ist das Krankenhausstrukturgesetz, nach dem die ambulanten Notfallleistungen von Krankenhäusern ab dem Jahr 2016 unquotiert zu vergüten sind. Da in diesem Zusammenhang noch untersetzende Vorgaben des Bewertungsausschusses ausstehen, lässt sich das genaue Defizit erst nach Vorliegen dieser beziffern.


Die Verteilung der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina ist nachfolgend tabellarisch dargestellt:

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal II/2016

90,2 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Rückstellungen/Bereinigungen

0,4 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

3,8 Mio. €

 

Einzelleistungen/Förderungen

0,1 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,5 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,2 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,003 Mio. €

86,196 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

GOP 01410, 01413 und 01415 EBM

2,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 3.2.4 und 3.2.5 EBM

1,4 Mio. €

47,996 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 4.2.4 und 4.2.5 EBM

0,1 Mio. €

78,969 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

81,3 Mio. €

 

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal II/2016

93,2 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,8 Mio. €

75,351 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,3 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen

0,4 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

14,0 Mio. €

 

Einzelleistungen/Förderungen

0,1 Mio. €

 

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,6 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,4 Mio. €

83,946 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,9 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,02 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,1 Mio. €

53,520 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,4 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,03 Mio. €

76,468 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,04 Mio. €

71,897 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,1 Mio. €

81,433 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

1,0 Mio. €

71,897 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

79,714 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

64,0 Mio. €

 

 

Für Leistungen außerhalb der MGV konnten ca. 80,8 Mio. Euro vergütet werden. Einen Überblick über die gezahlten Vergütungen / Kosten erhalten Sie durch die nachfolgende Tabelle:

 

Leistungen außerhalb der MGV

Quartal II/2016

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

10,1 Mio. €

Präventionsleistungen

13,4 Mio. €

Mammographie-Screening

2,1 Mio. €

Strahlentherapie

2,4 Mio. €

DMP

9,1 Mio. €

Impfen

1,5 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

10,5 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,3 Mio. €

Dialysesachkosten

14,7 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

0,6 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,0 Mio. €

Zuschläge für die sozialpädiatrische Versorgung

0,04 Mio. €

Restliche Leistungen/Sonderverträge

12,2 Mio. €

 

Die Versichertenentwicklung im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg stellt sich stabil dar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bestätigt sich ein leichter Anstieg der Gesamtversichertenzahl um ca. 0,84 Prozent.


Die Zuwächse sind bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen, den Betriebskrankenkassen, den Innungskrankenkassen und den Ersatzkassen zu verzeichnen. Bei den Landwirtschaftlichen Krankenkassen und der Knappschaft ist ein leichter Rückgang der Versichertenanzahl zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

23.11.2016