Honorarverteilung im II. Quartal 2017

Die Berechnung der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) beruht auf dem erzielten Verhandlungsstand für das Jahr 2017. Da die Vereinbarung zur Gesamtvergütung 2017 derzeit noch nicht unterzeichnet ist, sind wiederum die entsprechenden Vorbehalte zu beachten.

 

Wesentliche Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabes (HVM) ab II/2017 betreffen zum einen den Bereich Psychotherapie. Neben den EBM-Änderungen im Zusammenhang mit den Änderungen der Psychotherapierichtlinie wurden die psychotherapeutischen Gesprächsleistungen (GOP 22220 und 23220 EBM) aus der MGV ausgegliedert. Zum anderen wurden im HVM Änderungen vorgenommen, die auf Anpassungen im EBM für die Versorgung im Notfall und Bereitschaftsdienst zurückgehen.

 

Hier einige Eckdaten:
Für die Honorarverteilung des zweiten Quartals standen insgesamt ca. 212,6 Mio. Euro für die MGV zur Verfügung. Davon entfielen auf den Honorarfonds Labor ca. 19,2 Mio. Euro, auf den Honorarfonds des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ca. 5,7 Mio. Euro und auf die versorgungsspezifischen Honorarfonds Hausärzte ca. 92,8 Mio. Euro bzw. Fachärzte ca. 88,6 Mio. Euro. Die Leistungen des humangenetischen Labors schlugen mit rund 1,9 Mio. Euro zu Buche, die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) mit ca. 4,5 Mio. Euro.

 

Die Regelleistungsvolumina (RLV) überschreitenden Leistungsanteile konnten für Fachärzte mit einer Quote von ca. 45,9 Prozent des Orientierungspunktwertes vergütet werden. Für die Hausärzte wurden sie mit dem vollen Orientierungspunktwert (OW) vergütet. Durchschnittlich überschritten Hausärzte ihr RLV um ca. 7 Prozent, Fachärzte um ca. 22 Prozent.

 

Nicht ausgeschöpft wurde der Honorarfonds zur Förderung der zeitnahen Vermittlung von Arztterminen. Mit den Mitteln wurden daher die Überschreitungsquoten der Arztgruppen gemäß Anlage 4 des HVM gestützt - siehe folgende Tabelle:

 

Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM

Überschreitungsquote

Fachärzte für Anästhesiologie

48,628 %

Fachärzte für Augenheilkunde

53,123 %

Fachärzte für Chirurgie

51,496 %

Fachärzte für Frauenheilkunde

55,290 %

Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

50,423 %

Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten

55,467 %

Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt

49,472 %

Fachärzte für Innere Medizin mit

 

  

(Versorgungs-) Schwerpunkt Angiologie

47,293 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Kardiologie

47,935 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Endokrinologie

49,461 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Gastroenterologie

49,779 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

47,164 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Pneumologie

47,901 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Rheumatologie

48,345 %

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

47,107 %

Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

52,324 %

Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie

49,325 %

Fachärzte für Neurologie

48,876 %

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

49,515 %

Fachärzte für Nuklearmedizin

47,382 %

Fachärzte für Orthopädie

50,410 %

Fachärzte für Diagnostische Radiologie

47,563 %

Fachärzte für Urologie

51,370 %

Fachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin

49,252 %

 

Unterfinanziert war der Honorarfonds Labor. Es mussten ca. 1,1 Mio. Euro aus Rückstellungen aufgewendet werden, um die Ausfinanzierung mit der bundesweit einheitlichen Laborquote Q in Höhe von 91,58 Prozent sicherzustellen.

 

In den folgenden Tabellen finden Sie Übersichten der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina:

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal II/2017

92,8 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Rückstellungen/Bereinigungen

2,4 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

3,9 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds

0,4 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,4 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

98,197 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,003 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

GOP 01410, 01413 und 01415 EBM

2,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 3.2.4 und 3.2.5 EBM

1,4 Mio. €

51,109 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 4.2.4 und 4.2.5 EBM

0,1 Mio. €

80,486 %

Honorarfonds für ärztlich angeforderten Hilfeleistungen für Praxismitarbeiter (Abschnitt 38.2 EBM)

0,1 Mio. €

100 %

Förderung der Weiterbehandlung akuter Behandlungsfälle

0,002 Mio. €

100 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

81,6 Mio. €

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal II/2017

95,0 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,9 Mio. €

100 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,5 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen/Förderungen

0,8 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

14,3 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds

0,3 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,5 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,7 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,5 Mio. €

87,077 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,01 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Honorarfonds für anästhesiologische Leistungen im Zusammenhang mit vertragszahnärztlicher Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit

0,03 Mio. €

100 %

Honorarfonds für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (Abschnitt 38.2 EBM)

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,2 Mio. €

57,286 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

0,9 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,03 Mio. €

80,908 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,02 Mio. €

75,954 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,02 Mio. €

76,701 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

0,7 Mio. €

79,858 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

80,004 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

65,7 Mio. €

 

 

Außerhalb der MGV bzw. für Sonderverträge wurden Leistungen im Umfang von ca. 82,9 Mio. Euro vergütet. Folgende Tabelle gibt einen groben Überblick:

 

 

Leistungen außerhalb der MGV /Sonderverträge

Quartal II/2017

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

9,5 Mio. €

Präventionsleistungen

13,0 Mio. €

Strahlentherapie

4,0 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

11,4 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,4 Mio. €

Dialysesachkosten (zzgl. KFH/PHV)

15,0 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,0 Mio. €

Medikationsplan (§ 29a BMV-Ä)

1,4 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

1,0 Mio. €

DMP

9,3 Mio. €

Mammographie-Screening

1,6 Mio. €

Strukturvertrag Diabetes

1,1 Mio. €

Hausarztzentrierte Versorgung

0,3 Mio. €

Rheumastrukturvertrag

0,1 Mio. €

Onkologie

1,1 Mio. €

Sozialpsychatrie

0,7 Mio. €

Schutzimpfungen

1,6 Mio. €

Restliche Leistungen außerhalb der MGV

7,6 Mio. €

 

Im II. Quartal wurde abermals eine Nachvergütung für die Leistungen auf dem Gebiet der Rheumatologie veranlasst. Gemäß dem Strukturvertrag für Rheuma mit der AOK Nordost wird jährlich eine Qualitätsbefragung der eingeschriebenen Patienten durchgeführt. Diese fiel für das Jahr 2015 positiv aus. Die Honorare für die entsprechenden Leistungen wurden somit nachträglich um 10 Prozent angehoben.

 

Detaillierte Hinweise zur Honorarverteilung entnehmen Sie bitte Ihrem aktuellen Honorarbescheid.

 

Die Zahl der gesetzlich Versicherten im Land Brandenburg (siehe folgende Grafik) stieg im Laufe des vergangenem Jahres um 1,2 Prozent. Den größten Zuwachs mit fast 5 Prozent verzeichneten die Ersatzkassen. Ein Grund für den deutlichen Anstieg lag in den Fusionen zweier Betriebskrankenkassen mit der DAK Gesundheit bzw. der BARMER. Leichten Zuwachs verzeichneten auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen und die Innungskrankenkassen. Bei der Knappschaft und den Landwirtschaftlichen Krankenkassen gab es leichte Verluste.

 

 

 

 

27.11.2017