Honorarverteilung im III. Quartal 2011

Wichtige Kennzahlen dieses Quartals sind neben der zur Verfügung stehenden morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (M-GV) in Höhe von ca. 185,2 Mio. Euro auch die ca 54 Mio. Euro, die im extrabudgetären Bereich an die Ärzte ausgeschüttet werden konnten.

Die Honorarverteilung des III. Quartals 2011 basiert auf der Vereinbarung zur Gesamtvergütung und zu arztund praxisbezogenen Regelleistungsvolumina (M-GV/A-RLV-Vertrag 2011). Diese wurde für das Jahr 2011 vom Landesschiedsamt festgesetzt und ist weiterhin durch die KVBB gerichtlich beklagt.

Eine wesentliche Veränderung ist die erstmalige Anwendung der Fallzahlzuwachsbegrenzung. Sie berücksichtigt, dass sowohl bei A-RLV als auch bei QZV-Volumina die Fallzahl um maximal 5 Prozent gegenüber dem Quartal II/2009 erhöht werden kann.

Der Bewertungsausschuss hat ebenso festgelegt, dass folgende extrabudgetäre Leistungen begrenzt werden:

  • belegärztliche Leistungen,
  • Leistungen des ambulanten Operierens,
  • Leistungen der kurativen Vakuumstanzbiopsien,
  • Leistungen der Strahlentherapie des Kapitels 25 EBM,
  • Leistungen der künstlichen Befruchtung und der Substitutionsbehandlung sowie
  • Wegepauschalen.


Im III. Quartal 2011 konnten diese angeforderten Leistungen zu 100 Prozent nur vergütet werden, weil bei der Berechnung der Obergrenzen die Zusatzpunktwerte aus dem Jahr 2010 für belegärztliche Leistungen, ambulantes Operieren und das Hautkrebsscreening einflossen.

Die nach wie vor sinkenden Versichertenzahlen haben maßgeblichen Einfluss auf die Gesamthöhe der Finanzmittel.

Im Vergleich der vorangegangenen Quartale hält der negative Trend bei den BKK und der LKK an. Weiterhin wachsende Versichertenzahlen weisen IKK, die Ersatzkassen (vdek) und die Knappschaft (KN) auf. Erstmals in 2011 verzeichnet die AOK einen Mitgliederrückgang. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht diese Entwicklung:

 

 

Versichertenentwicklung III/2011 zu III/2010

Grafik: Versichertenentwicklung III/2011 zu III/2010

 

Von der M-GV sind die zentralen Honorarfonds Psychotherapie, Bereitschaftsdienst und Labor zu vergüten. Hiernach ergeben sich nach Anwendung des Trennungsfaktors versorgungsbereichsspezifische Honorarfonds:

 

 Honorarfonds Hausärzte Quartal III/2011

 

 

Honorarfonds Fachärzte Quartal III/2011

 

Überwiegend konnte für die Leistungen der versorgungsbereichsspezifischen Honorarfonds der volle Preis nach Eurogebührenordnung vergütet werden.

Die durchschnittliche Überschreitung des Regelleistungsvolumens betrug im hausärztlichen Versorgungsbereich ca. 6 Prozent und im fachärztlichen Versorgungsbereich ca. 20 Prozent. Die das A-RLV überschreitenden Leistungsanteile konnten im Honorarfonds Hausärzte auf Basis eines Punktwertes von 1,7524 ct bzw. im Honorarfonds Fachärzte in Höhe von 0,8169 ct vergütet werden. Im Honorarfonds Psychotherapie wird für die Leistungsanteile, die die zeitbezogene Kapazitätsgrenze überschreiten, ebenfalls ein Punktwert in Höhe von 0,8169 ct angewendet.

22.02.2012