Honorarverteilung im III. Quartal 2012

Im III. Quartal 2012 trat ein in wesentlichen Punkten weiterentwickelter Honorarverteilungsmaßstab (HVM) in Kraft. Die entscheidende Veränderung betrifft die Berücksichtigung der aktuellen Fallzahlen bei der Bemessung der Regelleistungsvolumina (RLV) bzw. qualitätsgebundenen Zusatzvolumina (QZV). Dies führt u.a. dazu, dass die Höhe der RLV besser mit den abgerechneten Leistungen des Abrechnungsquartals korrespondiert.

 

Darüber hinaus kam die Bundesvorgabe zur Vergütung der laboratoriumsmedizinischen Leistungen zur Anwendung, die eine bundesweite Preisbestimmung (siehe veröffentlichte Auszahlungsquoten) für den Laborbereich beinhaltet. Daneben ist für einzelne Fachgruppen außerhalb der Labormedizin eine zusätzliche Mengensteuerung im Bereich Speziallabor zu erwähnen (siehe „KV-Intern“ Juli 2012).

 

Im III. Quartal 2012 betrug die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) ca. 187 Mio. Euro. Leistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung wurden in Höhe von ca. 55 Mio. Euro vergütet.

 

Die Versichertenanzahl, die maßgeblich die Höhe der MGV bestimmt, zeigt eine starke Fluktuation zwischen den Kassenarten. Dies wird teilweise bedingt durch die kassenartenübergreifenden Fusionen des vergangenen Jahres. Beispiele sind die Fusion der BKK Gesundheit und der BKK Axel Springer mit der DAK und die Auflösung der City BKK zum 30. Juni 2011 sowie der BKK für Heilberufe ein halbes Jahr später. Insgesamt hat sich die Geschwindigkeit des mit der Bevölkerungsentwicklung einhergehenden Rückgangs der Versichertenzahlen derzeit leicht abgeschwächt.

 

Grafik: Versichertenentwicklung III /2012 zu II/201111

 

Von der M-GV wurden vor Anwendung des Trennungsfaktors die zentralen Honorarfonds (ZHF) Psychotherapie, Bereitschaftsdienst und Labor sowie der Strukturfonds abgezogen. Das Gesamtvolumen der ZHF entsprach ca. 28,2 Mio. Euro.

Honorarfonds Hausärzte

Quartal III/2012

78,7 Mio. €

darunter:

Rückstellungen/Einstellungen

2,7 Mio. €

Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds

0,4 Mio. €

Entnahme für FKZ

3,2 Mio. €

Leistungsbezogene Honorarfonds

2,8 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,2 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7

0,003 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323

0,002 Mio. €

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche
(GOP 01410, 01413 und 01415)

2,7 Mio. €

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für
Überschreitungsleistungen

69,5 Mio. €



Honorarfonds Fachärzte

Quartal III/2012

80,2 Mio. €

darunter:

Rückstellungen/Einstellungen

0,8 Mio. €

Defizite/Überschüsse zentrale Honorarfonds

0,6 Mio. €

FKZ-Saldo

13,5 Mio. €

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,7 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,7 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie (im fachärztlichen Versorgungsbereich)

1,2 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7

1,8 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323

0,01 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser außerhalb der Zeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

0,5 Mio. €

Nicht antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen von Psychotherapeuten

1,8 Mio. €

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche
(GOP 01410, 01413 und 01415)

0,4 Mio. €

Honorarfonds zur Vergütung der GOP 06225

1,1 Mio. €

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

0,5 Mio. €

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für
Überschreitungsleistungen

56,3 Mio. €

 

Die finanzielle Unterdeckung führte zur Quotierung folgender Honorarfonds:

  • Honorarfonds Strahlentherapie für übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie auf ca. 75 Prozent,
  • Laboratoriumsmedizin für übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern der Medizin auf ca. 93 Prozent,
  • Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte für Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein A-RLV gem. § 11 HVM gebildet wird auf ca. 77 Prozent,
  • Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen von Fachärzten für Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Institute und Krankenhäuser, außerhalb der Zeiten des organisierten Notfalldienstes auf ca. 97 Prozent.

 

Im Bereich der Augenheilkunde erfolgte für die GOP 06225 eine Vergütung in Höhe von 6,20 Euro entsprechend der zur Verfügung stehenden Mittel. Die Vergütungshöhe des Zuschlags zur Grundpauschale resultiert hierbei aus einem eigens hierfür gebildeten Honorarfonds, der über die Absenkung der augenärztlichen RLV gespeist wird. Dieses ist für die anderen Facharztgruppen finanzneutral.

 

Die durchschnittliche Überschreitung der Regelleistungsvolumina betrug bei Hausärzten ca. 6 Prozent und bei Fachärzten ca. 21 Prozent. Die das Regelleistungsvolumen überschreitenden Leistungsanteile konnten auf Basis eines Punktwertes im Honorarfonds Hausärzte von 2,6286 ct bzw. im Honorarfonds Fachärzte auf Basis eines Punktwertes in Höhe von 1,0167 ct vergütet werden.

 

In den Honorarfonds Psychotherapie wurde kein Restpunktwert für jene die zeitbezogene Kapazitätsgrenze überschreitenden Leistungsanteile ausgeschüttet.

 

07.02.2013