Honorarverteilung im III. Quartal 2016

Mit dem III. Quartal 2016 trat ein weiterentwickelter Honorarverteilungsmaßstab (HVM) in Kraft. Die wesentlichen Veränderungen betreffen die im Bewertungsausschuss beschlossenen umfangreichen Änderungen der Vergütung in der Humangenetik und die damit einhergehenden Anpassungen der Honorarverteilungsvorgaben der KBV. Der HVM wurde am 17. Juni 2016 in der Vertreterversammlung beschlossen.

 

Das zur Verfügung stehende Finanzierungsvolumen für die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) basiert auf dem Eckpunktepapier, welches im Mai 2016 mit der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen fixiert wurde. So kamen auch in diesem Quartal die von den Krankenkassen des Landes Brandenburg zur Verfügung gestellten Stützungen aus dem Bereich Geriatrie/Palliativmedizin und Sozialpädiatrie bzw. die Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) zum Ansatz.

 

Für die Honorarverteilung des III. Quartals 2016 stand eine morbiditätsbedingte Gesamtvergütung in Höhe von ca. 207,9 Mio. Euro zur Verfügung. Diese wird entsprechend der Vorgaben der KBV den Bereichen Labor, Bereitschaftsdienst sowie den haus- bzw. fachärztlichen Grundbeträgen zugeordnet.

 

Im III. Quartal betrug das Vergütungsvolumen des hausärztlichen Versorgungsbereichs ca. 91,4 Mio. Euro. Die das RLV überschreitenden Leistungsanteile konnten mit dem vollen Orientierungspunktwert (OW) vergütet werden. Im fachärztlichen Versorgungsbereich standen abzüglich der Honorarfonds für das humangenetische Labor (ca. 1,7 Mio. Euro) und der PFG (ca. 4,3 Mio. Euro) ca. 87,1 Mio. Euro zur Verfügung. Für die das RLV überschreitenden Leistungsanteile im fachärztlichen Versorgungsbereich konnte eine Vergütung in Höhe von ca. 32,1 Prozent des jeweiligen Orientierungspunktwertes erfolgen. Die durchschnittliche Überschreitung der Regelleistungsvolumina betrug bei Hausärzten ca. 6 Prozent und bei Fachärzten ca. 18 Prozent.

 

Die Vergütung aus dem Fonds „humangenetisches Labor“ konnte durch Stützung aus fachärztlichen Mitteln mit einer Quote von ca. 75,2 Prozent des OW vergütet werden. Dies entspricht einer Quote von 85 Prozent der durchschnittlichen versorgungsspezifischen Quote aller im fachärztlichen Versorgungsbereich vergüteten Punktleistungen.

 

Der Honorarfonds zur Förderung der zeitnahen Vermittlung von Arztterminen wurde in diesem Quartal nicht ausgeschöpft. Mit den nicht verbrauchten Mitteln konnten die Überschreitungsquoten der Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM gestützt werden.

 

 

Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM

Überschreitungsquote

Fachärzte für Anästhesiologie

35,369 %

Fachärzte für Augenheilkunde

41,304 %

Fachärzte für Chirurgie

38,590 %

Fachärzte für Frauenheilkunde

44,007 %

Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

38,245 %

Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten

46,349 %

Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt

37,397 %

Fachärzte für Innere Medizin mit

 

   

(Versorgungs-) Schwerpunkt Angiologie

34,003 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Kardiologie

34,483 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Endokrinologie

36,010 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Gastroenterologie

36,360 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

33,691 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Pneumologie

34,584 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Rheumatologie

35,222 %

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

33,681 %

Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

39,532 %

Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie

36,285 %

Fachärzte für Neurologie

35,689 %

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

36,325 %

Fachärzte für Nuklearmedizin

34,123 %

Fachärzte für Orthopädie

37,718 %

Fachärzte für Diagnostische Radiologie

34,046 %

Fachärzte für Urologie

39,765 %

Fachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin

36,092 %

 

Der Honorarfonds Labor ist wiederum unterfinanziert. Voraussichtlich werden ca. 1,0 Mio. Euro aus den Rückstellungen der Haus- und Fachärzte benötigt, um den Fonds auszugleichen.

 

Der Honorarfonds Bereitschaftsdienst ist insgesamt ausgeglichen. Der Teilfonds A, aus dem sich die Vergütung zu Zeiten des organisierten Bereitschaftsdienstes finanziert, wird um ca. 0,4 Mio. Euro unterschritten. Demgegenüber steht eine Unterschreitung im Teilfonds B, aus dem die Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Institute und Krankenhäuser erfolgt, und deshalb gestützt werden muss.

 

Die Verteilung der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina ist nachfolgend tabellarisch dargestellt:

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal III/2016

91,4 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

 

Rückstellungen/Bereinigungen

2,3 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

3,8 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,4 Mio. €

 

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,002 Mio. €

99,120 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

GOP 01410, 01413 und 01415 EBM

2,7 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 3.2.4 und 3.2.5 EBM

1,4 Mio. €

54,436 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 4.2.4 und 4.2.5 EBM

0,1 Mio. €

91,114 %

Honorarfonds für ärztlich angeforderten Hilfeleistungen für Praxismitarbeiter (Abschnitt 38.2 EBM)

0,1 Mio. €

100 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

80,8 Mio. €

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal III/2016

93,1 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,7 Mio. €

75,216 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,3 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen

2,6 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

13,9 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,2 Mio. €

 

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,3 Mio. €

88,750 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,01 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Honorarfonds für anästhesiologische Leistungen im Zusammenhang mit vertragszahnärztlicher Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit

0,02 Mio. €

100 %

Honorarfonds für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (Abschnitt 38.2 EBM)

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,1 Mio. €

56,330 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,3 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,04 Mio. €

78,351 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,02 Mio. €

82,994 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,02 Mio. €

76,167 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

1,0 Mio. €

75,804 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

79,125 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

63,0 Mio. €

 

 

Für Leistungen außerhalb der MGV konnten ca. 76,5 Mio. Euro vergütet werden. Einen Überblick über die gezahlten Vergütungen / Kosten erhalten Sie durch die nachfolgende Tabelle:

Leistungen außerhalb der MGV

Quartal III/2016

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

8,4 Mio. €

Präventionsleistungen

12,5 Mio. €

Mammographie-Screening

1,7 Mio. €

Strahlentherapie

2,5 Mio. €

DMP

8,9 Mio. €

Impfen

2,2 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

9,0 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,3 Mio. €

Dialysesachkosten

15,4 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

0,6 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,0 Mio. €

Zuschläge für die sozialpädiatrische Versorgung

0,03 Mio. €

Restliche Leistungen/Sonderverträge

11,2 Mio. €

 

Die Versichertenentwicklung im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg stellt sich stabil dar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bestätigt sich ein leichter Anstieg der Gesamtversichertenzahl um ca. 1,02 Prozent. Die Zuwächse sind bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen, den Betriebskrankenkassen, den Innungskrankenkassen und den Ersatzkassen zu verzeichnen. Bei den Landwirtschaftlichen Krankenkassen und der Knappschaft ist ein leichter Rückgang der Versichertenanzahl zu erkennen.

 

 

 

20.02.2017