Honorarverteilung im III. Quartal 2017

In der Honorarverteilung ist das dritte Abrechnungsquartal eines Jahres erfahrungsgemäß eher von einer etwas geringeren Leistungsanforderung gekennzeichnet. Dieser Umstand gilt insbesondere für das III. Quartal 2017.

 

Basis der Berechnung der Honororarverteilung bildet der am 16.6.2017 von der Vertreterversammlung beschlossene Honorarverteilungsmaßstab.

 

Die Berechnung der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) beruht auf dem erzielten Verhandlungsstand für das Jahr 2017. Die Vereinbarung zur Gesamtvergütung 2017 ist derzeit noch nicht unterzeichnet, aus dem Grund sind wiederum die entsprechenden Vorbehalte zu beachten.

 

Für die Honorarverteilung im dritten Quartal standen insgesamt ca. 213 Mio. Euro für die MGV zur Verfügung. Davon entfielen auf den Honorarfonds Labor ca. 18,3 Mio. Euro, auf den Honorarfonds des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ca. 5,6 Mio. Euro und auf die versorgungsspezifischen Honorarfonds Hausärzte ca. 93,8 Mio. Euro bzw. Fachärzte ca. 89 Mio. Euro. Zusätzlich schlugen die Leistungen des humangenetischen Labors mit rund 1,8 Mio. Euro und die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) mit ca. 4,5 Mio. Euro zu Buche.

 

Die das Regelleistungsvolumen (RLV) überschreitenden Leistungsanteile wurden für die Hausärzte mit dem vollen Orientierungspunktwert vergütet. Für Fachärzte kam für die überschreitenden Leistungsanteile eine Quote von ca. 44,8 Prozent des Orientierungspunktwertes zum Ansatz. Durchschnittlich überschritten Hausärzte ihr RLV um ca. 5 Prozent, Fachärzte um ca. 17 Prozent.

 

Für einige Arztgruppen konnten die Überschreitungsquoten durch die Nichtausschöpfung des Honorarfonds zur Förderung der zeitnahen Vermittlung von Arztterminen auch in diesem Quartal gestützt werden. Nachfolgend eine Übersicht über die gestützten Überschreitungsquoten für die betreffenden Arztgruppen:

 

Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM

Überschreitungsquote

Fachärzte für Anästhesiologie

47,796 %

Fachärzte für Augenheilkunde

53,817 %

Fachärzte für Chirurgie

52,321 %

Fachärzte für Frauenheilkunde

56,540 %

Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

51,156 %

Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten

56,981 %

Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt

49,489 %

Fachärzte für Innere Medizin mit

 

     Schwerpunkt Angiologie

46,381 %

     Schwerpunkt Kardiologie

47,086 %

     Schwerpunkt Endokrinologie

49,088 %

     Schwerpunkt Gastroenterologie

49,565 %

     Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

46,247 %

     Schwerpunkt Pneumologie

47,194 %

     Schwerpunkt Rheumatologie

48,043 %

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

46,912 %

Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

51,934 %

Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie

49,956 %

Fachärzte für Neurologie

48,950 %

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

49,852 %

Fachärzte für Nuklearmedizin

46,559 %

Fachärzte für Orthopädie

50,440 %

Fachärzte für Diagnostische Radiologie

46,577 %

Fachärzte für Urologie

51,733 %

Fachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin

48,918 %

 

Der Honorarfonds Labor wird in diesem Quartal voraussichtlich wieder um ca. 1,5 Mio. Euro überschritten. Um die bundesweit vorgegebenen Laborquoten vergüten zu können, erfolgt der Ausgleich des Honorarfonds zu Lasten von Rückstellungen.


Die Vergütung zu Zeiten des organisierten Bereitschaftsdienstes sowie die Vergütung der Notfallbehandlungen durch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Institute und Krankenhäuser erfolgt aus dem Honorarfonds Bereitschaftsdienst.


In den folgenden Tabellen finden Sie Übersichten der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina:

 

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal III/2017

93,8 Mio. €

Quote

darunter:

Rückstellungen/Bereinigungen

2,3 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

4,0 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds

0,6 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,4 Mio. €

 

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

97,571 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

GOP 01410, 01413 und 01415 EBM

2,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 3.2.4 und 3.2.5 EBM

1,5 Mio. €

54,469 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie sowie der Palliativmedizin
Abschnitte 4.2.4 und 4.2.5 EBM

0,2 Mio. €

89,250 %

Honorarfonds für ärztlich angeforderten Hilfeleistungen für Praxismitarbeiter (Abschnitt 38.2 EBM)

0,1 Mio. €

100 %

Förderung der Weiterbehandlung akuter Behandlungsfälle

0,003 Mio. €

100 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

82,4 Mio. €

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal III/2017

95,3 Mio. €

Quote

darunter:

 

 

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,5 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen/Förderungen

1,7 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

14,5 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds/PFG/Humangenetik

0,1 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,4 Mio. €

 

 

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,5 Mio. €

88,273 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen)
Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,01 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Honorarfonds für anästhesiologische Leistungen im Zusammenhang mit vertragszahnärztlicher Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit

0,02 Mio. €

100 %

Honorarfonds für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (Abschnitt 38.2 EBM)

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,2 Mio. €

57,135 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,0 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,04 Mio. €

89,872 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,02 Mio. €

79,519 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,02 Mio. €

78,019 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

0,7 Mio. €

84,238 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

85,092 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

65,2 Mio. €

 

 

Außerhalb der MGV bzw. für Sonderverträge konnten Leistungen im Umfang von ca. 81,7 Mio. Euro vergütet werden. Folgende Tabelle gibt einen groben Überblick:

 

Leistungen außerhalb der MGV /Sonderverträge

Quartal III/2017

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

8,7 Mio. €

Präventionsleistungen

13,2 Mio. €

Strahlentherapie

4,2 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

10,8 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,4 Mio. €

Dialysesachkosten (zzgl. KFH/PHV)

15,4 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,0 Mio. €

Medikationsplan (§ 29a BMV-Ä)

1,3 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

1,0 Mio. €

DMP

9,1 Mio. €

Mammographie-Screening

1,7 Mio. €

Strukturvertrag Diabetes

1,1 Mio. €

Hausarztzentrierte Versorgung

0,3 Mio. €

Rheumastrukturvertrag

0,1 Mio. €

Onkologie

1,1 Mio. €

Sozialpsychatrie

0,7 Mio. €

Schutzimpfungen

2,5 Mio. €

Restliche Leistungen außerhalb der MGV

6,3 Mio. €

 

Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Anzahl der gesetzlich Versicherten in unserem Bundesland. Im Laufe des vergangenen Jahres stieg die Zahl um ca. 1,1 Prozent. Die meisten Zuwächste sind für die Ersatzkassen erkennbar. Ein Grund für diesen deutlichen Anstieg liegt darin, dass im Quartal I/2017 zwei Betriebskrankenkassen mit der DAK Gesundheit bzw. der Barmer fusionierten. Aus diesem Grund hatten die Betriebskrankenkassen die meisten Versichertenverluste. Die Anzahl der Versicherten im Bereich der AOK und der Innungskrankenkassen ist gestiegen. Ein leichter Rückgang ist weiterhin im Bereich der LKK und Knappschaft zu verzeichnen.

 

 

 

 

 

21.02.2018