Honorarverteilung im IV. Quartal 2017

Der Honorarverteilung des IV. Quartals 2017 liegt der am 16.6.2017 durch die Vertreterversammlung beschlossene Honorarverteilungsmaßstab (HVM) sowie die Vereinbarung zur Gesamtvergütung für das Jahr 2017 zu Grunde. Durch den im Februar erfolgten Abschluss der Vergütungsvereinbarung 2017 wurden in diesem Quartal erstmals alle vertraglichen Regelungen ohne Vorbehalte angewendet.

 

Dies gilt speziell für:

  • die Punktwertzuschläge für förderungswürdige Leistungen,
  • die Anhebung der RLV-Fallwerte aller fachärztlichen RLV-Arztgruppen um 1 Euro zur Förderung der Grundversorgung und
  • die Stützung der Auszahlungsquote für die RLV/QZV-überschreitenden Leistungsanteile.

Für die Honorarverteilung des vierten Quartals standen insgesamt ca. 214,4 Mio. Euro innerhalb der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zur Verfügung. Davon entfielen auf den Honorarfonds Labor ca. 19,1 Mio. Euro, auf den Honorarfonds des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ca. 5,5 Mio. Euro und auf die versorgungsspezifischen Honorarfonds Hausärzte ca. 94,1 Mio. Euro bzw. Fachärzte ca. 89,5 Mio. Euro. Zusätzlich schlugen die Leistungen des humangenetischen Labors mit rund 1,6 Mio. Euro und die Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) mit ca. 4,5 Mio. Euro zu Buche.

 

Durchschnittlich überschritten Hausärzte ihr RLV um ca. 6 Prozent, Fachärzte um ca. 17 Prozent.

 

Für einige Arztgruppen konnten die Überschreitungsquoten durch die Nichtausschöpfung des Honorarfonds zur Förderung der zeitnahen Vermittlung von Arztterminen auch in diesem Quartal gestützt werden. Nachfolgend eine Übersicht über die gestützten Überschreitungsquoten für die betreffenden Arztgruppen:

 

Arztgruppen gem. Anlage 4 HVM

Überschreitungsquote

Fachärzte für Anästhesiologie

51,051 %

Fachärzte für Augenheilkunde

57,168 %

Fachärzte für Chirurgie

56,550 %

Fachärzte für Frauenheilkunde

60,267 %

Fachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

54,112 %

Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten

59,122 %

Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt

53,273 %

Fachärzte für Innere Medizin mit

 

  

(Versorgungs-) Schwerpunkt Angiologie

49,716 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Kardiologie

50,886 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Endokrinologie

53,233 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Gastroenterologie

52,699 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

50,093 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Pneumologie

51,053 %

(Versorgungs-) Schwerpunkt Rheumatologie

51,542 %

Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

50,176 %

Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

54,748 %

Fachärzte für Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie

53,238 %

Fachärzte für Neurologie

52,147 %

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

54,292 %

Fachärzte für Nuklearmedizin

50,191 %

Fachärzte für Orthopädie

54,081 %

Fachärzte für Diagnostische Radiologie

50,439 %

Fachärzte für Urologie

55,357 %

Fachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin

52,682 %

Der Honorarfonds Labor wird in diesem Quartal voraussichtlich wieder um ca. 0,7 Mio. Euro überschritten. Um die bundesweit vorgegebenen Laborquoten vergüten zu können, erfolgt der Ausgleich des Honorarfonds zu Lasten von Rückstellungen.

In den folgenden Tabellen finden Sie eine Übersichten der versorgungsspezifischen Vergütungsvolumina:

Hausärztliches Vergütungsvolumen

Quartal IV/2017

94,1 Mio. €

Quote

darunter:

Rückstellungen/Bereinigungen

0,7 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

4,1 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds

0,3 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

4,4 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

0,1 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen) Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,003 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

GOP 01410, 01413 und 01415 EBM

2,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds für die geriatrische Versorgung
Abschnitt 3.2.4 EBM

1,4 Mio. €

51,664 %

Honorarfonds für kinderärztlich erbrachte Leistungen der Sozialpädiatrie Abschnitt 4.2.4 EBM

0,2 Mio. €

80,967 %

Honorarfonds für ärztlich angeforderten Hilfeleistungen für Praxismitarbeiter (Abschnitt 38.2 EBM)

0,1 Mio. €

100 %

Förderung der Weiterbehandlung akuter Behandlungsfälle

0,002 Mio. €

100 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

84,6 Mio. €

 

 

 

Fachärztliches Vergütungsvolumen

Quartal IV/2017

95,7 Mio. €

Quote

darunter:

Honorarfonds genetisches Labor (inkl. FKZ)

1,6 Mio. €

77,787 %

Honorarfonds PFG (inkl. FKZ)

4,5 Mio. €

100 %

Rückstellungen/Bereinigungen/Förderungen

1,7 Mio. €

 

Entnahme für den Strukturfonds

0,1 Mio. €

 

Entnahme für den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ)

14,3 Mio. €

 

Stützung der zentralen Honorarfonds/PFG/Humangenetik

0,1 Mio. €

 

Leistungsbezogene Honorarfonds

6,5 Mio. €

 

  

Honorarfonds zur Vergütung der Kostenpauschalen des Kapitels 40 EBM

1,6 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen des Kapitels 19 sowie der übrigen Leistungen der Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie

1,6 Mio. €

90,394 %

Honorarfonds zur Vergütung der Leistungen der Empfängnisregelung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbrüchen (Sonstige Hilfen) Abschnitte 1.7.5 bis 1.7.7 EBM

1,8 Mio. €

100 %

Honorarfonds zur Vergütung der als Auftragsleistung durchgeführten Langzeit-EKG-Auswertungen
GOP 03241, 04241, 13253, 27323 EBM

0,02 Mio. €

100 %

Honorarfonds Haus- und Heimbesuche

(GOP 01410, 01413 und 01415 EBM)

0,4 Mio. €

100 %

Honorarfonds für anästhesiologische Leistungen im Zusammenhang mit vertragszahnärztlicher Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit

0,02 Mio. €

100 %

Honorarfonds für ärztlich angeordnete Hilfeleistungen von Praxismitarbeitern (Abschnitt 38.2 EBM)

0,002 Mio. €

100 %

Honorarfonds „Strukturpauschale konservative Augenheilkunde“

1,2 Mio. €

57,719 %

Arztgruppenbezogene Honorarfonds

1,0 Mio. €

 

Honorarfonds Strahlentherapie

(übrige Leistungen von Fachärzten für Strahlentherapie)

0,04 Mio. €

83,630 %

Honorarfonds Laboratoriumsmedizin

(übrige Leistungen von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin und von Fachwissenschaftlern)

0,02 Mio. €

81,891 %

Honorarfonds Sonstige Vertragsärzte

(Leistungen von Fachärzten für Humangenetik, Biochemie oder Klinische Pharmakologie und Toxikologie und der Vertragsärzte, für die kein RLV gem. § 11 HVM gebildet wird)

0,02 Mio. €

80,868 %

Honorarfonds Psychotherapie

(übrige MGV-Leistungen von ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Vertragsärzten und Vertragstherapeuten)

0,7 Mio. €

83,862 %

Honorarfonds Nephrologie

(Leistungen von Fachärzten für innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie sowie entsprechender Institute bzw. Ärzte mit nephrologischem Schwerpunkt)

0,2 Mio. €

81,554 %

RLV-/QZV-Leistungen zzgl. Vergütung für Überschreitungsleistungen

65,8 Mio. €

 


Außerhalb der MGV bzw. für Sonderverträge wurden Leistungen im Umfang von
ca. 85,9 Mio. Euro vergütet. Folgende Tabelle gibt einen groben Überblick:

 

Leistungen außerhalb der MGV / Sonderverträge

Quartal IV/2017

Gesamt

Leistungen des ambulanten Operierens

9,2 Mio. €

Präventionsleistungen

13,1 Mio. €

Strahlentherapie

3,6 Mio. €

Wegepauschalen

0,8 Mio. €

Antrags- und genehmigungspflichtige

Psychotherapeutische Leistungen/Probatorik

11,4 Mio. €

Nephrologische Leistungen

2,4 Mio. €

Dialysesachkosten

15,0 Mio. €

Zuschläge zur PFG

1,0 Mio. €

Medikationsplan (§ 29a BMV-Ä)

1,4 Mio. €

Nichtärztliche Praxisassistenten

1,1 Mio. €

DMP

9,2 Mio. €

Mammographie-Screening

1,7 Mio. €

Strukturvertrag Diabetes

1,1 Mio. €

Hausarztzentrierte Versorgung

0,3 Mio. €

Rheumastrukturvertrag

0,1 Mio. €

Onkologie

1,1 Mio. €

Sozialpsychatrie

0,7 Mio. €

Schutzimpfungen

4,8 Mio. €

Restliche Leistungen außerhalb der MGV

7,9 Mio. €

 

 Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Anzahl der gesetzlich Versicherten in unserem Bundesland. Im Laufe des vergangenen Jahres stieg die Zahl um ca. 1,32 Prozent. Die meisten Zuwächse sind für die Ersatzkassen erkennbar. Ein Grund für diesen deutlichen Anstieg liegt darin, dass im Quartal I/2017 zwei Betriebskrankenkassen mit der DAK Gesundheit bzw. der Barmer fusionierten. Aus diesem Grund sind bei den Betriebskrankenkassen Versichertenverluste festzustellen. Die Anzahl der Versicherten im Bereich der AOK und der Innungskrankenkassen ist gestiegen. Leichte Rückgänge sind weiterhin bei der LKK und der Knappschaft zu verzeichnen.

 

Versichertenentwicklung IV/2017 zu IV/2016

19.06.2018