Honorarverteilungsmaßstab zum 1. Januar geändert

Die Vertreterversammlung der KVBB hat am 24. November 2017 Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs (HVM) beschlossen.

 

Inhaltlich betreffen diese im Wesentlichen die folgenden Punkte:

 

5 Euro Zuschlag für eine Terminvermittlung (SNR 90055) entfällt

Die HVM-Regelung für die Übernahme eines Versicherten mit „4-Wochenüberweisung“ läuft zum 1.Januar 2018 aus, sie hat sich nicht bewährt. Mittlerweile wurden mit der AOK Nordost, der BARMER und der Techniker Krankenkasse sinnvolle Überweisungssteuerungsverträge abgeschlossen, die auch die medizinische Dringlichkeit berücksichtigen. Wir bitten Sie, entsprechend dieser Verträge zu behandeln und abzurechnen.

 

Bereinigung palliativmedizinische Versorgung

Bisher war die palliativmedizinische Versorgung (Abschnitte 3.2.5 und 4.2.5 EBM) Bestandteil der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung. Diese wird entsprechend der Bundesempfehlung künftig extrabudgetär vergütet. Insofern werden die Honorarfonds nach § 8 Abs. 7 für Geriatrie und Palliativmedizin bereinigt und die palliativmedizinischen Leistungen herausgenommen.

 

Vergütung nichtärztliche Praxisassistenten

Ärztlich angeordnete Hilfeleistungen durch nichtärztliche Praxisassistenten (Gebührenordnungspositionen 03060 bis 03065 EBM) sollen 2018 nicht mehr extrabudgetär vergütet werden. Das hat der Bewertungsausschuss auf Bundesebene empfohlen. Es ist davon auszugehen, dass es regional schwer wird, weiterhin eine extrabudgetäre Vergütung zu vereinbaren. Im HVM wurde deshalb vorsorglich ein neuer Honorarfonds für die Vergütung nichtärztlicher Praxisassistenten geschaffen. Es muss künftig mit einer leichten Quotierung dieser Leistungen gerechnet werden.

 

Förderungswürdige Leistungen (Anlage 3) angepasst

Aufgrund von Forderungen der Krankenkassen wurden die förderungswürdigen Leistungen in punkto Auswahl und Preisgestaltung angepasst. Sie stehen noch unter dem Vorbehalt, dass die Krankenkassen 2018 die entsprechenden Gelder zur Verfügung stellen. Das betrifft insbesondere den Bereich der Anästhesien (Fokussierung auf vertragszahnärztliche Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit) und die psychotherapeutische Versorgung (Streichung der Zuschläge zu den Psychotherapeutischen Gesprächen nach GOP 22220 bzw. 23220 EBM und Streichung der Zuschläge zu den Berichten gem. den GOP 35130, 35131 EBM).

 

Erweiterung der Möglichkeiten der Anerkennung von Praxisbesonderheiten für Praxen mit mehreren Ärzten einer gleichen Arztgruppe

In § 14 Abs.1 Satz 2 erfolgte die Neuaufnahme einer Regelung um im Antrags- bzw. Widerspruchsverfahren die Möglichkeit des Ausgleichs einer temporären arztgruppengleichen Verschiebung des Patientenaufkommens innerhalb einer Praxis auszugleichen. Hierbei ist in begründeten Einzelfällen, beispielsweise Krankheit, Schwangerschaft oder Elternzeit, eine zeitlich begrenzte Anpassung von Fallzahlzuwachsbegrenzungen sowie Fallwertminderungen möglich.

 

Nähere Details entnehmen Sie bitte dem HVM. Die aktuelle Fassung sowie weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

 

15.01.2018