Honorarverteilungsmaßstab zum I. Quartal 2016 geändert

Die Vertreterversammlung der KV Brandenburg hat am 27.11.2015 Änderungen in der Honorarverteilung zum 1.1.2016 beschlossen. Diese waren vor allem in Hinblick auf das GKV‐Versorgungsstärkungsgesetz (GKV‐VSG) erforderlich geworden und betreffen im Wesentlichen die folgenden Punkte:

 

Anästhesien bei vertragszahnärztlicher Behandlung
Für anästhesiologische Leistungen, die im Zusammenhang mit vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie stehen, wurde vom Gesetzgeber eine unquotierte Vergütung festgesetzt und im HVM als separater Honorarfonds etabliert.


Dies betrifft die Ziffern 05210, 05211, 05212, 05230, 05330, 05331, 05340, 05341, 05350 EBM, welche für die entsprechenden Patienten gemäß der Kodierungstabelle mit einem „Z“ zu kennzeichnen sind.

 

Die Stützung löst den bisher regional über den Katalog förderungswürdiger Leistungen gewählten Förderansatz ab. Ziel der KV Brandenburg ist es weiterhin, das im Zusammenhang mit den Zahnarztnarkosen bei besonderen Patientengruppen bestehende Versorgungsproblem über separate Verträge mit den Krankenkassen zu gestalten.

 

Anrechnung von Weiterbildungsassistenten im Regelleistungsvolumen
Begleitend zur Änderung von § 32 der Zulassungsverordnung wird die Mengenbegrenzung von Ärzten, die einen Assistenten im Rahmen der Weiterbildung nach § 75a SGB V beschäftigen, zukünftig gelockert. Hierbei wird für den anstellenden Arzt sowohl die Fallzahlzuwachsbegrenzung, als auch die erste Stufe der Fallwertminderung ausgesetzt. Das bedeutet, dass diese Ärzte zukünftig erst ab 170 Prozent der durchschnittlichen Fallzahl der Arztgruppe mit Abschlägen auf den RLVFallwert zu rechnen haben und höhere Fallzahlen im individuellen Regelleistungsvolumen daher noch unmittelbarer Niederschlag finden.

 

Honorartechnische Begleitung der Terminservicestellen Über die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Einrichtung einer Terminservicestelle wurde bereits in „KV‐Intern“ 11/2015 im Interview mit MUDr. Peter Noack berichtet. Die Vertreterversammlung hat nach umfassender Diskussion eine honorartechnische Begleitung im fachärztlichen Versorgungsbereich beschlossen, welche im Wesentlichen aus folgenden Elementen besteht:

  1. Einführung fachgruppenspezifischer Honorarfonds für die Terminvermittlung,
  2. Zuschlag je Behandlungsfall für die fristgemäße Annahme einer „4‐Wochen‐Überweisung“ bei den relevanten Arztgruppen,
  3. Vergütung von vermittelten Terminen zur Behandlung an Krankenhäusern, sofern dies nach erfolgloser Vermittlung in den ambulanten vertragsärztlichen Bereich erforderlich ist, zum Preis der EURO‐Gebührenordnung aus den oben genannten Fonds,
  4. Anerkennung möglicher Fallzahlsteigerungen aufgrund der verstärkten Annahme von Überweisungsfällen mit „4‐Wochenfrist“ auf Antrag des Arztes

Über die genauen Hintergründe und Modalitäten der Umsetzung inklusive der organisatorischen Aspekte entnehmen Sie bitte die Details dem Ihnen hierzu übersandten Rundschreiben.

 

Die Regelung kann insgesamt nur ein Baustein in Hinblick auf Patientensteuerung darstellen und wird sobald als möglich in ihren Auswirkungen überprüft. Die KV Brandenburg ist bestrebt, mit den Krankenkassen ein umfassendes Konzept zur verbesserten Steuerung zu verhandeln, welches zwingend der Ausstattung mit zusätzlichen Mitteln bedarf.

 

Sonstige Punkte
Weitere Änderungen betreffen die Aufnahme von Zuschlägen zum elektronischen Arztbrief für Ärzte in anerkannten Praxisnetzen, wobei die entsprechende Bundesrichtlinie voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2016 in Kraft treten wird.

 

Außerdem wurde die bereits im September von der Vertreterversammlung beschlossene Umstellung der Vergütung von Diensten in KV RegioMed Bereitschaftspraxen und eine entsprechende Änderung des Sicherstellungsstatuts zum 1.1.2016 geregelt.

 

Das Sicherstellungsstatut sieht eine Einzelleistungsvergütung kombiniert mit dem Element einer Mindestvergütung in Höhe von 50 Euro pro Stunde zuzüglich einer Pauschale für die Anund Abfahrt und die Beteiligung des Arztes an den Betriebskosten der Bereitschaftspraxis vor.

 

Zudem wurde die Fallzahlzuwachsbegrenzung für Haus‐ und Kinderärzte auch für das Jahr 2016 ausgesetzt. Im hausärztlichen Versorgungsbereich wird somit für die Berechnung der RLV/ QZV auch im Falle einer starken individuellen Fallzahlsteigerung die ungekürzte aktuelle Fallzahl herangezogen.

 

Die komplette Fassung des HVM finden Sie wie üblich auf der Homepage der KVBB in der Rubrik Praxis unter Honorar.

 

 

 

 

17.12.2015